Kampf gegen den illegalen Welpenhandel

Stellungnahme

Das Europäische Parlament hat am Donnerstag (25.2.2016) eine Resolution verabschiedet, die die flächendeckende Einführung EU-weit einheitlicher Datenbanken zur Registrierung von Hunden und Katzen in den Mitgliedstaaten fordert. So sollen Haustiere besser identifiziert werden können. Hintergrund ist der zunehmende illegale Handel mit Welpen, der mafiöse Strukturen aufweist und dem organisierten Verbrechen zuzuordnen ist. Durch die schlechten Zuchtbedingungen und mangels Impfungen leiden die Tiere oft an Krankheiten, die auch auf den Menschen übertragbar sind.

Dr. Renate Sommer
Dr. Renate Sommer Foto: Startercenter Bochum

Hierzu erklärt die Herner stellvertretende Vorsitzende der Intergruppe Tierschutz des Europäischen Parlaments, Dr. Renate Sommer (CDU):

"Ich freue mich, dass das Europäische Parlament meine Initiative mit einer derart breiten Mehrheit unterstützt. Der illegale Handel mit Hunden und Katzen ist nach dem Drogen- und Waffenhandel die drittgrößte Einkommensquelle des organisierten Verbrechens in der EU. Es handelt sich also um ein sehr ernst zu nehmendes Problem. Für die Tiere und ihre neuen Besitzer ist der illegale Handel ein Drama. Die Welpen werden unter unsäglichen Bedingungen produziert, viel zu früh abgesetzt und sind i.d.R. nicht geimpft. Viele Tiere sind daher schwer krank. Sie leiden und sterben elend nach kurzer Zeit. Das ist Tierquälerei und gefährdet die öffentliche Gesundheit, denn Haustiere sind Träger von mehr als 100 Zoonosen. 70 Prozent aller neuen Krankheiten beim Menschen gehen auf Tierkrankheiten zurück.

Wenn wir diesem illegalen Handel Einhalt gebieten wollen, müssen wir die Lücken in der bestehenden Gesetzgebung schließen. Das so genannte Pet Travel Scheme, das das quarantänefreie Reisen von Haustieren, die nicht kommerziell gehandelt werden, in der EU erlaubt, macht es immer noch viel zu leicht, Tieren eine falsche Identität zu geben. Chipnummern und Heimtierausweise werden gefälscht, und eine Rückverfolgbarkeit der Tiere ist schlichtweg nicht gegeben. Wir brauchen deshalb dringend EU-weit kompatible Systeme zur Registrierung von Haustieren in allen Mitgliedstaaten. So kann der Tierarzt in Deutschland mit Hilfe des Chips auf einen Blick erkennen, wie alt ein Welpe ist, woher er stammt und ob er geimpft ist. Außerdem können entlaufene und ausgesetzte Tiere zugeordnet werden. Das kann letztendlich auch das Elend von Straßenhunden und -katzen beenden. Es ist höchste Zeit, dass die EU-Kommission tätig wird!"