Mehr Menschen mit Behinderung leben eigenständig

LWL ermöglichte 563 Menschen ein Wohnen in den eigenen vier Wänden

Mutter Karin van Eyk, Tochter Hannah van Eyk und Betreuerin Svea-Maria Hielscher (v.l.) arbeiten eng zusammen.
Mutter Karin van Eyk, Tochter Hannah van Eyk und Betreuerin Svea-Maria Hielscher (v.l.) arbeiten eng zusammen. Foto: LWL

Immer mehr Menschen mit wesentlichen Behinderung leben in ihren eigenen vier Wänden. In Herne ermöglichte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) 563 Menschen im Jahr 2020, allein oder mit anderen in der eigenen Wohnung zu leben. Fünf Jahre zuvor waren es 460 Menschen.

„In Westfalen-Lippe lebten im Jahr 2020 rund 62 Prozent der insgesamt 57.000 Menschen mit wesentlichen Behinderungen in einer eigenen Wohnung. Fünf Jahre vorher waren es nur 56 Prozent, die außerhalb der sogenannten besonderen Wohnformen, also Heimen, lebten“, sagte der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Matthias Löb, in Münster.

Die Ambulantisierungsquote in Herne lag 2020 bei 58 Prozent, 2015 waren es nur 52 Prozent.

Löb weiter: „Ein wichtiger Schlüssel für eine inklusive Gesellschaft sind selbstverständliche Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderungen. Das gelingt aber nur dann, wenn auch Menschen mit schwereren Beeinträchtigungen mitten im Dorf oder im Stadtteil in ihrer Wohnung leben können.“

LWL-Sozialdezernent Matthias Münning: „Zu einem selbstbestimmten Leben gehört auch die Art, wie ich wohne. Das wollen wir den Menschen mit wesentlichen Behinderungen nicht vorschreiben. Sie sollen möglichst selbst entscheiden, wo und mit wem sie leben möchten.“ Der LWL unterstütze die Menschen dabei, diese Forderung aus der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen und die sogenannte Ambulantisierungsquote (Anteil an Wohnen im eigenen Haushalt) weiter zu steigern.

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