Venentag erstmals online

Bewegungsmangel in der Corona-Pandemie bedroht Beingesundheit

In der Corona-Pandemie informieren Prof. Markus Stücker (li.) und Prof. Achim Mummeerstmals online über Vorsorge-Möglichkeiten und Therapien bei Venenleiden. Foto: Kath. Klinikum
In der Corona-Pandemie informieren Prof. Markus Stücker (li.) und Prof. Achim Mumme erstmals online über Vorsorge-Möglichkeiten und Therapien bei Venenleiden. Foto: Kath. Klinikum Foto: Kath. Klinikum Bochum/hfr

Ob im Büro, am Ladentisch, im Auto oder durch die Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie: Wer sich wenig bewegt, lange sitzt oder steht, der strapaziert seine Venen. Die Folgen: Schwere Beine, geschwollene und schmerzende Waden, sichtbare Besenreiser und Krampfadern bis hin zu Thrombosen mit der lebensbedrohlichen Komplikation einer Lungenembolie. Welche Vorsorge- und Behandlungsmöglichkeiten es gibt, zeigt der Venentag am Mittwoch, 17. März 2021, der in diesem Jahr Corona bedingt erstmals online stattfindet. Über die Plattform „Zoom“ sind in der Zeit von 15 bis 18 Uhr kostenfreie Vorträge und weitere Informationen für gesunde Beine abrufbar, die das Venenzentrum des Katholischen Klinikums Bochum mit seinen Partnern AOK Nordwest, Firma medi und Sanitätshaus Amberg zusammengestellt hat. Weitere Informationen zum Programm des Venentags und zur Teilnahme via Zoom gibt es auf der Homepage des Katholischen Klinikums Bochum: www.venenzentrum-uniklinik.de.

„In Zeiten des Corona-Virus unterstützen wir gern das digitale Format des Venentages und hoffen auf große Resonanz in der Bevölkerung. Aktive Bewegung ist eine effektive Maßnahme, die Venengesundheit zu fördern und lässt sich einfach in den Alltag integrieren", sagt AOKServiceregionsleiter Jörg Kock.

Erste Diagnostik: Prof. Dr. Markus Stücker bei einer Ultraschalluntersuchung des Beinvenensytems.
Erste Diagnostik: Prof. Dr. Markus Stücker bei einer Ultraschalluntersuchung des Beinvenensytems. Foto: Kath. Klinikum Bochum/hfr

Die Teilnehmer des digitalen Venentages 2021 erwarten viele Informationen, wie sie Venenleiden vorbeugen können und wie Besenreiser, Krampfadern, Venenentzündungen oder Thrombosen mit modernster Diagnostik und Therapien im Venenzentrum Bochum behandelt werden. Neben Vorträgen über die Diagnostik, Behandlung und Kompressionstherapie bei Venenleiden, gibt es einer virtuelle OP-Führung sowie Tipps der AOK-Ernährungsberaterin zur gesunden Ernährung. Sportlich wird es bei einem Video zur Venengymnastik. Ebenfalls per Video erhalten die Teilnehmer Einblick in eine minimal-invasive Krampfader- oder Laseroperation. Während der gesamten Veranstaltung besteht die beantwortet werden.

Unsere Venen leisten Schwerstarbeit und pumpen Tag für Tag etwa 7.000 Liter Blut entgegen der natürlichen Schwerkraft zurück zum Herzen. Dennoch wird die Venengesundheit häufig allzu leicht unterschätzt und eher als kosmetisches Problem abgetan. Venenleiden sind eine Volkskrankheit: Quer durch alle Altersgruppen haben bereits jede fünfte Frau und jeder sechste Mann ein Venenproblem, das medizinisch behandelt werden müsste. „Ein Hauptrisikofaktor für die tiefe Beinvenenthrombose sowie die weiterführende und lebensbedrohliche Komplikation der Lungenembolie ist Bewegungsmangel.

Und durch die beiden Lockdown-Phasen haben sich die Venenleiden eher vermehrt“, erklärt Prof. Dr. Markus Stücker, Leitender Arzt am Venenzentrum des Katholischen Klinikums Bochum, Geschäftsführender Direktor der Universitätsklinik für Dermatologie und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie. Es gibt eine einfache Regel zur Vermeidung von Venenproblemen: „Lieber laufen und liegen, statt sitzen und stehen“, sagt Prof. Dr. Markus Stücker. Durch frühzeitige Vorsorgemaßnahmen lässt sich das Risiko, Krampfadern auszubilden, jedoch verringern. Bewegung ist ein gutes Mittel, um die Venen elastisch zu halten und ihre Funktion zu stärken. Deshalb darf der Alltag gerne bewegt ablaufen. „Bettlägerigkeit, aber auch mangelnde Bewegung durch die Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie, führen zu einer verminderten Aktivität der Wadenmuskelpumpe.

Dadurch wird das sauerstoffarme Blut in den Beinvenen langsamer und weniger zielgerichtet zum Herzen zurückgepumpt. Besonders gefährdet für Thrombosen sind Patienten mit Krampfadern, da in diesen erweiterten Beinvenen die Blutströmung besonders stark verlangsamt ist“, ergänzt Prof. Dr. Achim Mumme, Direktor der Universitätsklinik für Gefäßchirurgie im Katholischen Klinikum Bochum. Die Folgen können fatal sein: In den Krampfadern können sich Oberflächenthrombosen bilden, die in 25 Prozent der Fälle in tiefe Beinvenenthrombosen und in drei Prozent der Fälle sogar in Lungenembolien übergehen. Auch Sitzen schadet den Venen: Ob im Beruf oder Zuhause, die Deutschen sitzen zu viel - im Schnitt 7,5 Stunden am Tag und gefährden dadurch ihre Gesundheit. Wer viel sitzt oder steht, ist hinsichtlich möglicher Venenerkrankungen bereits gefährdet. Auch hohe Absätze, zu enge Schuhe oder Kleidung behindern die Durchblutung. Die Veranlagung für eine Venenschwäche ist meist vererbt. Schwangerschaften und ein zunehmendes Alter erhöhen das Risiko. Jedes überflüssige Kilo Körpergewicht belastet Beine und Venen, genauso wie das Rauchen.

Und: Auch bei einer COVID-19-Erkrankung treten vermehrt venöse Thrombosen und Lungenembolien auf, weiß Prof. Dr. Markus Stücker: „Dies liegt an direkten Schädigungen der Gefäßwand und an Gerinnungsstörungen, welche im Rahmen der Erkrankung auftreten können."

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Mittwoch, 17. März 2021, von 15 bis 18 Uhr
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