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Bei der Präsentation des Buches „Theaterszene Ruhr“ vor den Kammerspielen des Schauspielhauses Bochum: Autor Hajo Salmen und Fotograf Fabian Linden (Mitte) mit zahlreichen Theatermachern aus dem Revier.

Martin Zaik und Sebastian Maier im Porträt

Theaterszene Ruhr

Die Theaterszene im Ruhrgebiet ist größer als in allen anderen Metropolregionen des Landes und wohl auch darüber hinaus. Ihr Facettenreichtum hat die beiden Bochumer Fabian Linden (Fotos) und Hajo Salmen (Texte) zum wundervollen Bild-Text-Band „Theaterszene Ruhr – Einblicke in die Theaterwelt“ inspiriert, der am Montag (27.11.2023) im Selbstverlag erschienen und in der Buchhandlung im Literaturhaus Herne erhältlich ist. Mit dem Mondpalast und dem Theater Kohlenpott werden zwei kulturelle Leuchttürme unserer Stadt vorgestellt. Dem Schauspieler Martin Zaik und dem Musiker Sebastian Maier sind zudem Einzelporträts gewidmet.

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Von Liebhabern für Liebhaber

Es ist, gerade rechtzeitig zur Weihnachtszeit, ein Buch von Liebhabern für Liebhaber und solche, die es erst noch werden wollen. Denn die vorgestellten 21 Theater in elf Städten zwischen Moers im Westen und Dortmund im Osten des Ruhrgebiets öffnen sich mit ihren Backstage-Bereichen, Magazinen, Werkstätten und Garderoben.

23 Mitarbeitende werden in Personenporträts vorgestellt und verdeutlichen die Vielfalt der unterschiedlichen Tätigkeiten beim Theater, von der Moerser Regieassistentin Victoria Wehrmann über die Leiterin der Kostümabteilung des Essener Grillo-Theaters, Simone Dosiehn, bis hin zu Christiane Kunick vom Garderoben- und Einlassdienst des Schauspielhauses Bochum. Ein Überblick über die Geschichte der vorgestellten Theater und Hinweise auf Besonderheiten ihrer Architektur ergänzen die 144-seitigen „Einblicke in die Theaterwelt“.

Martin Zaik im Mondpalast

Wer weiß schon, dass die Anfänge des Mondpalast-Urgesteins Martin Zaik beim politischen Theater und einer freien Bochumer Improvisations-Truppe namens „Hottenlotten“ liegen? Der Publikumsliebling hat nie eine Schauspielschule besucht, was kein Nachteil sein muss, wie die mehrfach national und international ausgezeichnete Herner Berufskollegin Maja Beckmann beweist.

Am 27. November 2023 ist der querformatige Foto-Text-Band „Theaterszene Ruhrgebiet – Einblicke in die Theaterwelt“ erschienen und in der Buchhandlung im Literaturhaus Herne Ruhr erhältlich.

Vielleicht war es seine Filmrolle in Bernd Schadewalds ZDF-Komödie „Schuld war nur der Bossa Nova“ 1992 an der Seite von Benno Fürmann, Jochen Vogel und Muriel Baumeister, die Thomas Rech dazu bewog, ihn ins Wanne-Eickeler Ensemble zu holen und im Eröffnungsstück „Ronaldo und Julia“ als „Bierkrug“-Wirt Gerd zu besetzen.

Hausautor Sigi Domke hat Martin Zaik mit der neuen Mondpalast-Komödie „Glück aus – Wenn die Liebe hinfällt“ die männliche Hauptrolle auf den Leib geschrieben. Und Thomas Rech erstmals einen zweiten Regiestuhl neben seinen gestellt: „Für mich ist es großartig, ein solches Kraft- und Ideenpaket wie Martin Zaik an meiner Seite zu wissen. Wir ergänzen uns großartig, und das Ensemble hat uns als Duo mit großer Freude aufgenommen.“ Für Zaik, seit fast 20 Jahren am Mondpalast fest engagiert, war mit dem Regie-Angebot ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen: „Ich wollte nicht von Anfang an im Mondpalast Regie führen, aber seit mindestens 19 Jahren.“

Theater-Hund Valli

Für das Gespann Hajo Salmen und Fabian Linden standen die Herner Flottmannhallen am 9. März 2023 am Anfang der Recherchereise kreuz und quer durchs Kulturgebiet Ruhrgebiet. Die mit Ausnahme von Hagen und Wesel alle Stadt- und Musiktheater des Regionalverbandes umfasste mit dem Ziel, den klischeehaften Ruhrpott-Dreiklang aus Fußball, Pommes Schranke und Industriekultur zu erweitern. Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit, aber immer mit dem Blick für die Menschen auf, vor und hinter der Bühne. Und im Sonderfall Prinz Regent Theater Bochum nicht nur auf die Geschäftsführerin Anne Rockenfeller gerichtet, sondern auch auf den vierbeinigen Betriebsklimabeauftragten „Valli“ Valerianus.

Sebastian Maier beim Theater Kohlenpott

Sebastian Maier ist seit 2006 musikalischer Leiter des Theater Kohlenpott. Und schrammte bereits 2022 mit der Produktion „Trial & Error – Die Lust am Scheitern“ knapp am deutschen Theater-Oscar „Der Faust“ vorbei. Schon als Zwölfjähriger hat er seine erste Band gegründet und ist heute mit seinem Label „Z-Muzik“ selbständiger Produzent mit eigenem Tonstudio.

Sebastian Maier, seit 2006 musikalischer Leiter am Theater Kohlenpott, war in dieser Funktion auch an der Kölner Produktion „Petra Pan“ des Comedia Theaters beteiligt, die es in Person der Titeldarstellerin Svea Kirschmeier auf die Shortlist des Theaterpreises „Der Faust“ gebracht hat.

Er arbeitet aber auch für andere Bühnen – wie das Kölner Comedia Theater. Dessen Produktion „Petra Pan“, inszeniert vom Kohlenpott-Theaterleiter Frank Hörner, hat es in Person der auch häufig in Herne spielenden Titeldarstellerin Svea Kirschmeier auf die Shortlist des diesjährigen Theaterpreises „Der Faust“ gebracht: ein enormer Erfolg, denn analog zum amerikanischen „Oscar“ ist bereits die Teilnahme an der Endrunde ein enormer Prestigegewinn.

Sebastian Maier und Svea Kirschmeier sind auch bei der neuen Urbanatix X-MAS-Show musikalisch dabei, die am 25. Dezember 2023 in der Essener Grugahalle Premiere feiert und danach dort bis Jahresende läuft: Streetart aus dem Ruhrgebiet trifft auf Weltklasse-Artistik bei einhundert Minuten voller atemberaubender Stunts und faszinierender Artistik.

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„Theaterszene Ruhr – Einblicke in die Theaterwelt“, Hardcover, 144 Seiten im DIN-A-4-Querformat, Erstauflage 500 Exemplare im Eigenverlag, 30 Euro, erhältlich in der Buchhandlung im Literaturhaus Herne Ruhr.

Mondpalast-Urgestein Martin Zaik (re.), hier mit Buchautor Hajo Salmen im Backstage-Bereich, spielt im neuen Komödien-Hit „Glück aus – Wenn die Liebe hinfällt“ nicht nur die männliche Hauptrolle, sondern hat erstmals auch Regie geführt.
| Autor: Pitt Herrmann