Verkehrsteilnehmer kontrolliert

Roadpol Safety Days

Ein besonderes Augenmerk hatte die Polizei am Mittwoch (16.9.2020) auf die Verkehrsteilnehmer in Herne, Bochum und auch Witten. Im Fokus stand dabei das Thema 'Ablenkung im Straßenverkehr'. Das Tagesergebnis: 55 Pkw-und ein Lkw-Fahrer müssen nun mit einem Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Sie hatten das Handy während der Fahrt benutzt. Auch ein Radfahrer konnte während der Fahrt nicht auf sein Mobiltelefon verzichten. Auch auf ihn kommt nun ein Bußgeld in Höhe von 55 Euro zu.

Mit dieser Schwerpunktaktion hat sich das Polizeipräsidium Bochum an der europaweiten Aktionswoche Roadpol Safety Days (16. bis 22. Septembe- 2020) beteiligt, die auf Unfalltote und Schwerverletzte im Straßenverkehr aufmerksam machen soll.

Jeden Tag sterben in Europa durchschnittlich 70 Menschen im Straßenverkehr. Im Bereich des Polizeipräsidiums waren es 2019 zwei Menschen, im ersten Halbjahr 2020 fünf Menschen. Ziel der Roadpol Safety Days ist es, die Zahl der Verkehrsunfalltoten bis 2050 auf Null zu reduzieren und alle Verkehrsteilnehmer zum Nachdenken zu bringen. Das Thema soll immer wieder in den Fokus rücken und die Menschen dazu sensibilisieren, sich nicht ablenken zu lassen - egal ob im Auto, Lkw, auf dem Motorrad, dem Fahrrad, dem E-Scooter oder als Fußgänger.

2019 3.000 Verstöße

Im Jahr 2019 hat die Polizei in Bochum, Herne und Witten über 3.000 Verstöße wegen unzulässiger Nutzung von Mobiltelefonen festgestellt, eine Reihe von Verkehrsunfällen standen auch in Zusammenhang mit Handy am Steuer. Für die nordrein-westfälische Polizei ist die Ablenkung durch mobile Geräte, wie Smartphone und Tablet, ein Schwerpunkt bei der Verkehrsunfallbekämpfung. Sie klärt nicht nur heute über die die Gefahren auf und ahndet konsequent Verstöße.

Die Fakten

Etwa die Hälfte aller Autofahrer nutzt das Mobiltelefon während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung. In der Altersgruppe der 30- 44-Jährigen sogar acht von zehn. Im Durchschnitt verfasst jeder sechste Autofahrer während der Fahrt Textnachrichten, jüngere Fahrer sogar noch häufiger. Jeder vierte bedient sein Navigationsgerät während der Fahrt. Dabei erhöhen solche Ablenkungen das Risiko eines Unfalls erheblich. So ist zum Beispiel das Handy am Steuer genauso gefährlich als mit 0,8 Promille zu fahren.

Ablenkung erhöht die Unfallgefahr

Dabei muss klar sein: Wer physisch, psychisch oder emotional abgelenkt ist, erhöhte die Wahrscheinlichkeit eines Verkehrsunfalls enorm. So zeigen Studien, dass zum Beispiel das Nutzen eines Smartphones während der Fahrt 164 Mal häufiger zu einem Unfall führt als ohne. Hinweise der Polizei Ablenkung und Unaufmerksamkeit sind eine große Gefahr. In knapp 80 Prozent der Verkehrsunfälle ist Unaufmerksamkeit mitverantwortlich. Übrigens: Die Polizei stellt mobile Geräte nach schweren Verkehrsunfällen sicher, wenn der Verdacht besteht, dass der Fahrer dadurch abgelenkt gewesen sein könnte.

ipps der Polizei für sicheres Fahren, ohne Ablenkung

  • Zeitdruck ist ein schlechter Mitfahrer. Fahren Sie frühzeitig los und achten Sie darauf, dass Sie ihr Frühstück noch zuhause essen. Zeitdruck verleitet dazu, während der Fahrt noch schnell ein Brötchen zu essen oder auch Nachrichten zu senden oder zu lesen.
  • Achtung Auffahrunfall: Stellen Sie Ihr Navis noch vor Abfahrt ein. Sie sind beim Tippen während der Fahrt bedeutend länger abgelenkt als Sie vermuten.
  • Beide Hände fürs Fahren und der Blick auf die Straße: Treten plötzliche und unvorhergesehene Situationen ein, können Sie diese so besser beherrschen und Unfälle vermeiden.
  • Smartphone einfach klingeln lassen oder vor der Fahrt auf lautlos stellen. Ein klingelndes Telefon erzeugt immer Stress! Halten Sie an geeigneter Stelle an und rufen Sie zurück.
  • Fahrer-Assistenzsysteme - informieren Sie sich über sinnvolle Fahrhilfen und deren Wirkung.
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