Nordfrost plant Schallschutzwand

Nach Protest von Anwohnern aufgrund von viel Lärm am Gelände

Die Nordfrost-Niederlassung in Herne aus der Luftperspektive.
Die Nordfrost-Niederlassung in Herne aus der Luftperspektive - außen soll eine Schallschutzwand gebaut werden, um Lärm für die Anwohner zu vermeiden. Foto: Patrick Lambertus

Im Dialog mit Bürgern hat das in Herne mit einer Niederlassung ansässige Logistikunternehmen Nordfrost am Montag (13.9.2021) weitere Maßnahmen gegen die von dem Betriebsgelände ausgehenden Geräuschemissionen vorgestellt, teilte das Unternehmen am Mittwoch (15.9.2021) mit.

Zusätzlich zu den bereits umgesetzten Maßnahmen plant das Unternehmen bis Frühjahr 2022 insbesondere den Bau einer Schallschutzwand auf dem Betriebsgelände. Sie soll die Anwohner des angrenzenden Wohngebiets vor den Geräuschen der auf dem Grundstück befindlichen Kühl-Lkw schützen.

Missverständnisse bei der Terminplanung

Das Logistikunternehmen hatte Vertreter aller Beteiligten zu einem Runden Tisch eingeladen. Nach Missverständnissen in der Terminabstimmung (die Presse wurde zunächst von der SPD eingeladen, dann die SPD zusammen mit der Presse ausgeladen, Anm. d. Red.) kam es schließlich im Kasinoverein Harmonie Unser Fritz e.V. im Beisein des Bezirksbürgermeisters Uwe Purwin zu einer spontanen Zusammenkunft von Unternehmensvertretern und einigen Anwohnern.

Dr. Falk Bartels, geschäftsführender Gesellschafter von Nordfrost, präsentierte bei dieser Gelegenheit Maßnahmen, mit denen die Geräuschbelastung für die Anwohner der benachbarten Wohngebiete gesenkt wird. Damit reagiert das seit Mai 2020 in Herne ansässige Logistikunternehmen auf Beschwerden von Anwohnern, die sich besonders von den Motorgeräuschen der auf dem Unternehmensgelände befindlichen Lkw gestört fühlen und dies in dem Gespräch noch einmal persönlich zur Sprache brachten. Bartels: „Ich bedauere diese Situation sehr. Nordfrost wird in enger Kooperation mit der Stadt und den Anwohnern am Standort Herne Abhilfe schaffen.“

Stationäre Stromanschlüsse installiert

Bereits im Juli dieses Jahres hatte das Kühllogistikunternehmen nach Beschwerden der Nachbarn für die auf dem Betriebsgelände stehenden Lkw weitere stationäre Stromanschlüsse installiert, die den Einsatz der Dieselaggregate für den Betrieb der Lkw-Kühlanlagen überflüssig machen. Zudem wird Tag und Nacht darauf geachtet, dass die Stromanschlüsse auch genutzt werden. Darüber hinaus plant das Unternehmen weitere Dinge, die kurzfristig umgesetzt werden.

Dazu gehört zum Beispiel die Errichtung einer Schallschutzwand, die vom Betriebsgelände ausgehende Geräusche absorbieren wird. Dies wurde von den anwesenden Bürger positiv und sehr erfreut aufgenommen. Zustimmung der Nachbarn fand auch der Gedanke, die beiden Bahnunterführungen aus Schallschutzgründen zu schließen. Diese werden nicht mehr genutzt und liegen noch offen unterhalb der Bahnstrecke, die entlang der Grundstücksgrenze verläuft und Industrie- und Wohngebiete voneinander trennt.

Parallel zu den notwendigen Planungen dieser beiden Umsetzungen wird ein unabhängiger Gutachter mit Schallmessungen beauftragt. „Hierzu hat uns die Stadt Herne aufgefordert, was wir auch für sehr sinnvoll erachten, damit sich die Wirksamkeit der geplanten Schutzmaßnahmen bestätigt“, sagte Dr. Falk Bartels. „Von unserer Seite werden wir alle uns möglichen Schritte unternehmen, damit sich die Lebensqualität unserer Nachbarn verbessert. Für die Umsetzung der von uns vorgeschlagenen Schallschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel der Schallschutzwand oder der Schließung der beiden Bahnunterführungen, sind wir aber speziell bei diesen beiden Maßnahmen auf die unbürokratische schnelle Unterstützung der Stadt Herne angewiesen und setzen deshalb auf die volle Kooperationsbereitschaft der Behörden.“

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