Die Linke regt Graffiti-Freiflächen an
Urbane Kunst in Herne stärken – Konzept erstellen
Der Kultur- und Bildungsausschuss der Stadt Herne hat in seiner letzten Sitzung am 23. April 2026 einstimmig beschlossen, die Verwaltung mit der Entwicklung eines gesamtstädtischen Konzepts für Graffiti-Kunst im öffentlichen Raum zu beauftragen.
Die Fraktion Die Linke Herne/Wanne-Eickel begrüßt diesen Schritt ausdrücklich. Bereits mit ihrem Prüfauftrag in derselben Sitzung zu legalen Graffiti-Freiflächen hatte die Fraktion angeregt, neue Möglichkeiten für urbane Kunst und kreative Teilhabe in Herne zu schaffen.
„Graffiti ist längst mehr als nur Farbe auf Wänden. Für viele junge Menschen ist es ein wichtiger Zugang zu Kunst und Kultur. Kaum eine andere Kunstform ist so niedrigschwellig, rund um die Uhr sichtbar und direkt im Lebensumfeld der Menschen präsent. Jetzt kommt es darauf an, dass dieses Konzept zeitnah, möglichst in der nächsten Kulturausschusssitzung im Juni, präsentiert wird“, erklärt Benno Janßen, Mitglied im Ausschuss Kultur und Bildung der Linken.
Besonders im Jugendbereich erfreut sich Graffiti großer Beliebtheit. Zahlreiche Projekte an Schulen, Jugendzentren und in der offenen Jugendarbeit nutzen urbane Kunst, um Kreativität, Eigenverantwortung und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Dennoch fehlen in Herne bislang ausreichende legale Möglichkeiten, diese Kunstform sichtbar zu machen.
Die Linke sieht in dem nun verbindlich beschlossenen Auftrag an die Verwaltung für die Erstellung eines Konzeptes die Chance, urbane Kunst stärker als festen Bestandteil des kulturellen Lebens zu verankern. Denkbar sind legale Graffiti-Flächen, künstlerisch gestaltete Unterführungen, Beteiligungsprojekte mit Jugendlichen, Kooperationen mit lokalen Künstlern sowie eine sichtbare Aufwertung öffentlicher Räume.
„Kultur findet nicht nur in Museen, Theatern oder Konzertsälen statt. Kultur findet auch auf Straßen, Plätzen und Mauern statt. Urbane Kunst gehört zur kulturellen Realität vieler Menschen und verdient ihren Platz im öffentlichen Raum“, so Janßen.
Der einstimmige Beschluss aller Fraktionen zeigt, dass die Bedeutung urbaner Kunst für die kulturelle Entwicklung Hernes fraktionsübergreifend anerkannt wird. Die Fraktion Die Linke wird den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und sich dafür einsetzen, dass junge Menschen, Kulturschaffende und bestehende Initiativen frühzeitig in die Entwicklung des Konzepts eingebunden werden.