Projektauftakt GemeinsamGANZTAG

Zeche Zollverein in Essen.
Zeche Zollverein in Essen. Foto: Wolfgang Quickels

Essen. Die Reduzierung bildungsbezogener Ungleichheiten ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Im Vergleich mit anderen Industrienationen liegt die Bundesrepublik im Bereich der Bildungsgerechtigkeit gerade einmal im unteren Mittelfeld. Selten sind soziale Herkunft und Bildungserfolg oder -misserfolg so eng miteinander verknüpft wie in Deutschland. Um den negativen Folgen dieses Zusammenhangs entgegenzuwirken – sowohl im Sinne der betroffenen Kinder, als auch für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung im Ruhrgebiet –, hat die RAG-Stiftung am Donnerstag (10.10.2019) in Kooperation mit dem Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) der TU Dortmund das Projekt GemeinsamGANZTAG auf Zeche Zollverein gestartet, 100 Teilnehmer waren dabei.

Rund 20 Ganztagsschulen aus vier Regionen des Ruhrgebiets bilden gemeinsam mit regionalen Partnern und Experten aus vier Nordrhein-Westfälischen Universitäten Netzwerke zur Weiterentwicklung des Ganztags mit dem Ziel, bildungsbezogene Nachteile von Kindern und Jugendlichen auszugleichen. Die RAG-Stiftung initiierte das Projekt und fördert es über die Laufzeit von drei Jahren mit über 1,6 Millionen Euro.

Wissenschaftliche Teams der TU Dortmund sowie der Universitäten Bochum, Duisburg-Essen und Wuppertal erarbeiten gemeinsam mit Schulen in herausfordernder Lage aus den Städten Herne, Bochum, Duisburg und Gelsenkirchen Lösungen, um chancenbenachteiligte Kinder insbesondere in den Bereichen der Sprachbildung und des selbstgesteuerten und kooperativen Lernens bestmöglich zu unterstützen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen dabei bereits erprobte Konzepte ein, die aber 2 / 2 auf die individuellen Bedarfe der Schulen angepasst werden. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, arbeiten die Universitäten, Schulen, Bildungsbüros und weitere Projektpartner in Netzwerken zusammen.

Im Projektfokus stehen die Stärkung von sprachlichen Kompetenzen sowie das selbstgesteuerte und kooperative Lernen. Mit diesen Schwerpunkten knüpft GemeinsamGANZTAG an aktuelle Befunde der Bildungs- und Schulentwicklungsforschung sowie bildungspolitische Forderungen an. Um die Chancen längeren gemeinsamen Lernens insbesondere an Schulen in herausfordernder Lage zu nutzen, reicht es dabei nicht, nur die Zeit in der Schule zu verlängern. Es braucht hochwertige Angebote, die unter Berücksichtigung der Bedarfe der Schulen und Schülerschaft entwickelt werden. Hierfür setzt das Projekt auf das nachgewiesene Potenzial von Schulnetzwerken und baut eine dialogische Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Bildungspraxis und Bildungsadministration auf.

Die Arbeit in den unterschiedlichen Netzwerken hat mit dem neuen Schuljahr begonnen und wird in regelmäßigen Arbeitstreffen fortgeführt. Die wissenschaftlich fundierten Ergebnisse von GemeinsamGANZTAG werden 2021 veröffentlicht.

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