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Schwindelattacken verursachen Panik

Dr. Sylke Düllberg-Boden.
Dr. Sylke Düllberg-Boden. Foto: EvK

Über Schwindel hat fast jeder schon einmal geklagt. Er tritt in jedem Alter auf und ist an kein Geschlecht gebunden. Doch der Schweregrad und das Erscheinungsbild können sehr unterschiedlich ausfallen. Besonders beängstigend für die Betroffenen ist der massive Drehschwindel. Die häufigste Variante ist der Lagerungs-Schwindel, mit dem die meisten Menschen im Durchschnitt einmal im Leben konfrontiert werden. Er kann spontan oder nach einer Kopfverletzung auftreten. Er entsteht dadurch, dass sich kleine Calciumkristalle aus dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr lösen, in die Bogengänge des Innenohrs gelangen und dort das Schwindelgefühl, häufig verbunden mit Schweißausbrüchen und Übelkeit oder Erbrechen auslösen.

Neben dem massiven Drehschwindel gibt es neun weitere Formen des Schwindels. An zweiter Stelle nach dem Lagerungs-Schwindel folgt der phobische Schwindel. Hier geht die Ursache auf psychische Ängste zurück. So entwickeln zum Beispiel viele Betroffene nach einem Schwindel-Erlebnis die Angst vor einer Wiederholung eines zuvor erlebten Lagerungs-Schwindels. Oder aber massive Stand- und Gangprobleme führen zu Ängsten, die wiederum einen Schwindel auslösen. Weitere Formen des Schwindels können auf eine Hirnstörung zurückgehen oder auf eine Erkrankung des Gleichgewichtsorgans. Aber auch eine Gleichgewichts-Nervenentzündung oder eine oft mit Nackenschmerzen einhergehende Sonderform der Migräne gehören zu den möglichen Ursachen. Schwindel lässt sich gut diagnostizieren, wenn er durch eine akute Erkrankung der Gleichgewichtsorgane verursacht wird.

Schwieriger ist es, wenn körperliche Defizite auszuschließen sind. Hier kann eine Psychotherapie helfen oder aber auch schon eine Physiotherapie. Denn im Rahmen einer physiotherapeutischen Behandlung werden gemeinsam mit dem Patienten Strategien im Umgang mit dem Schwindel entwickelt, so dass der Betroffene beim ersten Auftreten von Symptomen bestimmte Verhaltensformen parat hat, die ihm bei der Bewältigung des Schwindels helfen. Schwindel kann auch auf internistische Erkrankungen zurückgehen. Hier gibt es ebenfalls zahlreiche Varianten. Häufigste internistische Ursache für Schwindel sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z.B. Herzmuskelschwäche, schwere Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck. Aber auch Stoffwechselerkrankungen können eine Rolle spielen. Dabei gehört die Unterzuckerung bei Diabetes mellitus zu den häufigsten Krankheitsbildern. Bei älteren Menschen bedeutet die Kombination mehrerer Medikamente eine Gefahr und löst in vielen Fällen Schwindel aus. Grundsätzlich stellt Schwindel bei einer Vielzahl von Medikamenten, u.a. bei Antidepressiva, eine häufig zu beobachtende Nebenwirkung dar. Kontakt:

Gesundheitstipp aus dem EvK Herne

Kontakt:

EvK Herne Klinik für Neurologie

Tel 02323/498-2031

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