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Bei den Smart City Days in der Mulvany-Villa stellten sich Unternehmen mit ihren digitalen Produkten und Anwendungsbereichen vor - insgesamt war die Messe aber auch ein Treffpunkt für das Fiware-Netzwerktreffen, die Veranstaltung „Digital.Herne.Business“ sowie die „Smart City Summit“ des Innovationsnetzwerks Ruhrvalley.

Messe 'Smart City Days' zwei Tage lang in der Mulvany-Villa

Neues über die Digitalisierung in der Stadt

Automatisch volle Mülltonnen erkennen und außerhalb der geregelten Leerungstage leeren lassen, die Beschaffenheit von Straßen smart erfassen (halloherne berichtete) und im Yachthafen vom Herner Meer die Anzahl freier Anlegeplätze auf Displays anzeigen lassen: Wenn es nach den Visionen der Stadt Herne geht, sind das nur Beispiele, in wie fern die Digitalisierung in Zukunft helfen kann.

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Damit man einen besseren Überblick über diese Möglichkeiten erhält, war in der Mulvany-Villa im Shamrock-Park eine große transportable Lego-Welt aufgebaut, die all das genau veranschaulichte - ein Dashboard auf einem Fernseher zeigt alles nochmal geordnet auf einen Blick. Um all diese Themen, rund um Künstliche Intelligenz (KI), moderne Mobilität und mehr ging es am Donnerstag (21.9.2023) und Freitag (22.9.2023) bei den „Smart City Days“.

Fortsetzung für 2024 angekündigt

Es war die erste Messe dieser Art in Herne. Pierre Golz, Leiter des Fachbereichs Digitalisierung der Stadt, kündigte aber bei einem Pressegespräch direkt an: „Wir haben ein 'Memorandum of Understanding' (zu dt. Willenserklärung) unterzeichnet, dass wir Fördermittel akquirieren und die 'Smart City Days' regelmäßig wiederholen wollen.“ So soll es einmal im Jahr eine solche Messe für Fachleute, aber auch interessierte Schüler geben - 2024 möglicherweise schon früher als im September.

Gemeinsam vor Ort: (v.li.) Prof. Norbert Pohlmann (Institut für Internetsicherheit), Prof. Jürgen Bock (Ruhrvalley), Cristina Brandstetter (Fiware Foundation), OB Dr. Frank Dudda, Josef Hovenjürgen (Parlamentarischer Staatssekretär NRW Ministerium für Heimat Digitalisierung und Bau), Pierre Golz (Leiter FB Digitalisierung), Dr. Dirk Drenk (Herne.Business) und Prof. Haydar Mecit (Ruhrvalley).

Möglicherweise dann auch in anderen, größeren Räumen, denn an beiden Tagen kamen rund 400 Messebesucher und 90 Schüler zusammen, um sich an zahlreichen Infoständen von Firmen aus den Bereichen Digitalisierung zu informieren. Darunter waren Unternehmen wie die Stadtwerke Herne, rku.it, Diprotec, das zdi Netzwerk, die Stadt Herne selbst und einige mehr. Zum Programm gehörten auch das deutschsprachige Fiware-Netzwerktreffen, die Veranstaltung „Digital.Herne.Business“ sowie die „Smart City Summit“ des Innovationsnetzwerks Ruhrvalley. Zudem gab es mehrere Workshops und Vorträge zu den aktuellen Themen.

Applied Excellence Department ist ein Thema

Eines dieser aktuellen Themen ist nach der Eröffnung am Montag (18.9.2023) das Applied Excellence Department (AED, halloherne berichtete). Hier nehmen elf Professoren mit ihren Teams die Arbeit auf, um durch angewandte Forschung praxistaugliche, postfossile, vernetzte Energie- und Mobilitätslösungen für das Ruhrgebiet zu entwickeln.

Auch wenn manches noch abstrakt für Bürger klingt, wie OB Dudda einräumt, sei es schön zu zeigen, wie sich die Stadt in der Digitalisierung entwickle. „Die 'Smart City Days' sollen das alles den Menschen näher bringen“, sagt Dudda.

Bei der Umsetzung hilft die Fiware-Foundation, die bereits in der jüngeren Vergangenheit einige Projekte in Herne an den Start gebracht hat. So ist Herne beispielsweise seit Juni 2022 europäischer Innovation-Hub (halloherne berichtete) - in Deutschland trat das zum damaligen Zeitpunkt nur noch auf Wolfsburg und Köln zu.

An den Infoständern der Firmen, als auch dem der Stadt Herne, konnten sich die Besucher informieren.

iHubs helfen der Stadt

Die iHubs haben zum Ziel, Open-Source-Anwendungen im Smart City-Bereich zu entwickeln sowie Technologietransfer, digitale Bildung und Kompetenzaufbau zu fördern. Beispielsweise könnten über die iHubs auch Frühwarnsysteme geschaltet werden. „Herne ist eine der Top-Städte, in denen man die Digitalisierung sieht“, meint Cristina Brandstetter aus dem Fiware-Vorstand.

Dr. Dirk Drenk, Geschäftsführer von Herne.Business, hat an beiden Tagen einiges über KI erfahren. „Man hat davor ein bisschen Angst, was die KI alles kann. Als Unternehmen muss man aber auch Mut haben, diese einzusetzen. Sie kann die Effizienz steigern und Mitarbeiter entlasten. Bereits heute läuft uns KI überall über den Weg, beispielsweise im Computersystem von Autos“, erläutert Drenk.

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'Zusammenschluss ist besser'

Außerdem wurde die Einladung ausgesprochen, dass auch weitere Ruhrgebietsstädte dem Ideasforum beitreten dürfen. „Es ist ein Marathon der Digitalisierung und das Netzwerk lebt von Menschen. Das schaffen wir nur gemeinsam“, verdeutlicht Golz. „Wir wollen voneinander lernen und ein Zusammenschluss ist besser, als es alleine zu versuchen.“ Seine Vision ist es, das Ruhrgebiet in Sachen Digitalisierung nach vorne zu bringen - auch wenn noch ein langer Weg vor ihm und der Stadt liegt, der Anfang ist bereits gemacht.

Diese Lego-Welt zeigte mit einfachen Beispielen, wie digitale Hilfen in einer Stadt aussehen können. Beispielsweise zeigen kleine Displays im Hafen (re.) die Anzahl der freien Anlegeplätze - bewegt man ein Schiff weg, wird die Anzeige aktualisiert.
| Autor: Marcel Gruteser