Grundschule Kunterbunt nun Teil von 'Schule ohne Rassismus'
Ein starkes Zeichen für Vielfalt und Toleranz
„Wir sind kunterbunt“ schallt es laut vom Schulhof am Donnerstagvormittag (25.6.2026) an der Neustraße in Herne-Mitte: Mit diesem Spruch haben die zahlreichen Schüler der Grundschule Kunterbunt dreifach Recht. Denn: Einerseits ist es logischerweise der Name ihrer Schule, zweitens setzen sie damit ein Zeichen für Vielfalt, Toleranz und ein respektvolles Miteinander. Drittens: Die Schule gehört ab sofort zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“.
Das entsprechende Schild in schwarz-weißer Optik, welches Schulleiterin Claudia Huhmann-Rohkämper in den kommenden Wochen oder spätestens in den Sommerferien direkt über den Eingang aufhängen will, überbrachte samt einer Urkunde Aylin Alper als Koordinatorin des Netzwerkes. Die Mitarbeiterin des Fachbereichs Integration - Kommunales Integrationszentrum freute sich, dass die Grundschule nun ein sichtbares Zeichen anbringen kann.
'Ein wichtiger Meilenstein'
Sie ist die erste Grundschule in Herne, die Teil des Netzwerkes ist, dazu gehören elf von 15 weiterführenden Schulen. Insgesamt sind in Deutschland rund 5.000 Schulen mit ungefähr fünf Millionen Schülern mit dabei. Bürgermeister Gaby Przybyl überbrachte in Vertretung für Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda Glückwünsche zum Netzwerkbeitritt und sagte zu den Schülern und Lehrkräften: „Das ist ein wichtiger Meilenstein, dieser Tag hat eine besondere Bedeutung für die Grundschule Kunterbunt. Außerdem ist es ein Versprechen für die Gegenwart und die Zukunft.“
Schließlich ginge es darum, dass die rund 420 Kinder niemanden im täglichen Umgang untereinander ausschließen, keiner ausgegrenzt wird sowie gegenseitig respektvoll miteinander umgehen. Eine Weltkarte im Eingangsbereich, auf dem die Kinder mit ihren Fingerabdrücken ihre Herkunftsländer markiert haben, unterstreicht diese Vielfalt.
'Gibt mir Kunterbunt'
Das betonen auch die Schüler. Kinder aus der vierten Jahrgangsstufe kommen zu Beginn nach vorne, ein Mädchen spricht stellvertretend für alle wichtige Sätze: „Bei uns sind alle willkommen, egal wo man herkommt oder wie man aussieht. Wir sind kunterbunt!“ Im Stile einer „Humba“ werden nach und nach die einzelnen Buchstaben von „Kunterbunt“ laut aufgerufen und hochgehalten, bevor alle zusammen rufen: „Gibt mir Kunterbunt!“ Anwesende Eltern zücken stolz ihre Handys und fotografieren und filmen die Szenen.
Die beiden Schulpaten des Netzwerkes sind Isabell Thal und Uli Turowski, als Dank gibt es ein eingerahmtes T-Shirt mit einer Botschaft. Thal und Turowski stammen aus der Herner Gesellschaft und müssen nichts direkt mit der Schule zu tun haben, erklärt Aylin Alper gegenüber halloherne. „Eltern oder Lehrkräfte sind für die Aufgaben als selten dabei“, sagt sie.
Die Schulen müssen sich aktiv bewerben
War es eigentlich Zufall oder Absicht, dass ausgerechnet die kunterbunte Grundschule die erste im Herner Stadtgebiet nun Teil des Netzwerks ist? „Nein. Die Schulen müssen sich selbst aktiv bewerben und zudem ist eine Zustimmung von allen an der Schule beteiligten Personen mit 70 Prozent notwendig. Hier lag die Zustimmung bei 90 Prozent“, erläutert die Koordinatorin.
Nach weiteren Redebeiträgen sowie Gesangs- und Klatscheinlagen von Schülern und Lehrkräften stärken sich alle in ihren Klassen bei einem internationalen Buffet - ganz ohne Rassismus, dafür mit Courage.