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60 Unternehmen öffnen ihre Türen für 'Move2Beruf'

Jugendliche für eine Ausbildung begeistern

In ganz Deutschland haben Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten, ihre freien Ausbildungsstellen zu besetzen. Da ist Herne keine Ausnahme. Deshalb geht das Bündnis für Arbeit in Kooperation mit Herner Unternehmen neue Wege, um Jugendliche und die Betriebe zusammenzubringen. Dazu starteten sie erstmals am Mittwoch (31.1.2024) den Berufsfindungstag „Move2Beruf“, bei dem Schüler sich direkt bei den Unternehmen vor Ort einen Einblick vom Betrieb machen konnten.

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800 Schüler informieren sich bei Unternehmen

60 Betriebe haben dazu ihre Pforten für rund 800 junge Menschen geöffnet. Schüler hatten so die Möglichkeit, die lokale Unternehmerschaft zu besichtigen, Berufe kennenzulernen und das persönliche Gespräch zu suchen. Bei einem Pressegespräch bei der Herner Vulkan Gruppe, die sich ebenfalls an „Move2Beruf“ beteiligte, erläuterten Vertreter des Bündnisses für Arbeit ihre Beweggründe für das neue Format und wie die derzeitige Ausbildungssituation in Herne aussieht.

Andere Faktoren wichtig

Achim Schulz, Personaldirektor der Vulkan Gruppe, macht deutlich: „Ausbildung ist eine soziale Verpflichtung. Wir freuen uns, dass wir die Gelegenheit haben, Schüler für unser Unternehmen zu begeistern. Wir sehen, dass sich die Vorstellungen der Auszubildenden verändern. Für viele sind heute weitere Faktoren wie Firmenkultur, Homeoffice-Möglichkeiten oder auch Schulungen im Bereich Persönlichkeitsentwicklung wichtig."

Bei Vulkan konnten die Schüler beispielsweise in die Bereiche IT und Technik reinschnuppern oder einen Rundgang durch das Unternehmen machen.

Herne als Azubi-Hotspot

Eine Ausbildung sei die Grundlage für eine gesellschaftliche Teilhabe, ist sich auch Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda sicher: „Eine Ausbildung hat für uns zwei strategische Ziele. Zunächst ist da der persönliche Aufstieg von jungen Menschen, aber gleichzeitig ist es auch ein Aufstieg der Stadt."

Bei einem Pressegespräch erläuterten Vertreter des Bündnisses für Arbeit ihre Beweggründe für das neue Format.

So sei Herne mittlerweile ein echter Azubi-Hotspot. Deshalb habe die Stadt auch im Dynamik-Ranking der Wirtschaftswoche in diesem Bereich den ersten Rang erreicht.

Unternehmen müssen neue Wege gehen

Eine Neuerung gibt es: Das bisherige Azubi-Speeddating, welches häufiger praktiziert wurde, hat vorerst ausgedient. Thomas Saponjac, Geschäftsführer vom Herner Jobcenter, begrüßt diesen Wechsel hin zum neuen Veranstaltungsformat im Gespräch mit halloherne. „Schüler können so einen richtigen Einblick vom Unternehmen gewinnen. Dies kam ja beim Azubi-Speeddating oftmals etwas zu kurz", sagt Saponjac.

Auf Azubi-Speed-Dating will man künftig verzichten.

Dem kann Michael Bergmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet, nur zustimmen. „Mit der Aktion können junge Menschen gleich sehen, was sie erwartet. Die Lage ist angespannt, junge Menschen für einen Ausbildungsplatz zu finden. Deshalb müssen Unternehmen neue Wege gehen", so der Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet.

'Brauchen mehr junge Menschen in einer Ausbildung'

Ähnlich sieht er auch Frank Neukirchen-Füsers, der Vorsitzende Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bochum: „Die jungen Menschen können so niederschwellig die Betriebe kennen lernen und so direkt hinter die Kulissen von Firmen zu schauen. Die Chancen für junge Menschen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, waren noch nie so hoch wie jetzt.“

Wie wichtig diese Chancen für jungen Menschen sind, weiß Dieter Leiendecker von „Kein Abschluss ohne Anschluss“. „Viele Jugendliche wissen nach dem Schulabschluss nicht weiter. Daher ist es vorbildlich, was hier geleistet wird. Denn wir brauchen mehr junge Menschen in einer Ausbildung", berichtet Leiendecker.

Auch wenn die Reflexion der ersten Ausgabe von „Move2Beruf“ noch aussteht: Zukünftig plane man eher auf solche Formate wie „Move2Beruf“ zu setzen, verdeutlicht das Bündnis für Arbeit.

| Autor: Julia Blesgen