Jahresstatistik zeigt Übersicht über die Klagen und Verfahren
So viel hatte das Arbeitsgericht 2025 zu tun
Das Arbeitsgericht Herne, zuständig für die Stadt Herne sowie für den gesamten Kreis Recklinghausen (mit Ausnahme der Stadt Gladbeck), legte am Mittwoch (4.2.2026) seine aktuelle Jahresstatistik für 2025 vor.
Demnach sind im Jahr 2025 insgesamt 2.489 Klagen im Bereich der Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie darüber hinaus 16 Beschlussverfahren in betriebsverfassungsrechtlichen Streitigkeiten eingegangen – eine in etwa gleichbleibende Verfahrenszahl verglichen mit dem Vorjahr nach einem deutlichen Vorjahresanstieg in 2024 von rund 20 Prozent.
Drittmeiste Verfahren in Westfalen
Dabei hat sich der Anteil der regelmäßig komplexen Beschlussverfahren wie zum Beispiel die Anfechtung von Betriebsratswahlen und Fragen der betrieblichen Mitbestimmung etwas reduziert. Damit bleibt das Arbeitsgericht Herne hinter den Arbeitsgerichten Dortmund und Bielefeld das Gericht mit den meisten Verfahren in der westfälischen Arbeitsgerichtsbarkeit. Für die aktuellen fünf Richterstellen bedeutet dies eine durchschnittliche Prokopfbelastung je Vollkammer von rund 500 jährlich neu zu bearbeitenden Verfahren.
„Bei den Streitgegenständen handelt es sich in der Mehrheit um Bestandsstreitigkeiten, insbesondere Kündigungsschutzklagen. Deren Anteil an den zu bearbeitenden Verfahren hat sich im letzten Jahr auf 62 Prozent erhöht. Offenbar kommt es zu vermehrten Kündigungen, worin sich die wirtschaftliche Lage spiegeln dürfte. Den nächstgrößeren Anteil machen sogenannte Zahlungsklagen aus, bei denen es um finanzielle Ansprüche verschiedenster Art wie z.B. Vergütungen, Sonderzahlungen, Boni und Urlaubsentgelt geht“, teilt Direktor Dr. Sascha Dewender mit.
Fast 2.700 Verfahren beendet - viele mit einem Vergleich
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 2.697 Verfahren erledigt. Hiervon endeten weniger als fünf Prozent durch ein streitiges Urteil, die große Mehrheit (67 Prozent) wurde durch einen Vergleich beendet. „Die Zahl der Klageeingänge bleibt recht stabil. Im zurückliegenden Jahr konnte die überwiegende Mehrzahl der Verfahren sehr zügig bearbeitet werden. So wurden rund 70 Prozent der Verfahren in weniger als drei Monaten nach Eingang abgeschlossen. Damit konnten wir unsere hohe Arbeitsgeschwindigkeit für die Beschäftigten und Unternehmen auf sehr hohem Niveau halten“, führt Dewender weiter aus.