Mit dem Herner Roland Kalweit
'Sommer auf Asphalt'
Tagsüber rast Valeska aka Les Sommer (Mala Emde) als Fahrradkurierin von Lieferung zu Lieferung, nach Feierabend stürzt sie irgendwo mit ihren Freunden vom Kurierdienst ab. Anhalten, innehalten, oder sich Gedanken über die eigene Zukunft machen: nicht mit Les. Bis zwei Ereignisse ihre Welt auf den Kopf stellen. Zum einen steht auf einmal Les’ Vater Norbert „Bert“ Sommer (Christoph Maria Herbst) vor der Tür, genauso unerwartet wie ungefragt. Zum anderen ist da dieser zweite Strich auf dem Schwangerschaftstest, der sie ziemlich aus dem Tritt bringt.
Les möchte auf keinen Fall Mutter werden. Tyler (Aaron Hilmer) hingegen, ein Freund beim Kurierdienst und der werdende Vater, hätte dagegen richtig Lust auf ein Kind – ist aber selbst noch eines. Und dann ist da auch noch Roya (Gina Haller), mit der sich Les viel mehr vorstellen könnte als eine reine Freundschaft. Genervt von der Situation steigt Les zum Abreagieren aufs Rad und fliegt dabei über den Lenker. Das Schlüsselbein ist gebrochen, sonst aber alles unversehrt.
Bert springt für Les ein
Fahrrad fahren kann sie erst einmal nicht. Kommt aber ins Nachdenken – könnte sie vielleicht doch eine gute Mutter sein, obwohl sie selbst nie eine hatte? Bert dagegen tut etwas Unerwartetes. Als Captain Vorsicht und passionierter E-Bike Fahrer heuert er ohne Les‘ Wissen beim Kurierdienst als Ersatz für seine Tochter an. Er steigt tatsächlich für sie aufs Rennrad und übernimmt ihre Schichten – einerseits, um ihr zu helfen.
Andererseits aber auch, um das Unvermeidliche und den eigentlichen Grund für seinen Besuch bei seiner Tochter noch etwas hinauszuzögern: ihr zu sagen, dass er einen bösartigen Tumor in seinem Kopf und nicht mehr viel Zeit hat. Noch kann er die Symptome verheimlichen, aber lange wird das nicht mehr gut gehen. Sein Plan: Ein paar Tage auf dem Rad, dann die schlechte Nachricht überbringen – und wieder zurück nach Hause. Doch er kann nicht ahnen, wie sehr ihn die Arbeit inmitten der skurrilen Kuriertruppe nochmal zum Leben erwecken würde.
Bert ist beliebt – auch bei Tyler
Und dass er nach leichten Startschwierigkeiten insbesondere Les‘ Freund Tyler, der nun auch sein direkter Kollege ist, so sehr ins Herz schließen würde. Währenddessen sitzt Les mit Armschlinge auf der Couch und ist wenig begeistert davon, dass ihr Vater so maximalinvasiv in ihr Leben eingreift. Und dass er es dabei auch noch zu einiger Beliebtheit bei ihren Freunden bringt. Um Bert davon abzuhalten, noch mehr von ihrem Leben zu klauen, geht Les schließlich auf dessen Angebot ein, ihre Mutter zu treffen. Gemeinsam mit Tyler und Bert besucht sie die Lesung der Bestsellerautorin Ruby Lawrence aka Les’ Mutter Sonja (Jenny Schily).
Diese hat Bert mit der damals fünfjährigen Les im Stich gelassen, um Karriere zu machen. Als es nach der Lesung zum Streit kommt, gesteht Les ihren Eltern die Schwangerschaft – und kündigt an, das Kind gemeinsam mit Tyler bekommen zu wollen. Zur großen Freude von Tyler. Und zum mindestens genauso großen Missfallen ihrer Mutter.
Als Bert schließlich nicht mehr darum herumkommt, seiner Tochter seinen gesundheitlichen Zustand zu offenbaren, ist Les plötzlich nicht mehr nur mit dem in ihr entstehenden Leben konfrontiert, sondern auch mit dem endenden ihres Vaters. Sie weiß weder, wer ihre eigene Familie sein wird; noch, wie sie neben der Schwangerschaft für ihren Vater sorgen kann. Aber sie weiß jetzt immerhin, dass ihr nichts anderes bleibt, als sich all dem endlich zu stellen…
Roland Kalweit als Taxifahrer
In der toll besetzten Leinwandadaption des Roman „Pedalpilot Doppel-Zwo“ von Wolf Schmid durch Brix Vinzent Koethe (Buch) und Simon Ostermann (Regie), noch zu nennen Moritz Führmann, Heinz Strunk und Jan Ulrich, spielt Roland Kalweit einen Taxifahrer. Der 1962 in Herne geborene (Synchron-) Schauspieler, Sprecher, Sänger, Moderator und langjähriger Eventmanager der Autostadt Wolfsburg hat die Westfälische Schauspielschule Bochum absolviert und anschließend eine Gesangsausbildung in der Privatschule Wandt sowie die Master Class im Bernard Hiller Acting Studio in Los Angeles absolviert.
Roland Kalweit, der zwischendurch auch im Kleinen Theater Herne („Geschlossene Gesellschaft“, „Bezahlt wird nicht!“) auf den Brettern stand, gehört seit vielen Jahren zum Ensemble des Wolfsburger Motown-Theaters, aktuell ist er in den nostalgischen Krimis „Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville“ als Dr. Watson und in „Die spannenden Fälle des Hercule Poirot“ in der Titelrolle zu sehen. Sodass seine Leinwand- und Bildschirmauftritte Seltenheitswert haben.
Der 93-minütige Film ist vom 22. Juli bis 22. August 2025 in Hamburg und Lüneburg ursprünglich fürs Fernsehen gedreht worden. Er startet, zumal mit dieser prominenten Besetzung, dennoch zunächst im Kino und im Sommer auf Open-Air-Vorführungen, bevor „Sommer auf Asphalt“ ab Herbst dieses Jahres in der ARD-Mediathek gestreamt werden kann. Zum Kinostart am Donnerstag, 4. Juni 2026 bei uns zu sehen im Casablanca Bochum, im Roxy und in der Schauburg Dortmund, in der Schauburg Gelsenkirchen, im Astra Essen sowie im Bambi Düsseldorf.
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- Donnerstag, 4. Juni 2026