Antikriegstag am Kugelbrunnen

Anti-Kriegstag in Herne am Samtsta (1.9.2018) am Kugelbrunnen.
Anti-Kriegstag am Kugelbrunnen. Foto: Merlin Morzeck
Dennis Kazakis. Anti-Kriegstag in Herne am Samtsta (1.9.2018) am Kugelbrunnen.
Dennis Kazakis. Anti-Kriegstag am Kugelbrunnen. Foto: Merlin Morzeck

Der Herner DGB, die Friedensinitiative und das Herner Sozialforum hatten am Samstag (1.9.2018), dem Antikriegstag, zu einer Anti-Kriegstag-Aktion aufgerufen. Der Tag des Friedens steht in mahnender Erinnerung an den deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939. Allerdings hatte der Aufruf auch eine traurige Aktualität: Anfang der Woche verstarb in Chemnitz ein 35-jähriger Deutsch-Kubaner, nachdem er zuvor mit Messerstichen niedergestochen wurde. Die Herner Organisatoren: „ Der brutale Mord an einem jungen deutsch-cubanischen Tischler muss ebenso unnachsichtig aufgeklärt werden, wie die brutalen Ausschreitungen und Übergriffe von Rechtsextremisten.“

Anti-Kriegstag in Herne am Samtsta (1.9.2018) am Kugelbrunnen.
Anti-Kriegstag am Kugelbrunnen. Foto: Merlin Morzeck

Daher riefen sie dazu auf, die Aktion in Herne auch zu nutzen um "gegen die von Neonazis erzeugte Pogromstimmung, gegen Selbstjustiz und das offensichtliche Staatsversagen der sächsischen Landesregierung zu protestieren." Rund 200 Menschen aus den Gewerkschaften, der Linken, der MLPD und dem KAZ folgten der Einladung um zusammen für den Frieden und gegen Faschismus zu demonstrieren - und das friedlich. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Herner DGB-Vorsitzenden Eric Lobach, musikalisch wurde die Aktion von Krysztof Daletski. Gemeinsam sangen die Besucher gegen die Rüstungsindustrie, dazu gab es szenische Lesungen gegen Krieg und Hochrüstung.

Anti-Kriegstag in Herne am Samtsta (1.9.2018) am Kugelbrunnen.
Anti-Kriegstag am Kugelbrunnen. Foto: Merlin Morzeck

Und es kam, wie es kommen musste: Neben dem Kugelbrunnen hatte sich zur Anti-Kriegstag-Aktion eine kleine, aber dafür sehr laute Gruppe an Gegendemonstranten eingefunden. „Pfui. Hört auf die Menschen gegeneinander aufzuhetzen“, schrie eine Frau einem Friedensredner ins Gesicht. Es folgten einige lautstarke Diskussionen zwischen den Lagern. Den Vertretern der Presse fiel es schwer zu fotografieren. Einigen Gegendemonstranten schien die Pressefreiheit kein Begriff zu sein, Fotoapparate wurden demzufolge ungern gesehen. Insgesamt blieb es eine friedliche, aber auch unspektakuläre Veranstaltung zum Friedenstag.

Mehr Menschen für den Frieden hätten ihr gut getan. Die Massen blieben aus. Frieden scheint wohl keine Massenbewegung mehr wert zu sein.

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