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Jusos Herne stehen der geplanten Videoüberwachung an der Realschule Crange skeptisch gegenüber (Symbolfoto).

Stellungnahme der Herner Jusos

Zur geplanten Videoüberwachung an der RS Crange

Zu dem von der SPD-Fraktion in Herne unterstützten Vorhaben, Kameratechnik an der Realschule Crange zur Bekämpfung von Drogenhandel einzusetzen (halloherne berichtete), nehmen Amelie Menges und Alexander Stahl, die Vorsitzenden der Jusos Herne, sowie Dennis Avci, Beisitzer im Vorstand der Jusos Herne und Schüler an der Gesamtschule Wanne, in einer Pressemitteilung vom 20. November 2023, wie folgt Stellung:

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Alexander Stahl: „Der Einsatz von Videotechnik zur Bekämpfung von Drogenhandel und -konsum ist reine Symptombekämpfung. Die Ursache wird dabei nicht angegangen. Nicht eine Droge weniger wechselt dadurch den Besitzer oder wird weniger konsumiert, wenn Kameratechnik zum Einsatz kommt. Vielmehr verlagert sich das Problem an andere Orte. Zudem schreckt der Einsatz von Überwachungstechnik Schüler davon ab, sich nach Unterrichtsende in ihrer Freizeit auf dem Gelände der Schule aufzuhalten. Für viele junge Menschen sind Schulhöfe einer der wenigen öffentlichen Orte, an denen sie ohne Konsumzwang und Anwesenheit von Autoritätspersonen Zeit verbringen können. Doch gerade für junge Menschen sind solche Orte ungemein wichtig für die eigene Entwicklung. Auch ist ungewiss, mit welchen Ressourcen oder Personal die Aufnahmen ausgewertet werden sollen. Als Jusos sind wir grundsätzlich kritisch, wenn das einfachste Mittel zur Bekämpfung eines Problems immer 'mehr Überwachung' darstellen soll.“

Amelie Menges: „Wir sind uns der besonderen Stellung von Schulhöfen im Vergleich zu anderen öffentlichen Orten bewusst, daher finden wir es grundsätzlich begrüßenswert, dass die SPD-Fraktion diese als besonders schützenswert ansieht. Schulhöfe müssen sichere Orte für junge Menschen sein, an denen sie sich aber eben auch frei bewegen können. Daher sehen wir den Einsatz von Kameratechnik kritisch. Stattdessen würden wir eine stärkere Präsenz von Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen, auch gemeinsam mit dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD), begrüßen, um das Problem nachhaltig zu lösen. Auch ist es für eine wirksame und präventive Bekämpfung von Drogenhandel und –konsum wichtig, die Schülerinnen und Schüler frühzeitig und kontinuierlich aufzuklären.“

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Dennis Avci: „Insgesamt wünschen wir uns, dass bei Problemen an Schulen gerade auch die Schülerinnen und Schüler vor Ort mit einbezogen werden. Sie sind die vorrangig Betroffenen, welche wir schützen wollen. Daher gebührt ihnen auch ein Mitspracherecht in dem Prozess. Viel zu häufig noch werden junge Menschen nicht in politische Entscheidungen mit eingebunden, auch wenn diese sie explizit betreffen. Dies sorgt für Politikverdrossenheit. Für den weiteren Verlauf des Pilotprojektes und insbesondere für die Evaluierung wünschen wir uns daher besonders, dass auch die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben werden, sich Gehör zu verschaffen und sich zu beteiligen.“

| Quelle: Jusos Herne