Herner Piraten zum Fahrradklimatest

Stellungnahme

Fahrradstraße auf der Bochumer Straße in Herne (NW), am Freitag (29.01.2021). Diese erstreckt sich auf dem Abschnitt zwischen der Sodinger Straße und dem Westring. Durch ein Zusatzzeichen ist inzwischen auch wieder das Befahren mit PKW und motorisierten Zweirädern erlaubt.
Fahrradstraßen in Herne: Fehlanzeige. Lediglich eine Stück der Bochumer Straße ist als solche gekennzeichnet. Foto: Stefan Kuhn

Die Herner Piraten nehmen zu dem Fahrrad-Klima-Test, der am 16.3.2021 vom Bundesverkehrsministerium veröffentlicht wurde (halloherne berichtete), wir folgt Stellung: „Wir Piraten hatten in der letzten Ratssitzung (2.3.2021) nach der Planung für Radwege in Herne gefragt. Das Ergebnis war ernüchternd. Mit nur zwei Planstellen soll die Planung vorangetrieben werden. Tatsächlich ist bei den vorgestellten Projekten kaum ein eigenes Herner Projekt dabei, dass nicht wirklich ein eigenständiges Radwegeprojekt ist, wenn, dann sind es „Abfallprodukte“ von Straßenplanungen. Selbst Fördertöpfe mit einer 100 Prozent-Förderung werden von Herne nicht abgerufen.

Jetzt stellte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) seinen Fahrradklima-Test für das Jahr 2020 vor (halloherne berichtete). Bei diesem Test misst der ADFC alle zwei Jahre die Zufriedenheit von Radfahrenden in deutschen Städten und Kommunen unter dem Thema „Und wie ist Radfahren in Deiner Stadt?“.

Das Ergebnis für Herne: Verheerend! Von 41 Großstädten der Größenordnung zwischen 100.000 und 200.000 Einwohnern landete Herne nur auf dem 30. Platz und verschlechterte sich gegenüber der letzten Erhebung um 5 Plätze.

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Einer der Gründe ist das fehlende Konzept für den Ausbau der Radwege in Herne, es gibt aber auch sehr viele praktische Probleme mit dem Radverkehr in Herne. Ein großes Problem ist, dass Radwege, wenn sie überhaupt da sind, oftmals zugeparkt werden und niemand etwas dagegen unternimmt. Kritisiert wird zudem die Ampelschaltungen, fehlende Rücksicht auf Radfahrer bei der Einrichtung von Baustellen und die Reinigung der Radwege. Wir Piraten schließen uns der Kritik des ADFC in Herne zum fehlenden Konzept für den Radwegeausbau in unserer Stadt ausdrücklich an.

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie hat auch in Herne der Radverkehr zugenommen. Dieses ist keine Momentaufnahme, sondern ein Phänomen, dass auch nach der Krise bleibt. Schließlich sind viele Wege in unserer Stadt mit dem Rad schnell zu erreichen. Damit dieses aber auch sicher geschehen kann benötigen wir ein durchgehendes Netz von Radwegen. Dieses setzt aber einen politischen Willen voraus, sich für den Radverkehr in Herne einzusetzen, ausreichend Ressourcen bei Planung und Umsetzung von Projekten in unserer Verwaltung und einen gleichberechtigten Umgang mit dem Verkehrsmittel Radverkehr im Vergleich zum Autoverkehr."

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