Arbeitsschutz-Experten kommen nach Herne

'DAS GmbH' ab August 2021 im Shamrockpark zu finden

Der Shamrockpark.
Der Shamrockpark von oben - in eins der Gebäude zieht die Deutsche Arbeitsschutz GmbH (DAS) (Archivbild). Foto: Dietmar Klingenburg

Das 2020 gegründete Digital-Unternehmen Deutsche Arbeitsschutz GmbH (DAS) verlegt zum 1. August 2021 seinen Firmensitz von Hamburg in den Herner Shamrockpark. Die Firma möchte Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit neu mit digitalen, effizienten, sozialen und kostengünstigen Lösungen für Wirtschaft und Verwaltungen definieren. Zunächst sind drei Mitarbeiter am neuen Standort eingeplant, weitere werden in Deutschland verteilt arbeiten.

Die Umsiedlung in das Ballungsgebiet Ruhrgebiet soll Kunden als auch Partnern weitere Synergien und eine bessere Marktbegleitung bieten. Das Hauptaugenmerk legt das Unternehmen auf das Homeoffice, welches besonders seit der Corona-Pandemie extrem an Bedeutung gewonnen hat und die Arbeitswelt vermutlich auch weiter begleiten wird - möglicherweise in Hybridformen mit teils Präsenz und teils Homeoffice (halloherne berichtete).

Die DAS bietet Lösungen an, um den Arbeitsschutz zu gewährleisten. Dazu gehören individuelle Desk-basierte Komplettlösungen, die die Bestellung, Unterweisung, E-Learning, Gefährdungsbeurteilungen und arbeitsmedizinische Prävention bieten.

Digitales Tool

„Der Arbeitsschutz ist nichts neues, auch wenn seit fünf Jahren Unternehmen dafür sorgen müssen, dass bei jedem Mitarbeiter die Sicherheit gewährleistet ist. Jedoch prüft das im Homeoffice niemand. Bei uns gibt es ein digitales Tool, bei dem jeder Mitarbeiter die Fragen beantworten kann und die Antworten anschließend ausgewertet werden, ohne dass es der Arbeitgeber sieht. Im Anschluss schauen wir, was man verbessern kann und sprechen Handlungsempfehlungen aus“, erläutert Michaela Eberle, Geschäftsführerin bei der DAS. Sie war zuvor bei einer IHK in Baden-Württemberg als Hauptgeschäftsführerin beschäftigt.

Die Deutsche Arbeitsschutz GmbH (DAS) zieht nach Herne: (v.li.) OB Dr. Frank Dudda, Beiratsvorsitzender Prof. Jürgen Gramke, Geschäftsführerin Michaela Eberle, Gesellschafter Karl Benno Nagy und Geschäftsführer Dr. Andreas Hollstein.
Die Verantwortlichen: (v.li.) OB Dr. Frank Dudda, Beiratsvorsitzender Prof. Jürgen Gramke, Geschäftsführerin Michaela Eberle, Gesellschafter Karl Benno Nagy und Geschäftsführer Dr. Andreas Hollstein. Foto: Marcel Gruteser

Digital sei es bis zu 90 Prozent kostengünstiger als analog. Wichtig sei, herauszufinden, was die Arbeitnehmer belastet. Das Tool arbeite mit Algorithmen und einer künstlichen Intelligenz. Generell sei der Arbeitsschutz oft nicht so gut wie gedacht.

Homeoffice hat Zukunft

Dr. Andreas Hollstein, ebenfalls Geschäftsführer bei der DAS, möchte mit der Firma dazu beitragen, dass das Homeoffice in der Zukunft wächst, da viele Mitarbeiter gerne von dort oder in der Hybridform weiterarbeiten möchten. Hollstein wurde bundesweit als Bürgermeister von Altena im Märkischen Kreis (NRW) bekannt, als er Ende November 2017 von einem 56-jährigen Mann in einem Dönerladen mit einem Messer am Hals verletzt wurde. Der Angreifer hatte sich lautstark abfällig über Hollsteins liberale Flüchtlingspolitik geäußert. Der Täter wurde später zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Im Shamrockpark.
Der Shamrockpark erhält Zuwachs (Archivbild). Foto: Fakt AG

Prof. Jürgen Gramke, Beiratsvorsitzender bei der DAS, betrachtet nach eigenen Angaben seit Jahren die Entwicklung von Herne. „Wir haben einen Standort gesucht, an dem Zukunftslösungen gut entwickelt werden können. Den haben wir mit dem Shamrockpark gefunden“, sagte Gramke. Herne setzte sich so gegen die Metropolen Berlin, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Stuttgart durch. Der Shamrockpark liege verkehrsgünstig und habe weitere Unternehmen in direkter Nachbarschaft, die zukunftsorientiert arbeiten.

Passt in den Spirit der Stadt

Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda lobte die Ansiedlung: „Dieses Unternehmen passt gut in den neuen Spirit der Stadt. Kurz nach der neuen Geschäftsstelle der Hochschulallianz ruhrvalley ist das ein weiterer Pluspunkt (halloherne berichtete).“ Die Pandemie habe als Beschleuniger für digitale und innovative Lösungen gewirkt. „Trotzdem haben wir da erheblichen Nachholbedarf“, so Dudda.

Auch Eric Weik, Hauptgeschäftsführer IHK Mittleres Ruhrgebiet, freut sich über den Neuzugang im Kammerbezirk: „Mit der Orientierung an digitalen Lösungen passt die DAS optimal in die Region. Das Unternehmen orientiert sich zudem an Megatrends wie Gesundheit, Konnektivität und New Work – also Themen, denen wir uns als Kammer ebenfalls verschrieben haben und die unsere tägliche Arbeit beeinflussen.“ Nach der lang anhaltenden Corona-Krise gelte es jetzt, die Wirtschaft in der Region wieder anzukurbeln.

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