Healing Complex in Erle

Urbane Künste Ruhr

Aus der ehemaligen Bergarbeiterkirche St. Bonifatius an der Cranger Straße 338-342 in Gelsenkirchen-Erle wird ein Begegnungszentrum neuer Art
Aus der ehemaligen Bergarbeiterkirche St. Bonifatius an der Cranger Straße 338-342 in Gelsenkirchen-Erle wird ein Begegnungszentrum neuer Art Foto: Pitt Herrmann

Am Freitag, den 3. Juni 2022, eröffnet Urbane Künste Ruhr um 17 Uhr gemeinsam mit der Künstlerin Irena Haiduk das Projekt „Healing Complex“, eine neue Begegnungsstätte in der ehemaligen Bergarbeiterkirche St. Bonifatius an der Cranger Straße 338-342 in Gelsenkirchen-Erle. Dieser Multifunktions-Ort verknüpft unterschiedlichste Aktivitäten miteinander: die Erholung von alltäglichen Strapazen durch Rituale wie Saunieren, das gemeinsame Backen von Teigwaren sowie Kunst. Ab 13 Uhr ist der Raum für alle Interessierte bereits geöffnet. Ein Künstlerinnengespräch mit Irena Haiduk und Britta Peters, Künstlerische Leitung Urbane Künste Ruhr, rundet das Eröffnungswochenende am Sonntag, 5. Juni 2022, um 16 Uhr ab.

Die Maxime „How to Surround Yourself with Things in the Right Way“ zieht sich als Leitfaden durch Irena Haiduks künstlerische Praxis, zu der auch das Unternehmen Yugoexport gehört. Im Mittelpunkt stehen dabei die Gleichwertigkeit, Loyalität und familiäre Solidarität zwischen Menschen und Dingen. Für den Healing Complex hat Irena Haiduk den Innenraum der 2007 geschlossenen und 2014 profanierten St. Bonifatius Kirche neugestaltet.

Die Grundmauern des Nachkriegsbaus von 1964 weisen eine besondere, polygonale Struktur auf, deren Grundform die Künstlerin dabei immer wieder aufgreift. So findet sich die farbliche Gestaltung der Fenster im pyramidenartigen Faltdach und den tragenden Säulen wieder. Zum Auftakt des Projekts wird ein großer Backofen in der Mitte des Gebäudes installiert, der als Zentrum den Ausgangspunkt für Workshops darstellt. Langfristig möchte die Künstlerin zusammen mit Interessierten einen eigenen Ofen entwickeln, dessen Wärme energieeffizient in einen Saunabereich umgeleitet werden kann.

Um dies zu realisieren, sollen in den kommenden Monaten nicht nur die Wünsche und Ideen der Anwohner gesammelt, sondern auch das Wissen von Experten unterschiedlicher Disziplinen im Healing Complex erforscht werden. Das Projekt ist als Experiment angelegt mit dem Ziel, die Begegnungsstätte inmitten des ehemaligen Arbeiterviertels Gelsenkirchen-Erle neu zu erfinden. Bis Ende November 2022 lädt Urbane Künste Ruhr alle Interessierten ein, den Healing Complex in Form einer Kunstausstellung kennenzulernen, und gleichzeitig Ideen zu entwickeln, die den Ort dauerhaft als neues Zentrum für Kultur und Zusammenkunft tragen.

Ein dichtes Workshop- und Veranstaltungsprogramm gibt spielerische und theoretische Impulse für eine breit gefächerte Öffentlichkeit. Alle Ergebnisse und relevanten Diskussionen aus diesem Jahr werden in eine zweite Ausstellungsphase von März bis September 2023 mitgenommen und weiterentwickelt. Bis November 2022 kann die Ausstellung zum Projekt bei freiem Eintritt besichtigt werden donnerstags von 14 bis 18 Uhr sowie freitags bis sonntags jeweils von 11 bis 18 Uhr.

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  • Freitag, 03. Juni 2022, um 13 Uhr
  • Freitag, 03. Juni 2022, um 17 Uhr
  • Sonntag, 05. Juni 2022, um 16 Uhr
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