Steuererklärung und Unwetterschäden

Bund der Steuerzahler NRW gibt Tipps

Unwettereinsatz der Feuerwehr in Herne (NW) nach einem Starkregenereignis mit Niederschlagsmengen von 70 bis 110 mm, am Donnerstagabend (08.07.2021). Hier: vollgelaufene Keller von zwei Mehrfamilienhäusern an der Kleinen Martinistraße 65 - 67 in Wanne.
Unwettereinsatz der Feuerwehr in Herne (NW) nach einem Starkregenereignis mit Niederschlagsmengen von 70 bis 110 mm, am Donnerstagabend (08.07.2021). Hier: vollgelaufene Keller von zwei Mehrfamilienhäusern an der Kleinen Martinistraße 65 - 67 in Wanne. Foto: Stefan Kuhn

Düsseldorf. Starkregen und Hochwasser haben in den vergangenen Tagen immense Schäden angerichtet. In vielen Fällen greifen Versicherungen und helfen, die Kosten für die Beseitigung dieser Schäden zu tragen. Wenn das nicht der Fall ist, können Steuerzahler häufig in der Steuererklärung außergewöhnliche Belastungen geltend machen.

Das ist der Fall, wenn:

  • existenzielle Gegenstände wie Wohnung, Möbel, Hausrat oder Kleidung ersetzt oder repariert werden müssen;
  • die Schäden durch ein unabwendbares und überraschend eingetretenes Ereignis entstanden sind;
  • kein eigenes Verschulden vorliegt, Schadenersatz und Erstattungen nicht möglich sind;
  • alle Versicherungsmöglichkeiten ausgeschöpft wurden.

In der Steuererklärung ansetzbar sind die Kosten für Wiederbeschaffungen bzw. Reparaturen, für Entsorgung, Sachverständigengutachten und Darlehenszinsen, wenn Sie für die Schadensbeseitigung ein Darlehen aufnehmen müssen. Allerdings setzt das Finanzamt eine „zumutbare Belastung“ als gegeben voraus. Bis zu dieser Höhe müssen Sie Ihre außergewöhnlichen Belastungen selber tragen. Wie hoch diese „zumutbare Belastung“ genau ist, hängt ab von der Zahl der Kinder, dem Familienstand und dem Gesamtbetrag der Einkünfte.

Wenn Sie Handwerker beauftragen, um entstandene Schäden an und in Haus und Wohnung zu beheben, können Sie die Kosten teilweise als „haushaltsnahe Dienstleistungen“ geltend machen.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat zudem einen „Katastrophenerlass“ in Kraft gesetzt und hält die Finanzämter an, Bürgern Steuern zu stunden und Vorauszahlungen herabzusetzen. mehr Infos

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