Revolution Jungsteinzeit

Die Halskette aus Tierzähnen.Foto: LWL-MuseumDie Halskette aus Tierzähnen.

Die Halskette aus Tierzähnen ist ein Exponat der Landesausstellung Revolution Jungsteinzeit, die von Mittwoch, 24. Mai bis Sonntag, 22. Oktober 2017, im LWL-Museum für Archäologie in Herne zu sehen ist. Schon vor über 7.000 Jahren gab es Müslischale, Reifen und Motorsäge  - zumindest in der Rohversion. Das zeigt die Landesausstellung Revolution Jungsteinzeit, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab dem 24. Mai im LWL-Museum für Archäologie in Herne in Szene setzt. Gut 900 Fundstücke lassen dann die Zeit von Ötzi und Stonehenge wieder auferstehen. Mitmachstationen laden kleine wie große Besucher ein, zum Ursprung unserer heutigen Zivilisation zurückzukehren. Außerdem zeigt die Landesausstellung die wichtigsten archäologischen Funde in NRW aus den vergangenen fünf Jahren.

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Gold, Edelsteine oder Diamanten - was sich Frauen heute um den Hals hängen, soll vor allem eines: auffallen. Das war vor 7.000 Jahren nicht anders, und die Halskette aus Tierzähnen sorgt auch 2017 noch für Staunen. Sie stammt aus einer Grabanlage der späten Jungsteinzeit in Erwitte-Schmerlecke (Kreis Soest). 2009 legten Archäologen hier zwei solche Großsteingräber frei, die zwischen 3.500 und 2.800 vor Christus errichtet und genutzt worden sind. Sie erreichten erstaunliche Längen von 20 bis 25 Metern und waren zwei bis vier Meter breit.

Über Jahrhunderte hinweg bestatteten Menschen hier ihre Toten - eine Sitte, die in der Jungsteinzeit in vielen Teilen Europas üblich war. In Gräbern dieser Art sind durchschnittlich 70 bis 150 Menschen bestattet worden. Dabei handelt es sich allerdings nicht um Massen-, sondern sogenannte Kollektivgräber, denn die Anlagen wurden über Generationen hinweg immer wieder geöffnet.

Den Toten in Erwitte-Schmerlecke wurden verschiedene Grabbeigaben mit auf den Weg gegeben - darunter eine Vielzahl durchlochter Tierzähne. Diese Zähne wurden wahrscheinlich an einem Band als Kette getragen. Sie stammen von Wölfen, Hunden, Füchsen, Dachsen und anderen kleineren Tieren. Besonders beliebt waren die großen langen Eckzähne. Backenzähne haben die Archäologen viel seltener gefunden.

Neben den durchlochten Zähnen fanden sich in den Großsteingräbern in Erwitte-Schmerlecke auch Schmuckstücke aus selteneren Materialien wie Gagat und Bernstein. Diese beiden Steine kommen in Westfalen gar nicht vor und müssen daher als Rohstoff oder fertiges Schmuckstück in die Region gekommen sein - ein Beispiel für die erstaunliche Mobilität der Menschen vor über 5.000 Jahren. -mehr Info.

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Quelle: LWL-Museum für Archäologie 18. Mai 2017, 12:10 Uhr