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Celina Linke (l.) und Sabine Dreßler (r.) zeigen den marokkanischen Auszubildenden Oussama Elkholfi, Fadwa Fagrouch und Ayoub Mouhou (v.l.) den Campus der St. Elisabeth Gruppe.

Von Marokko nach Herne für die Pflegeausbildung

2.180 Kilometer für die Ausbildung – so viele Kilometer haben Oussama Elkholfi, Ayoub Mouhou und Fadwa Fagrouch aus dem Norden Marokkos zurückgelegt um in Herne als Pflegekraft ausgebildet zu werden. Die drei sind Teil eines Pilotprojekts der Pflegeschule der St. Elisabeth Gruppe, um ausländische Auszubildende für den Pflegeberuf in Deutschland zu gewinnen.

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Die Marokkaner haben am 1. Oktober 2023 ihre dreijährige Berufsausbildung zur Pflegefachkraft begonnen. „Wir haben die drei Auszubildenden aus Marokko aus einer Vielzahl an Bewerbern ausgewählt“, erklärt Sabine Dreßler, Leitung der Pflegeschule der St. Elisabeth Gruppe. Neben den theoretischen Inhalten am Campus in Herne lernen die zukünftigen Pflegefachkräfte in Praxiseinsätzen den Pflegealltag in den Einrichtungen der St. Elisabeth Gruppe kennen und rotieren dafür auf verschiedenen Stationen mit unterschiedlichen Fachrichtungen. Begleitet werden sie dabei von erfahrenen Ausbildungsleitern und Pflegekräften.

Unterstützung nach der Ankunft

Celina Linke ist die Hauptansprechpartnerin des Projekts und steht den marokkanischen Auszubildenden mit Rat und Tat zur Seite. Sie hat bereits die Pflegeausbildung in der St. Elisabeth Gruppe erfolgreich abgeschlossen und studiert derzeit den Masterstudiengang „Pädagogik und digitales Lernen“ am Campus der St. Elisabeth Gruppe.

Nach der Ankunft der Marokkaner in Deutschland musste sich um viel gekümmert werden – Konto eröffnen, Meldebescheinigung bei der Stadt Herne abholen, Untersuchung beim Hausarzt und Campus kennenlernen standen auf dem Programm. „Am ersten Tag waren wir auch direkt zusammen einkaufen und haben die Umgebung erkundet“, erzählt Celina Linke.

Vorteile der Pflegeausbildung in Deutschland

Die marokkanischen Auszubildenden haben vor allem die Qualität der Pflegeausbildung und Deutschlands guter Ruf überzeugt. „Ich finde es sehr gut, dass die St. Elisabeth Gruppe viele verschiedene Einrichtungen hat, so kann ich während der Ausbildung viele Fachbereiche kennenlernen“, sagt Oussama Elkholfi. In Marokko gebe es nur die Möglichkeit einer privaten Pflegeausbildung, bei der man jeden Monat Geld bezahlen müsse, erzählen die Auszubildenden. Ein entsprechendes Studium sei zwar kostenlos, aber dafür seien die Zugangsvoraussetzungen sehr beschränkt. Außerdem verdiene man während des Studiums kein Geld, anders als bei der Ausbildung in Deutschland.

Berufswunsch Pflege

Vorm Start ihrer Ausbildung haben die Marokkaner schon Erfahrung im pflegerischen Bereich gesammelt. Ayoub Mouhou hat nach dem Abitur zunächst eine zweijährige Ausbildung zum Fachtechniker Betriebsmanagement abgeschlossen. Die technische Arbeit hat den 23-Jährigen allerdings nicht angesprochen, sodass er sich nach einem Pflegebasiskurs für diesen Bereich entschieden hat. Fadwa Fagrouch hat nach ihrem naturwissenschaftlichen Abitur Praktika im Bereich Pflege und Erste-Hilfe gemacht. „Ich finde besonders die Kinderkrankenpflege spannend und möchte mich gerne dahingehend spezialisieren“, so die 20-Jährige. Oussama Elkholfi hat nach dem Abitur mehrere Praktika im Krankenhaus gemacht. Der 22-Jährige findet besonders die Arbeit im OP spannend und könnte sich eine Weiterbildung in dem Bereich vorstellen.

Voraussetzung für die Pflegeausbildung

Neben pflegerischer Vorerfahrung durch Praktika waren unter anderem gute Deutschkenntnisse Voraussetzung für die Ausbildung in Deutschland, um den Unterrichtsinhalten, die ausschließlich auf Deutsch vermittelt werden, auch gut folgen zu können. Alle drei Auszubildenden lernen seit ca. einem Jahr Deutsch und beherrschen darüber hinaus noch weitere Sprachen.

Um den Dreien den Einstieg zu erleichtern, bekommen sie jeweils einen deutschen Tandempartner, der ihnen hilft, die Sprachkenntnisse kontinuierlich zu verbessern. Neben dem Erlernen der Sprache können die Marokkaner so direkt auch Kontakte knüpfen. Der Campus hat zudem noch einen Kurs zur Sprachförderung initiiert. „In dem Kurs arbeiten wir viel mit Texten, um das Sprachverständnis auch über die Alltagssprache hinaus zu fördern“, erklärt Celina Linke.

Herausforderungen in Deutschland meistern

„Die Sprache wird in Deutschland erstmal eine Hürde sein. Ich muss mich erst noch daran gewöhnen, die ganze Zeit eine Fremdsprache zu sprechen“, erzählt Ayoub Mouhou. Außerdem sehen die marokkanischen Auszubildenden die neue Kultur als Herausforderung. „In Deutschland ist das Leben anders als bei uns zu Hause. Das fängt schon beim Bus fahren und Einkaufen an. Aber auch die Gebäude sehen ganz anders aus“, so Ayoub Mouhou. „Mir ist direkt aufgefallen wie ruhig es hier ist. Bei uns hört man immer Leute auf der Straße reden“, ergänzt Fadwa Fagrouch. „Außerdem ist es in Deutschland deutlich kälter.“

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Celina Linke ist zuversichtlich, dass die drei die kommenden Herausforderungen meistern. „Ich wünsche ihnen, dass sie sich bei uns gut aufgehoben fühlen und sich gut integrieren“, so die Masterstudentin.

Montag, 20. November 2023 | Quelle: St. Elisabeth Gruppe