Kostenlose Menstruationsartikel gefordert

Grüne Fraktion mit Antrag für die nächste Ratssitzung

Menstruationsartikel sollen, wenn es nach den Grünen geht, kostenlos in Herner Schulen und Dienstgebäuden verteilt werden.
Menstruationsartikel sollen, wenn es nach den Grünen geht, kostenlos in Herner Schulen und Dienstgebäuden verteilt werden. Foto: Bündnis 90/Die Grünen Herne

Die Grüne Fraktion Herne beantragt in der nächsten Ratssitzung die kostenfreie Versorgung mit Menstruationsartikeln in Schulen und städtischen Dienstgebäuden, so wie es mit Seife und Toilettenpapier üblich ist, teilte die Fraktion am Donnerstag (27.5.2021) mit.

„Gerade in unserer Stadt, wo auch besonders Jugendliche von Armut betroffen sind, müssen wir dieses Tabuthema aufbrechen“, so Anna Schwabe, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion. Beispielsweise kommt es oft vor, dass sich insbesondere junge Frauen und Mädchen lieber durch Stoffreste oder gestapeltes Toilettenpapier Abhilfe schaffen, als sich anderen mit ihrem Problem anzuvertrauen. „Seife und Toilettenpapier sind auf jeder Schultoilette zu finden, also warum nicht auch Tampons und Binden? Hier sollte kein Unterschied gemacht werden“, findet die Stadtverordnete.

Die Ratsfraktion der Grünen hat nun einen Antrag nach einem Vorbild aus der Stadt Hamm eingebracht, um das Stadtparlament in der nächsten Sitzung am 29. Juni 2021 darüber abstimmen zu lassen. Kostenlose Menstruationsartikel sollten in Schulen und Bürgerämtern zur Verfügung gestellt werden. Dies wäre ein großer Schritt zu mehr Gleichberechtigung in unserer Stadtgesellschaft.

'Periodenarmut'

20.000 Euro geben Frauen durchschnittlich für Menstruationsartikel in ihrem Leben aus. Das ist Geld, das viele Menschen gerade in jungen Jahren nicht haben und trotzdem ist das Wort „Periodenarmut“ erst langsam in der Debatte in Deutschland angekommen.

Anna Schwabe, jugendpolitische Sprecherin der Grünen. (April 2021)
Anna Schwabe, jugendpolitische Sprecherin der Grünen. Foto: Bündnis 90/Die Grünen Herne

Schottland war der erste Staat, der Periodenprodukte für menstruierende Frauen kostenlos zur Verfügung stellte. Glücklicherweise gibt es nun auch in NRW erste Vorstöße: Der Rat der Stadt Hamm hat am Ende März 2021 eine zweijährige Pilotphase beschlossen, in der die kostenlose Ausgabe von Menstruationsartikeln, unter anderem in Schulen, einzurichten sind.

Quelle: