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Literaturkita: Vorlesen fördert Empathie, Sprachbildung und Konzentration. Die Kinder entdecken Geschichten und Bücher gemeinsam.

Vorlesen fördert Empathie, Sprachbildung und Konzentration

Literaturkita: 'Geschichten machen Kinder stark'

Herne/Vlotho (lwl). Mitten im Flur der Kita blättern fünf Kinder durch Bücher. Sie schauen gemeinsam auf die bunten Seiten und erzählen sich gegenseitig, was in der Geschichte gerade passiert. Ulrike Stapel, die Kita-Fachkraft sitzt in der Mitte des Geschehens und spricht mit zwei der Kinder über ein Buch. Solche Szenen prägen den Tagesablauf in der Literaturkita „Unser Fritz“ in Herne.

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Mit Fortbildungen und dem Zertifikat „Literaturkita“ unterstützt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) literaturpädagogische Arbeit in Kitas. Denn durch Geschichten wird die Sprachfähigkeit von Kindern gefördert. Indem sie Wörter hören und über deren Bedeutung nachdenken, lernen sie, sich und ihre Umwelt zu beschreiben.

Lesen macht schlau.

„Durch Bücher die Welt zu entdecken, das können soziale Medien nicht auffangen“, sagt Romy Blanke, Literaturkita-Beauftragte des LWL-Bildungszentrums Jugendhof Vlotho. Einer Geschichte zu lauschen, stärkt die eigene Vorstellungskraft und Sprachfähigkeit. „Um in der Schule gut an Bildung teilhaben zu können, überhaupt teilhaben zu können an Gesellschaft, dafür ist Sprache der Schlüssel“, sagt Blanke. Wenn Kinder gemeinsam an einer Geschichte teilhaben, teilen sie sich ein Abenteuer. Indem sie über die Geschichte sprechen und sie spielerisch verarbeiten, lernen sie zusätzlich Empathie.

„Wenn wir Geschichten einsetzen oder Bücher rausholen, dann beinhalten die meist auch verschiedene Lösungen oder verschiedene Möglichkeiten“, sagt Literaturkita-Fachkraft Ulrike Stapel. „Denn jedes Kind ist anders. Jedes Kind liest Bücher anders oder verwendet Bücher anders und es ist alles nebeneinander richtig. Und jedes Kind erlebt sich dann als richtig.“ In der Kita „Unser Fritz“ werden Geschichten so vermittelt, dass sich jedes Kind in ihnen wiederfinden kann. Die Fachkräfte unterstützen die Kinder dabei, ihre eigenen Stärken und Interessen zu erkennen und ihrem individuellen Zugang zu Geschichten zu vertrauen.

Ulrike Stapel arbeitet seit 16 Jahren in der Kita

Vorlesen, Geschichtenerzählen und über das Gehörte sprechen, prägt den Kita-Alltag. Die Kinder erleben das Lesen als etwas, das sie ständig begleitet. So vermitteln die Fachkräfte den Kindern viele verschiedene Themen. Dazu gehören auch komplexe Inhalte wie Gefühle. Gemeinsam erarbeiten sie, Stimmungen bei anderen zu erkennen, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu benennen.

„Vorlesen ist ein Ruhepol“, sagt Christian Peitz, Leiter des LWL-Bildungszentrums Jugendhof Vlotho und Experte für frühkindliche Bildung. „Die Gelegenheiten, Geduld, Ausdauer und Konzentration einzuüben, sind seltener geworden“, stellt er fest. Genau da sieht er das Potenzial von Geschichten und Vorlesen. Denn Geschichten helfen Kindern zur Ruhe zu kommen. Kindern, denen regelmäßig vorgelesen wird, lassen sich dadurch beruhigen. Für sie funktioniert Vorlesen als Struktur und Regulationshilfe.

Ulrike Stapel wirkt seit 2017 daran mit, die Kita literaturpädagogisch auszurichten. Dazu besuchen sie und ihre Kolleg:innen regelmäßig Fortbildungen im LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho. Um jedes Kind nach seinen Bedürfnissen zu fördern, lernen die Fachkräfte dort verschiedene Techniken. Das Angebot wird stetig überprüft und angepasst.

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Hintergrund

Alltagsintegrierte Sprachförderung ist schon lange ein fester Bestandteil der Erziehungs- und Betreuungsarbeit in Kindertageseinrichtungen. Das LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho bietet daher seit Jahren viele Veranstaltungen zu den Themenbereichen Sprachförderung und Vorlesen an. Ziel ist die Förderung und Unterstützung der Fachkräfte vor Ort. Das Zertifikat Literaturkita wird seit 2012 vom LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho an Kitas vergeben, die sich hier besonders engagieren. Mittlerweile gibt es 179 Literaturkitas.

Mittwoch, 24. Juni 2026 | Quelle: LWL Pressedienst