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Stephanie Biniek, Verkehrsmeisterin bei der HCR, spricht über ihren Job.

HCR-Verkehrsmeisterin berichtet über ihren Werdegang

Serie zum Weltfrauentag: 'Frauen ins Scheinwerferlicht'

Anlässlich des nahenden Weltfrauentages am Freitag, 8. März 2024, hat halloherne-Redakteurin Julia Blesgen mit verschiedenen Frauen aus den unterschiedlichsten Bereichen gesprochen. Dabei ging es unter anderem über ihren Werdegang, Herausforderungen, denen sie sich stellen mussten und was sie ihrem jüngeren Ich oder anderen jungen Mädchen nun mit auf den Weg geben würden.

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Stephanie Biniek

Im zweiten Teil der Serie berichtet Stephanie Biniek, wie sie sich mit 43 Jahren noch einmal beruflich neu orientierte und als Busfahrerin bei der HCR landete. Ihren beruflichen Werdegang startete sie eigentlich im Jahr 1987 als Maler- und Lackiererin, später arbeitete sie dann in der Denkmalspflege.

Alles kommt anders, als gedacht

Doch wie es so häufig so ist, kommt alles anders, als man denkt. Nach zwei Kindern und einer dadurch bedingten beruflichen Pause, will es Biniek noch einmal wissen, schult zur Busfahrerin um und heuert im Jahr 2014 bei der HCR an. „Ich bin selbst gerne mit dem Bus unterwegs und ich fahre gerne Auto, da kam ich auf die Idee, es in diesem Beruf einmal zu versuchen“, erzählt die 53-Jährige im Gespräch mit halloherne.

Auf die volle Unterstützung von Familie und Freunden konnte Biniek von Anfang an zählen. „Die waren überhaupt nicht skeptisch. Sie wissen ja, dass ich nicht eine bin, die gerne im Büro sitzt. Ich brauche den Kontakt zu Menschen“, so die Hernerin.

'Männliche Kollegen standen von Anfang an hinter mir'

Doch wie sah es bei den männlichen Kollegen aus? „Die Kollegen standen von Anfang an hinter mir. Es war ja im Jahr 2014 auch keine Seltenheit mehr, dass eine Frau Bus fährt. Sie hatten also schon Zeit, sich daran zu gewöhnen“, berichtet die 53-Jährige lachend.

Jedoch wird Biniek dann ernster: „Während meiner Ausbildung zur Maler- und Lackiererin sah das allerdings zum Teil anders aus. Da gab es schon Sprüche, die teilweise unter die Gürtellinie gingen. Damals war ich auch noch sehr schüchtern, wie glaube ich jedes junge Mädchen in einem 'Männerberuf'. Heute sieht das natürlich ganz anders aus, man härtet mit der Zeit ab und lässt sich nichts mehr gefallen.“

Rascher Aufstieg

Stephanie Biniek wurde in kurzer Zeit Verkehrsmeisterin bei der HCR.

Stephanie Biniek gelingt rasch der Aufstieg bei der HCR. Heute ist sie als Verkehrsmeisterin unter anderem für die Koordinierung und Überwachung des Fahrbetriebs, für die Fahrer, für den Ausbildungsbetrieb und die Leitstelle zuständig.

„Hier habe ich schnell gelernt, wie man sich als Frau durchsetzt. Denn die Verkehrsmeisterei ist vielfach immer noch fest in männlicher Hand. Aber die Kollegen respektieren mich und ich würde sagen, dass wir alle sehr gut miteinander auskommen“, sagt Stephanie Biniek.

Zu ihren Aufgaben zählt es auch, den Kollegen im Falle eines Unfalls oder auch bei Auseinandersetzungen mit Kunden als Unterstützung zu dienen. „Da gibt es zum Beispiel Fälle von alkoholisierten Fahrgästen oder auch Menschen ohne gültiges Ticket. Manchmal kann das ganz schön brenzlig werden“, erläutert die Verkehrsmeisterin. „Ich habe immer gedacht, dass aggressive Fahrgäste bei Frauen eine Grenze ziehen und nicht rumpöbeln oder Schlimmeres, aber das ist leider nicht der Fall.“

Solche Busse fuhr Stephanie Biniek bei der HCR.

Weiter sagt sie: „Es gibt auch Fälle, wo ich – von männlichen Fahrgästen – als Frau nicht ernst genommen werde, aber da lasse ich mir die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und weise diese Fahrgäste dann wieder in ihre Schranken.“

'Stolz darauf, wie ich alles geschafft habe'

Auf ihren Aufstieg bei der HCR blickt sie mit Stolz zurück: „Wenn ich zurückblicke und sehe, wie weit ich es von der Quereinsteigerin mit damals 43 Jahren und zwei Kindern, zur Verkehrsmeisterin geschafft habe, erfüllt mich das mit Stolz.“

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Rat an junge Frauen

Für junge Frauen, die Busfahrerin werden wollen, hat sie auch noch einen Rat: „Lasst euch durch nichts von eurem Ziel abbringen. Macht's einfach, wenn ihr Lust drauf habt. Ganz gleich wie eurer Umfeld ist. Macht die Ausbildung, setzt euch in den Bus und fahrt durch die Umgebung, wenn es euch glücklich macht.“

| Autor: Julia Blesgen