Brief zur Sportlerehrung Jugend

Zur Sportlerehrung Jugend (halloherne berichtete) hat halloherne-Leser Roland Jensen, vom Taekwon-Do Verein Wanne e.V., folgenden Brief geschrieben:

Taekwon-Do ist schon kompliziert, das erkennt man an der Vielzahl der Fachverbände. Der Anfänger ist dabei schon überfordert und dem Fachbereich Sport der Stadt Herne geht es sicher ähnlich. Wie sonst erklärt es sich, das ein drittplatzierter bei einer Deutschen Meisterschaft jüngst geehrt wurde, der erstplatzierte aber nicht, oder der Teilnehmer und Gewinner eines zweiten Platzes bei einer Europameisterschaft in Woking England ebenfalls nicht berücksichtigt wurde. Ja, es gibt grundsätzliche Unterschiede ob ich jetzt Taekwon-Do im WT (vorm.WTF) oder ITF oder traditionell ausführe. Jeder Fachverband ist hier in Deutschland vertreten und zeigt wie vielfältig Taekwon-Do ist. Es kann als Freizeit- und Breitensport für Jung und Alt betrieben werden, aber auch als Leistungssport.

Jeder Fachverband bietet dazu Meisterschaften unterschiedlicher Qualität an, je nachdem wieviele Vereinsmitgliedschaften ein Verband hat. Dieser Unterschied ist wesentlich für die Ausrichtung ob offen oder Verbandsintern eine Meisterschaft ausgetragen werden kann. Die Fachverbände WT (World Taekwondo) oder ITF (International Taekwon-Do Federation) sind vom Grundsatz der Techniken und Auffassung, schon total unterschiedlich und passen deswegen schon sehr schwer zusammen. Aufgrund der Macht und Intrigen im Sport, in Korea wurde Anfang der siebziger Jahre, das WT gegründet und wurde Olympisch da wichtige Vertreter des IOC in diesem Verband mehr Möglichkeiten sahen bzw. darin vertreten waren. Die ITF unter dem Gründer Choi Hong-Hi entwickelte sich jedoch weiter und leidet nach dem Tod des Gründers, an einer grundlegen Dreispaltung im System, die sich auch in Deutschland und insbesondere in Herne wiederfindet. Diese Verbände bieten Deutsche- , Europa- und Weltmeisterschaften an und die Jugendlichen und Erwachsenen können dort teilnehmen. Das Problem ist dann gegeben, wenn es mehrere Gewinner in einer Altersgruppe gibt, nur eben halt in unterschiedlichen Verbänden.

Wen ehrt man jetzt? Man könnte sich auf den Olympischen Part zurückziehen, dann wäre es nur den Vereinen anzuerkennen, die zur WT gehören. Lässt man die Teilnahme an Europa oder Weltmeisterschaften bei den anderen außer Acht? Wie geht man mit offenen Deutschen Meisterschaften um, an denen jeder teilnehmen kann, ist das noch Ehrungswürdig? Es gibt insgesamt Acht Vereine in Herne die Taekwon-Do/Taekwondo anbieten und diese leisten tolle Arbeit. Jemanden für seine Leistungen zu ehren und einen anderen nicht, obwohl er besser war, wirft einige Fragen über das Auswahlsystem auf. Ist den Verantwortlichen in den Auswahlgremien überhaupt zuzumuten, sich in allen Belangen des Sports so auszukennen? Wie geht man damit um, wenn offensichtlich Leute nicht geehrt wurden, obwohl Sie es verdient hätten. Diese Fragen gilt es zu beantworten und Fehler zu korrigieren, um in Zukunft auf die wirklich stolz zu sein, die unsere Stadt national und international vertreten und bekannt machen.

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