Neues Buch zum Kapp-Putsch

100. Jahrestag am 13. März 2020

Buchvorstellung Zerschlagung der Linken - Aufstieg der Rechten von der DGB Geschichtswerkstatt Herne und weiteren Personen: (v.li.)Eric Lobach (DGB Herne Vorsitzender), Autor Hugo Elkemann, Norbert Kozicki (Autor und DGB Herne Geschichtswerkstatt), Anne Sandner (Vorwort Autorin und DGB Münster). und Verleger Gerhard Schepper.
v.l Eric Lobach, Hugo Elkemann, Norbert Kozicki, Anne Sandner und Verleger Gerhard Schepper. Foto: Marcel Gruteser

Anlässlich des 100. Jahrestages des Kapp-Putsches stellten am Montag (9.3.2020) Norbert Kozicki (Autor und Mitglied der Geschichtswerkstatt des DGB Herne), Hugo Elkemann (Lokalhistoriker und Autor) und Gerhard Schepper (Verleger) ihr neues Buch Zerschlagung der Linken - Aufstieg der Rechten in der Ver.di-Geschäftsstelle vor. Außerdem folgt am Freitag, 13. März 2020, ab 18 Uhr eine Veranstaltung in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 mit Musik und einem Theaterstück zum Thema. „Das ist ein Highlight in diesem Jahr, dazu gehört auch das jährliche 'Geh' Denken' am Südfriedhof, welches am Samstag, 21. März, erneut stattfindet“, sagt der Vorsitzende des DGB Herne, Eric Lobach.

Der Kapp-Putsch gehört zu den eher unbekannteren Geschehnissen in der deutschen Geschichte. Er begann am 13. März 1920, zu Zeiten als die Weimarer Republik die Staatsform des Deutschen Reiches darstellte. Angeführt von General Walther von Lüttwitz und Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp, stellte sich das Unterfangen jedoch als schwer heraus, da die Arbeiterbewegung sich mobilisierte und vor allem durch einen Generalstreik ab dem 15. März 1920 das Land stilllegte. Auch deshalb scheiterte der Putschversuch schließlich zwei Tage später.

„Wir freuen uns, dass wir als Gewerkschaft eine solche Veranstaltung auf die Beine stellen können“, fasst Norbert Kozicki zusammen. „Dieser Jahrestag hätte eigentlich eine größere Aufmerksamkeit verdient.“ Tatsächlich, da sind sich die Autoren einig, sei der Kapp-Putsch der breiten Öffentlichkeit unbekannt. Mit dem Buch und dem Theaterstück Gegen den Putsch, welches auch an drei Terminen beim DGB Münster aufgeführt wird, wollen sie dem entgegen wirken. Drei Monate ungefähr haben sie daran geschrieben und gearbeitet, deutlich mehr Zeit aber für Recherche in Archiven verbracht, geben die Herausgeber an. Vor allem im Bundesarchiv habe er viele interessante Einblicke erhalten, die er gesammelt und niedergeschrieben hat, führt Kozicki weiter aus.

Buchvorstellung Zerschlagung der Linken - Aufstieg der Rechten von der DGB Geschichtswerkstatt Herne und weiteren Personen.
Das Buch „Zerschlagung der Linken - Aufstieg der Rechten“ sowie der Flyer für das Theaterstück. Foto: Marcel Gruteser

Verleger Schepper hatte als erstes die Idee, zum 100. Jahrestag ein Theaterstück zu schreiben. „Aber da dachte ich: Wenn ich das veröffentliche, ist das alleine etwas wenig. Da kam dann die Idee zu einem Buch und später der Kontakt mit Norbert Kozicki, der ein ähnliches Interesse an der Thematik hatte“, erläutert Schepper. „Insgesamt kann man sagen, dass die Arbeiterbewegung einen hohen Verdienst an der Ablösung des Militärs hatte.“

Warum der letztendlich gescheiterte Putsch heutzutage kaum Beachtung findet, kann Schepper nur mutmaßen. „Wahrscheinlich, weil alle beteiligten Parteien, die es heute noch gibt, eher eine traurige Rolle abgegeben haben. Das gilt besonders für die SPD.“ Die war damals in der Reichsregierung zusammen mit der Zentrumspartei und der DDP an der Macht, stellte sich aber nach Angaben der Autoren eher auf die Seite der Rechtsputschisten. „Aber auch die Novemberrevolution von 1918 wird im heutigen Geschichtsunterricht oft ausgeblendet, obwohl sie noch wichtiger war“, meint der Verleger.

Buchvorstellung Zerschlagung der Linken - Aufstieg der Rechten von der DGB Geschichtswerkstatt Herne und weiteren Personen: (v.li.) Autor Hugo Elkemann, Norbert Kozicki (Autor und DGB Herne Geschichtswerkstatt), Eric Lobach (DGB Herne Vorsitzender), Verleger Gerhard Schepper und Anne Sandner (Vorwort Autorin und DGB Münster).
v.l. Hugo Elkemann, Norbert Kozicki, Eric Lobach, Gerhard Schepper und Anne Sandner. Foto: Marcel Gruteser

Parallelen wie Unterschiede sieht Hugo Elkemann zwischen 1920 und heute in der Rechtslastigkeit der Politik. Mehrere bekannte Köpfe der späteren Nationalsozialisten waren vor 100 Jahren in den Putsch-Truppen involviert. Daher sind sich die Autoren auch einig, wenn sie sagen, dass auch deshalb darauf das Dritte Reich aufbauen und wachsen konnte, weshalb auch der Titel des Buches - Zerschlagung der Linken - Aufstieg der Rechten - so gewählt wurde.

Im Buch wird auf diese vielfältigen Themen auf 160 Seiten eingegangen, das Vorwort hat Anne Sandner vom DGB aus Münster geschrieben. „In der Geschichte ist das leider nicht so präsent, obwohl die Arbeiter und die Gewerkschaften diesen Putsch verhindert haben. Heute können wir schauen, wie wir ähnliches verhindern können“, so Sandner.

Das Buch Zerschlagung der Linken - Aufstieg der Rechten. Wie der Kapp-Putsch die Arbeiterbewegung und die Republik veränderte ist am 8.3.2020 im Gerhard Schepper Verlag erschienen, hat 160 Seiten und kostet 12 Euro. ISBN: 978-3-9809542-4-2

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