Für Theresa erfüllt sich ein Traum

„Theresa ist ein echter Volltreffer“

Theresa Bommert wird für zehn Monate in Michigan (USA) leben. Ihre Patin ist die SPD Abgeordnete Michelle Müntefering.
Theresa Bommert wird für zehn Monate in Michigan (USA) leben. Ihre Patin ist die SPD Abgeordnete Michelle Müntefering. Foto: Carola Quickels

Theresa Bommert ist 15 Jahre, geht als Austauschschülerin für zehn Monate in die USA und wechselt die Klassenräume des Otto-Hahn-Gymnasiums gegen die Räume einer Schule in Lansing, der Hauptstadt von Michigan. Als Stipendiatin des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) wird sie dort bei einer Gastfamilie leben. Das PPP fördert seit 30 Jahren den Jugendaustausch zwischen Deutschland und den USA.

Aufgeregt ist die selbstbewusste junge Frau, für die ganz viel passt, kein bisschen: „Dafür freue ich mich viel zu sehr auf das, was auf mich zukommt“, sagt sie beim Pressegespräch am Montag (2.8.2021). „Ich kann ja jederzeit mit meiner Familie und auch mit meinen Freunden telefonieren oder chatten - und dann passt das schon. Außerdem lebe ich ja in einer (Gast-)Familie.“ Obwohl, so lange war sie noch nie von ihrer Familie getrennt. „Die längste Zeit ohne Familie, das waren bisher die Klassenfahrten“, überlegt sie und schmunzelt.

Wobei es nicht das erste Mal ist, dass sie in die USA fährt. „Aber bisher war ich lediglich mit meinen Eltern im Urlaub dort, jetzt möchte ich Land und Leute besser kennenlernen. Ich freue mich auf das neue Umfeld und die andere Kultur. Ich hoffe, das echte Amerika zu erleben.“ Und überhaupt, auf die Schule freue sie sich und hofft, dass es ein klein wenig so ist, wie sie es aus den amerikanischen Filmen kennt. „Das fände ich schon cool", gesteht sie mit einem Lächeln.

Theresa Bommert wird für zehn Monate in Michigan (USA) leben. Ihre Patin ist die SPD Abgeordnete Michelle Müntefering.
Theresa Bommert wird für zehn Monate in Michigan (USA) leben. Ihre Patin ist die SPD Abgeordnete Michelle Müntefering. Foto: Carola Quickels

Von dem Programm des Deutschen Bundestages hat sie über ihre Mutter erfahren, die eines Tages mit dem entsprechenden Flyer nach Hause kam. Ab da war es für Theresa klar: Das will ich machen. Also bewarb sie sich schriftlich bei der Organisation die mit dem PPP zusammenarbeitet und kam in die engere Auswahl. Diese Auswahl wird in jedem Jahr den Abgeordneten, die eine Patenschaft übernehmen, vorgelegt.

Theresa wurde von der Bundestagsabgeordneten und Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt Michelle Müntefering ausgewählt, die ihr während der kommenden zehn Monate als Patin zur Seite stehen wird. Für Michelle Müntefering war die Auswahl in diesem Jahr nicht schwierig: „Sie sehen es ja“, sagt sie im Gespräch, „Theresa weiß was sie will und ist klar strukturiert. Sie kommt aus Bickern und will jetzt raus in die Welt. Das unterstütze ich natürlich gern. Theresa ist wirklich ein Volltreffer.“

Die Chemie zwischen den beiden scheint zu stimmen. Ausgemacht haben sie, dass sie über Social Media den Kontakt aufrecht erhalten. „So dass ich auch ein bisschen was mitbekommen kann, wie Theresa sich dort fühlt und wie sie sich entwickelt. Das ist das Schöne an der Patenschaft, dass man auch immer ein Stück der Entwicklung der jungen Menschen mitbekommt“, freut sich Müntefering. „Als Patin bin ich aber nicht nur für Theresa Ansprechpartnerin, sondern auch für die Eltern.“ Die hätten erfahrungsgemäß in der Regel mehr Heimweh als die jungen Menschen.

Heimweh, dieses Wort scheint für Theresa im Augenblick nicht existent zu sein. Selbst der Hinweis, dass sie ja Weihnachten fern ihrer Familie feiern wird, kann sie nicht erschüttern. „Oh“, ruft sie aus, „ich freue mich schon so auf weiße Weihnachten. Meine Eltern werden anrufen und Pakete schicken, dann passt das schon.“

Zur Bewerbung gehört es auch, dass die Austauschschüler einen Brief an ihre potentiellen Gasteltern schreiben, in dem sie von ihrem Tagesablauf, Vorlieben und Hobbies berichten. Mögliche Gasteltern bekommen die Briefe der Austauschschüler zu lesen und suchen sich ihr passendes Gastkind danach aus. „Meine Gastmutter liest genauso gerne wie ich und auch sie näht gerne, das passt schon“, freut sich Theresa. Geschrieben haben sich Gastmutter und Gasttochter schon häufiger und auch das scheint zu passen.

Wann es los geht, dass ist nicht so ganz klar. Es gäbe am 5. und auch am 19. jeweils einen Gruppenflug. „Man kann auch ganz kurzfristig Bescheid bekommen", sagt Theresa. „Ich kenne auch Schüler, die wurden am Morgen informiert, dass ihr Flug am Abend geht.“ Aber auch das kann Theresa nicht schrecken, ihren Koffer hat sie schon gepackt. „Das passt schon“, sagt sie und lacht.

Michelle Müntefering: „Mir liegt es am Herzen, dass sich auch Gastfamilien in Deutschland melden, die einen Gastschüler aus den USA bei sich zu Hause aufnehmen. gerade hier in Herne suchen wir noch Gastfamilien.“ (halloherne berichtete) „Aber auch Kinder und Jugendliche sollen sich bewerben, für die ein Auslandsjahr nicht so selbstverständlich erscheint. Sie werden gut vorbereitet und da es ja ein Voll-Stipendium ist, muss sich niemand über die Kosten Sorgen machen. Ich möchte junge Leute dazu ermutigen in die Welt hinaus zu gehen."

PPP

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) wurde 1983 zwischen dem Kongress der Vereinigten Staaten und dem Deutschen Bundestag vereinbart. Jedes Jahr reisen jeweils Schüler und auch Auszubildende aus Deutschland und Amerika in das jeweilige Partnerland, um dort in einer Gastfamilie zu leben, zur Schule oder ins College zu gehen.

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