TV-Filme mit Krol und Möhring

„Die Auferstehung“ und „Hanne“

Joachim Krol und Leslie Malton.
Joachim Krol und Leslie Malton. Foto: SWR/Julia Terjung

Zwei neue Fernsehproduktionen mit Herner Schauspielern feiern jetzt Bildschirm-Premiere: Die Auferstehung von Niki Stein mit Joachim Krol als Altrevoluzzer Joschi im Ersten und Hanne von Dominik Graf mit Sönke Möhring auf Arte.

In Niki Steins Alt-68er-Tragikomödie nach einem Drehbuch von Karl Heinz Käfer, dem der gleichnamige Roman von Karl Heinz Ott aus dem Jahr 2015 zugrunde liegt, streiten sich untereinander verfeindete Geschwister ums Erbe. Papa (Petrer Maertens) ist tot. Seit Jahren wollte er mit seinen Kindern nichts mehr zu tun haben, weil sie mit seiner Lebensführung nicht einverstanden waren. Nun liegt der 89-Jährige friedlich eingeschlafen auf dem roten Sofa mitten im Wohnzimmer seiner gutbürgerlichen Villa in Ulm. Die eine Hand an der TV-Fernbedienung, die andere am Hosenschlitz. Seine Tochter Linda (Leslie Malton) alarmiert die drei Brüder Joschi (Joachim Krol), Jakob (Dominic Raacke) und Uli (Michael Rotschopf), nachdem sie den Vater so vorgefunden hat. Alle versammeln sich samt Ehepartnern Fred (Herbert Knaup) und Franziska (Brigitte Zeh) am Totenbett.

Der Vater, früher Chefarzt, seit Jahren verwitwet und zuletzt an Parkinson leidend, hatte eine überbordende Altersvirilität entwickelt, in der seine Pflegerin Anna Varga (Tatiana Nekrasov) eine nicht geringe Rolle spielte. „Die ungarische Hure“ wird die Frau in Papas Leben deshalb von den Geschwistern genannt, die befürchten, dass nach dem Ferienhaus in Arona auch ihr restliches Erbe an diese Frau gehen könnte. Zwischen Mitte 50 und Mitte 60 haben sie ihr Leben in Abgrenzung zur strebsamen Elterngeneration geführt. Nun könnten sie einen Erbteil gut gebrauchen. So beginnt eine intensive Suche nach dem Testament, um es gegebenenfalls gleich wieder verschwinden zu lassen. Doch die sechs müssen auf den Münchner Anwalt warten, ausgerechnet Max Schmeler das Schwein (Mathieu Carriere), dem die gesamte Schar seit Jahrzehnten grollt. Die erzwungene Wartezeit in Gesellschaft der väterlichen Leiche presst aus den Geschwistern mehr von ihren Lebensgeschichten heraus, als diese eigentlich preisgeben wollen. Als das Schwein endlich eintrifft, sind die Geschwister schon ziemlich zermürbt und Max obenauf. Zeit für den Showdown...

Regisseur Niki Stein (Big Manni) zu seiner Alt-68er-Tragikomödie: „Es ist meine Generation. Und auch ich habe drei Geschwister, nur waren meine Eltern so klug, uns nichts zu vererben. Karl-Heinz Ott und dem Drehbuchautor Karl Heinz Käfer ist ein wunderbarer Blick auf diese Generation gelungen, die sich irgendwie Zeit ihres Lebens an ihren Eltern abgearbeitet hat. Selbst angesichts des Todes der Eltern benehmen sie sich noch, wie Kinder. Alles kommt wieder hoch, herrlich, man kennt das!“ Zur Musik von Jacki Engelken hat sich ein erlesenes Schauspieler-Ensemble vor der Kamera Michael Schreitels versammelt, allen voran die explosiven Streithähne Leslie Malton und Joachim Krol (ungewohnt mit Vollbart). Die Auferstehung wird am Mittwoch, 5. Juni 2019, um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt und in der gleichen Nacht um 0:20 Uhr wiederholt. Einfacher ist freilich der Zugriff auf die ARD-Mediathek.

Ab Freitag, 7. Juni 2019, ist Sönke Wortmann in einer vergleichsweise kleineren Rolle als Sveni Kruse zu sehen in dem TV-Drama Hanne von Beate Langmaack (Buch) und Dominik Graf (Regie). Der Übergang in den Ruhestand ist ohnehin schon hart genug - nach 30 Jahren als rechte Hand der Geschäftsleitung. Für Hanne Dührsen (Iris Berben) kommt es gleich am ersten Tag ihres Rentnerinnendaseins dann noch viel schlimmer: Bei einer Routineuntersuchung vor einer kleineren Operation werden Auffälligkeiten in ihrem Blutbild gefunden. Eine mögliche Ursache der erhöhten Leukozytenwerte: Blutkrebs. Von einer Minute auf die nächste ist die sonst so aktive und jung gebliebene Frau gezwungen, sich mit ihrem möglicherweise viel zu schnell nahenden Lebensende auseinanderzusetzen.

Der genaue Befund steht noch aus, bis dahin bleibt Hanne noch ein ganzes Wochenende allein mit sich und ihrer Angst. Um nicht die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren, wagt sie die Flucht nach vorne: Sie bucht ein paar Nächte in einem Hotel in einer fremden Stadt und macht die Nacht zum Tag mit der lebensfrohen Dessousverkäuferin Uli (Petra Kleinert), die sie gerade erst kennengelernt hat. Außerdem kontaktiert sie spontan Heiner (Herbert Knaup), ihre große Liebe aus Studienzeiten, lernt Lkw fahren und Hühner rupfen – kurz: Sie lässt sich treiben, macht alles genau so, wie sie es sonst niemals täte... Hanne wird erstmals am Freitag, 7. Juni 2019, um 20:15 Uhr auf Arte ausgestrahlt und am Mittwoch, 12. Juni 2019, um 13:50 Uhr wiederholt. Das TV-Drama ist bis Samstag, 6. Juli 2019, in der Arte-Mediathek abrufbar.

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Mittwoch, 05. Juni 2019, um 20:15 Uhr

Weitere Termine:

  • Freitag, 07. Juni 2019, um 20:15 Uhr
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