Welt-Roma-Tag

8. April internationaler Aktionstag

Die Roma-Flagge: Blau steht für den Himmel, grün für die Erde – ein Ausdruck der Naturverbundenheit der Roma. Das als Chakra erkennbare Rad verweist auf die indische Herkunft.
Die Roma-Flagge: Blau steht für den Himmel, grün für die Erde – ein Ausdruck der Naturverbundenheit der Roma. Das als Chakra erkennbare Rad verweist auf die indische Herkunft. Foto: Wikipedia

Seit 1990 wird alljährlich der 8. April als Welt-Roma-Tag begangen. Mit mindestens zehn Millionen Mitgliedern gelten die Roma als größte internationale Minderheit Europas, die auch in Herne zahlreich vertreten ist. Der weltweite Aktionstag soll auf ihre Situation aufmerksam machen, auf ihre Stigmatisierung und Verfolgung. In Herne kämpft die PLANB-Servicestelle gegen Diskriminierung für die Rechte der Roma in der Stadt.

Der Roma-Tag erinnert an den ersten Welt-Roma-Kongress, der 1971 in London stattfand. Dort wurden erstmals staatenübergreifend soziale und kulturelle Fragen in Bezug auf Roma diskutiert. Vertreter aus verschiedenen Ländern erklärten die Roma zu einer eigenen Nation, der Begriff „Roma“ sollte fortan frühere, diskriminierende Bezeichnungen ersetzen. Außerdem verabschiedete der Kongress die Flagge und die Hymne der Roma, das Lied „Gelem Gelem“ („Ich bin weit gewandert“). Damit waren zwei wichtige Symbole der weltweiten Roma-Bürgerrechtsbewegung geboren. Zur Erinnerung an diesen Kongress wird seit 1990 alljährlich der 8. April als Welt-Roma-Tag begangen. Er soll nicht nur auf Diskriminierung und Verfolgung aufmerksam machen, sondern auch die Roma-Kultur feiern.

Langlebige Vorurteile

Doch auch 50 Jahre nach dem Londoner Kongress sind die Vorurteile der Mehrheitsbevölkerung längst nicht überwunden. Das zeigen ganz deutlich die Erfahrungen der PLANB-Servicestelle gegen Diskriminierung in Herne. Hier und in früheren Projekten arbeitet der Träger, der gemeinnützige Verein PLANB Ruhr e. V., seit 2016 für die Integration und Unterstützung von Zuwandererfamilien aus Südosteuropa, besonders aus Rumänien und Bulgarien. In dieser Zeit beobachteten und dokumentierten die Berater von PLANB sowohl in gemeinsamen Projekten unter Federführung der Stadt Herne als auch in eigenen Angeboten vielfältige Diskriminierungserfahrungen der Ratsuchenden.

Speziell über Sinti und Roma existieren auf allen Ebenen weiterhin viele Vorurteile. Hier liegt darum ein Schwerpunkt der neuen Servicestelle, die im Dezember 2020 ihre Arbeit aufnahm. Die Servicestelle bietet regelmäßige Einzelberatung in Fällen von Diskriminierung – sei es durch Behörden, Arbeitgeber oder Vermieter, in der Freizeit oder Schule, durch Bildungsträger, soziale Institutionen oder in der Gesundheitsversorgung. Vielfalt und der Kampf gegen Diskriminierung brauchen Zusammenarbeit. Deshalb ist es besonders wichtig, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und dem Thema Gehör zu verschaffen.

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