Konsensvereinbarung unterzeichnet

Landesinitiative: Bau.Land.Partner

Gebäude der früheren Zeche Julia an de Cranger Straße in Herne, am Montag (16.04.2018). In der Maschinenhalle befanden sich ursprünglich Kompressoren und Turbokompressoren der Zechenanlage, später wurde sie als Turnhalle genutzt. Die Nutzung als Turnhalle ist in einem Fotoalbum von 1934 dokumentiert. Am 1. Juni 1966 nahm die Blaupunkt-Werke GmbH provisorisch in der alten Turnhalle die Produktion in Herne auf um Ende 1966 Anfang 1967 ins neuerbaute Werk an der Forellstraße umzuziehen. Zuletzt beabsichtigte der ASB Regionalverband Herne - Gelsenkirchen als Eigentümer dort den Krankentransport-Fahrdienst (abgewickelt im Sommer 2019) und die Katastrophenschutzeinheiten des ASB dort unterzubringen.
Die frühere Turnhalle der Zeche Julia an der Cranger Straße. Foto: Stefan Kuhn

Auf dem angespannten Grundstücksmarkt ist es erforderlicher denn je, auch brachgefallene oder untergenutzte Flächen wieder zu aktivieren. Mit Bau.Land.Partner unterstützt das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen Kommunen und Eigentümer, gemeinsam neue Perspektiven für solche Flächen zu entwickeln.

Die Stadt Herne wurde Anfang Juni 2020 von Ministerin Ina Scharrenbach in die Landesinitiative Bau.Land.Partner aufgenommen. Mit dem Abschluss der Konsensvereinbarung zwischen der Stadt Herne und Bau.Land.Partner ist heute der offizielle Startschuss für den Einstieg in die Bearbeitung gefallen: Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda und Sarah Westhoff (Fachbereich Umwelt und Stadtplanung) sowie Geschäftsführer Henk Brockmeyer und Projektleiterin Ulrike Holtel (beide BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW mbH) für Bau.Land.Partner unterzeichneten gemeinsam die Konsensvereinbarung. „Das Gelände bedarf einer genauen Betrachtung“, sagte der OB in Hinblick auf die dort liegenden Potentiale.

v.l. OB Dudda, Sarah Westhoff (FB Umwelt/Stadtplanung), Ulrike Holtel und Henk Brockmeyer (beide BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW)
v.l. OB Dudda, Sarah Westhoff (FB Umwelt/Stadtplanung), Ulrike Holtel und Henk Brockmeyer (beide BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW) Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda lobte das Instrument als „sinnvolles und zielgerichtetes Unterstützungsangebot für die Kommunen“. Das Verfahren biete gleichermaßen Vorteile für die Stadt wie für die Eigentümer. Eine vorausschauende Stadtplanung und Stadtentwicklung müsse Flächenentwicklungen aktiv steuern. Ein wesentlicher Beitrag hierzu sei es, die Eigentümer in die Entwicklung von zukunftsfähigen Flächennutzungskonzepten einzubinden. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der Dialog mit den Flächeneigentümern und der Stadtverwaltung, um alle Interessenslagen zu klären, mögliche Entwicklungshemmnisse zu erkennen und Lösungswege aufzeigen. Zum Prozess der Flächenaufklärung gehörten daher eine umfassende Standortanalyse sowie darauf aufbauende Planungen und Umsetzungsstrategien.

„Unsere Aufgabe ist es, zwischen den Ansprüchen der kommunalen Planung einerseits und den meist wirtschaftlichen Interessen der Eigentümer andererseits zu vermitteln. Wir sind dabei die neutralen Fachleute, die in enger Rückkopplung mit allen Beteiligten einen gemeinsam gangbaren Weg aufzeigen“, erläutert Holtel dazu.

Bearbeitungsschwerpunkt für Bau.Land.Partner wird die Fläche der ehemaligen Zeche Julia sein. Bau.Land.Partner wird nach und nach den Kontakt zu den Eigentümern suchen und mit ihnen die ersten Gespräche führen. Anspruch ist es, am Standort ungenutzte gewerbliche Potenzialflächen zu identifizieren und hierfür neue Perspektiven zu entwickeln. Das Areal umfasst rund 30 Hektar. Rund 60 Eigentümer halten dort Flächen.

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