ANZEIGE

Schmerzende Füße

Füße sind kompliziert aufgebaut.
Füße sind kompliziert aufgebaut. Foto: EvK

Ein Fuß ist ein sehr kompliziertes Gebilde, das im Laufe unseres Lebens einer außergewöhnlichen Belastung ausgesetzt ist. Deshalb sind Fußbeschwerden nach dem Rückenschmerz der zweithäufigste chronische Schmerz. Auslöser für Fußschmerz sind häufig knöcherne Fehlstellungen im Bereich des Mittel- und Vorfußes sowie Dysbalancen der stabilisierenden Muskulatur, Bindegewebsschwächen oder Unfallfolgen. Ein großer Teil der Beschwerden ist zum einen zurückzuführen auf den evolutionsmäßig bedingten aufrechten Gang des Menschen, zum anderen aber auch auf teilweise fehlerhaftes Schuhwerk.

Hochhackige Schuhe, harte Schuhsohlen, Übergewicht, starke sportliche oder berufliche Belastungen üben auf das komplizierte System aus Knochen und Sehnen einen extremen Druck aus. Angeborene Fehlstellungen oder eine Schwäche der bindegewebigen Kapsel-Bandstrukturen können auch bereits beim jungen Menschen so starke Schmerzen hervorrufen, dass die Lebensqualität beeinträchtigt wird. Es sind aber nicht nur die hochhackigen Schuhe, die die Geometrie des Fußes beeinträchtigen. Auch wer im Sommer von morgens bis abends extrem flache Flipflops trägt, tut seinen Füßen nichts Gutes. Ideal für die Stabilisierung des Fußes ist der tägliche Wechsel des Schuhwerks sowie regelmäßiges Barfußlaufen zu Hause, im Garten oder am Strand. Dann dürfen auch hin und wieder High Heels auf dem Programm stehen.

Eine Überbeanspruchung der Füße entsteht auch durch starkes Übergewicht. Hier ist der Fuß einer Extrembelastung ausgesetzt, die so von der Natur nicht vorgesehen ist. Eine weitere Personengruppe , die besonders von Fußproblemen betroffen ist, sind Diabetiker. Wer länger unter dieser Stoffwechselerkrankung leidet, sieht sich mit der Gefahr des diabetischen Fußsyndroms konfrontiert. Deshalb arbeiten die Fußchirurgen der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie eng mit dem Diabeteszentrum des EvK zusammen. Beim diabetischen Fußsyndrom können sich Fehlstellungen der Gelenke und damit verbunden Druckstellen bilden.

Problematisch wird es, wenn außerdem eine Polyneuropathie vorliegt. Dabei handelt es sich um eine fehlende nervale Rückmeldung, die zu einem Wahrnehmungsverlust an den Extremitäten führt. Das bedeutet, dass die Betroffenen bei Druckstellen oder kleinen Verletzungen, z.B. durch Steinchen im Schuh, keinen Schmerz verspüren. Entstehen in der Folge Wunden, die nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden, kann es im äußersten Fall bis zum Verlust von einzelnen Zehen führen. Daher ist es wichtig, bei beginnender Deformität eine Korrektur vorzunehmen, bevor die Krankheit eine Eigendynamik erhält, die schwer zu kontrollieren ist.

Grundsätzlich sollten Betroffene bei allen Fußbeschwerden möglichst frühzeitig reagieren und sich medizinischen Rat holen, wie z.B. in der speziellen Fußsprechstunde am EvK Herne. Denn auch bei Krankheitsbildern wie dem Knick-Spreiz-Senkfuß, unter dem rund 20 Prozent der Bevölkerung leiden, können in einem frühen Stadium noch durch Einlagen oder Krankengymnastik eine Linderung erreicht werden. Reagiert man hier nicht rechtzeitig, können die Schmerzen so unerträglich werden und das Skelett schon so beeinträchtigt sein, dass nur noch eine Versteifung des Fußes hilft.

Kontakt:

EvK Herne

Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie

Dr. Sarah Götz

02323.498-2021