Oskar und die Praktika

HD Gölzenleuchter stellt aus

Ausstellung von HD Gölzenleuchter - Wanne 1971 - im Heimatmuseum.
Ausstellung von HD Gölzenleuchter - Wanne 1971 - im Heimatmuseum. Foto: Carola Quickels
Ausstellung von HD Gölzenleuchter - Wanne 1971 - im Heimatmuseum.
HD Gölzenleuchter. Foto: Carola Quickels

„Ein Thema, was uns heute auch sehr beschäftigt ist Müll, das war damals auch schon relevant", sagte Horst Dieter Gölzenleuchter am Mittwoch (6.6.2018) im Heimatmuseum Unser Fritz, Unser-Fritz-Straße 108, bei der Pressekonferenz zu seiner Ausstellung Wanne1971. Fotografien. Gölzenleuchter, Spitzname Oskar, bezieht sich auf die Zeit in der Wanne noch eine Industrielandschaft war, „alles war damals zugemüllt.“ Die Ausstellung seiner Fotografien aus dem Jahr 1971 ist auf Initiative des Kurators Ralf Piorr zustande gekommen. „Für mich als Historiker, ist es natürlich ein Fundstück, dass man aus einem bestimmten Zeitraum Dokumente bekommt -und die kuratieren darf. Es lagen mir 150 Fotos vor, alle aus Wanne aus der Zeit um 1971. Ich habe mich dazu entschlossen die auf 20 zu reduzieren, die dann aber sehr groß zu machen. Das geschah in Zusammenarbeit mit dem städtischen Fotografen, Thomas Schmidt, der naturgemäß ein sehr gutes Auge für Fotografien hat."

Ausstellung von HD Gölzenleuchter - Wanne 1971 - im Heimatmuseum.
Ausstellung von HD Gölzenleuchter - Wanne 1971 - im Heimatmuseum. Foto: Carola Quickels

Schmidt wählte zusammen mit Piorr die Bilder aus und übernahm anschließend die Bearbeitung der Fotografien, um sie für die Ausstellung aufzubereiten. Der Künstler Glözenleuchter lebte Ende der 60er-Jahre bis einschließlich 1973 in Wanne. Bereits 1971 wagte er den Schritt hin zum freiberuflichen Künstler und Autor. Er machte sich einen Namen, vor allem durch seine Holz- und Linolschnitte. Auf dem Weg von seinem Wohnort zur Künstlerzeche, wo er ein Atelier hatte, entschloss er sich, seine Eindrücke zu fotografieren. „Ich kaufte mir damals bei Hertie einen Praktika-Fotoapparat - ein gutes Gerät für verhältnismäßig wenig Geld", so der 74-Jährige.

Ausstellung von HD Gölzenleuchter - Wanne 1971 - im Heimatmuseum.
Polizeieinsatz in Wanne. Foto: Carola Quickels

Es entstanden zum Beispiel Bilder der Zeche Unser Fritz, von Spaziergängern im Nebel und von Polizeieinsätzen in Wanne-Eickel, zu Aktion Roter Punkt. Gölzenleuchter war Anfang der 70er-Jahre fester Bestandteil der Künstlerszene in Wanne-Eickel. „Als ich mich entschloss freischaffender Künstler zu werden, hatte ich von dem Berufsfeld keine Ahnung, ich wusste nicht, wie das funktioniert, sprang also ins kalte Wasser." Der Künstler berichtete von seiner Anfangszeit: er schuf erste Kunstwerke, veröffentlichte Texte und Drucke anderer Künstler. Die wurden auf einer Siepdruckanlage im Keller des Hauses seiner Frau Renate hergestellt. „Ich hatte Kontakt zu anderen Wanner Künstlern, wie zum Beispiel Peter Grzan oder Günter Dworak. Die Zusammenarbeit war nicht besonders gut - wir haben gemeinsam keine Ideen oder Konzepte entwickelt. Jeder hat seine Sache gemacht. Ab und zu haben wir in der Künstlerzeche Tischtennis gespielt - das war es dann aber auch schon", so Gölzenleuchter.

Ausstellung von HD Gölzenleuchter - Wanne 1971 - im Heimatmuseum.
Zeche Unser Fritz um 1971. Foto: Carola Quickels

Am Donnerstag, 7. Juni 2018, 19 Uhr, wird die Ausstellung im Heimatmuseum Unser Fritz eröffnet. Dr. Oliver Doetzer-Berweger, Leiter des städtischen Emschertal-Museums, wird die Besucher begrüßen, die Einleitung zur Ausstellung hält Ralf Piorr. Wanne 1971. Fotografien ist bis Sonntag, 16. September 2018, zu sehen, der Eintritt ist frei.

Ausstellung von HD Gölzenleuchter - Wanne 1971 - im Heimatmuseum.
Ausstellung von HD Gölzenleuchter - Wanne 1971 - im Heimatmuseum. Foto: Carola Quickels
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