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Spieglein, Spieglein an der Wand: Chantal (Jella Haase) und Zeynp (Gizem Emre) werden von einem Zauberspiegel in die Märchenwelt nicht nur der Brüder Grimm gezogen.

Preview in der Filmwelt Herne

Neu im Kino: 'Chantal im Märchenland'

Was ist eigentlich aus Chantal Ackermann aus der Klasse 10b der Goethe-Gesamtschule geworden? Diese Frage kann bereits am Mittwoch, 27. März 2024, beantwortet werden: Die Filmwelt Herne lädt um 17.30 Uhr sowie um 20.15 Uhr zu zwei Previews des neuen deutschen Blockbusters „Chantal im Märchenland“ von Autor und Regisseur Bora Dagtekin ein.

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Als intellektueller Underdog mit ganz großem Herzen und noch größerer Make-up-Sammlung prollte sich Jella Haase in der „Fack ju Göhte“-Trilogie mit ihrer liebenswürdig-chaotischen Art zum Publikumsliebling und genießt auch Jahre nach bestandenem Abi absoluten Kultstatus. Was bei den Filmemachern den Plan hervorrief, die einstige Problemschülerin in einem Spin-off nun auch die Märchenwelt auf den Kopf stellen zu lassen.

Eine 'Bad Princess'

Und zwar als eine Prinzessin, „die mit den Märchenklischees aufräumt und deren Geschichte dem Publikum eine neue Sicht auf die bekannten Märchen liefert. Eine Bad Princess, wie man sie sich als Kind und vermutlich vor allem als Mädchen auch schon in Grimms Märchen gewünscht hätte, die sich nimmt, was sie will, die wild und cool drauf ist, eine große Schnauze hat und keinen Prinzen braucht, um klarzukommen“, so Bora Dagtekin im Constantin-Presseheft.

Funkelchen (Maria Happel) ist Chantals (Jella Haase) gute, wenn auch reichlich chaotische Fee.

Dieser Plan, das sei schon vorweg bekundet, ist voll aufgegangen. „Chantal im Märchenland“ startet in der realen Alltagswelt einer prekären Wohn- und Lebenssituation. Chantal haust mit ihrer Mutter in einem Arbeiterschießfach und hat als Influencerin gerade mal 336 Follower. Stets an ihrer Seite ihre beste Freundin Zeynep (Gizem Emre), die sich in einer Anwaltskanzlei bewirbt. Was Chantal aus Angst, keinen Ausbildungsplatz zu bekommen, hintertreibt. Beide einstige Nebenfiguren entwickeln sich im Verlauf des gut zweistündigen Geschehens zu einem Odd Couple auf Augenhöhe.

Spieglein, Spieglein, an der Wand

„Spieglein, Spieglein, an der Wand“: Ein antiker Spiegel, den sie für ein Social Media Gimmick halten, zieht die beiden selbstverliebten Schönheiten im wahren Wortsinn in eine Welt, von der sie noch nicht einmal geträumt haben. „Funkel, Funkel aus dem Dunkel“: Gut, dass sie mit Funkelchen (Maria Happel) von einer wenn auch recht verwirrten Fee empfangen und begleitet werden. In der opulent-barocken Umgebung, gedreht wurde im bayerischen Schloss Schleißheim, fällt Chantal durch ihre „gehobene Sprache aus der elektrischen Welt“ und ihre Ghetto-Skills auf: Sextipps und ihr Beharren auf die Gleichberechtigung der Frauen kommen in der mittelalterlichen Märchenwelt nicht gut an.

Als Fremdkörper wird Chantal aber nicht empfunden. Im Gegenteil: Sie gilt als die etwas aus der Art geschlagene Prinzessin Rosa, die Tochter des nach ewiger Jugend trachtenden Königs Wilderich (der erst 15-jährige Cooper Dillon), dessen Gattin (Alexandra Maria Lara) durch einen Fluch der Hexe Sansara (Nora Tschirner) in ein Wandgemälde eingehegt worden ist. Und der selbst ein hundertjähriger Schlaf droht. Wie Dornröschen aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm von 1813.

Reise durch die Märchenwelt

Das in der Hauptsache Pate stand für eine dolle emanzipatorische Reise durch die internationale Märchenwelt von der Prinzessin „Erbsi“ Amalia (Maria Ehrich) als Prinzessin auf der Erbse über Aladin (der ohne Eltern aus Syrien nach Deutschland geflüchtete Mido Kotaini) aus Tausendundeiner Nacht bis hin zu Ritter Artolf (Frederick Lau) aus der Artus-Sage. Eine wilde Mischung – und ein wilder Ritt der Hauptdarstellerin Jella Haase: „Chantal zeigt den Männern aus der Märchenwelt, wo der Hammer hängt, und kann zum ersten Mal beweisen, dass mehr in ihr steckt, als ihr immer eingeredet wurde“, so Bora Dagtekin über die am Ende etwas zu dick aufgetragene Moral von der Geschicht‘.

„Chantal im Märchenland“ ist bis in kleinste Episodenrollen (Zeki Müller, Elyas M’Barek, Jasmin Tabatabai) hochkarätig besetzt, lebt aber vor allem von Jella Haase, die selbst die offenbar unvermeidlichen Product-Placement-Szenen (Mc Donalds, Samsung, Heidepark Soltau) ironisch bricht und so erträglich gestaltet. Sie begeisterte schon von 2013 bis 2017 in „Fack ju Göhte“ und wurde für ihre umwerfende Darstellung 2014 mit einer Nominierung in der Kategorie „Beste darstellerische Leistung – weibliche Nebenrolle“ für den Deutschen Filmpreis belohnt. Für ihre Nebenrolle in „Lieber Thomas“ (2021) gewann sie die begehrte „Lola“.

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„Chantal im Märchenland“, von März bis Juni 2023 u.a. in den nagelneuen Penzing Studios vor den Toren Münchens, in den berühmten Prager Barrandov Studios und im Karlsbader Grandhotel Pupp gedreht, ist am Montag (25.3.2024) im Mathäser Filmpalast München uraufgeführt worden und kommt am Donnerstag, 28. März 2024 in die Kinos, u.a. in die Filmwelt Herne, ins Capitol Bochum und in die Essener Lichtburg.

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  • Mittwoch, 27. März 2024, von 17:30 bis 20:15 Uhr
| Autor: Pitt Herrmann