MCG-Wetterrückblick März 2021

Frühlingsblumen im Garten.
Der MCG-Wetterrückblick für März. Foto: Herbert Terlau

Wie im vergangenen Monat führt ein Vergleich der Wetterdaten des März 2021, dem ersten Frühlingsmonat diesen Jahres, mit den gemittelten Werten der vergangenen 31 Jahren zu eher durchschnittlichen Ergebnissen, da nahezu alle aktuellen Messergebnisse kaum mehr als fünf Prozent von den entsprechenden Vergleichswerten abweichen.

Dennoch präsentierte sich das Wettergeschehen bei uns in Herne ziemlich wechselhaft und abwechslungsreich, so dass wir sowohl winterliche Nächte mit knackigen Frösten als auch Tage mit frühsommerlichen Höchsttemperaturen erleben konnten.

Gleich am zweiten Tag des Monats sprang die Tageshöchsttemperatur von unter fünf Grad auf achtzehn Grad, verbunden mit einem Wechsel der Windrichtung von Ost/Süd-Ost nach Süd-West. Zwei Tage später fiel die von der mittlerweile zehn Jahre alten Wetterstation der Mont-Cenis-Gesamtschule in Herne-Sodingen erfasste Tageshöchsttemperatur wieder tief in den einstelligen Bereich bei unter sechs Grad. Auch die drei folgenden Nächte waren frostig mit Tiefsttemperaturen deutlich unter null Grad.

Nur vier Tage später setzte sich Sturmtief „Klaus“ westlich der britischen Inseln fest und sorgte als linksdrehendes Tief bei uns für kräftige Winde der Stärke acht, die mit einer maximalen Geschwindigkeit von 63 km/h aus süd-westlicher Richtung kommend die Höchsttemperatur für einen Tag auf fast fünfzehn Grad ansteigen ließen. Danach drehte der Wind für elf Tage auf Nord-West und die Temperaturen sanken tagsüber wieder tief in den einstelligen Bereich.

So verschlief auch in diesem Zeitraum der kalendarische Frühlingsanfang, welcher seit 2012 für die kommenden neunzig Jahre auf den 20. Juni datiert ist, seinen Einsatz bei tagsüber sieben und nächtlichen frostigen – 2,7 Grad völlig. Erst acht Tage später verlagerte sich das Azoren- Hoch „Nicole“ in unsere Richtung und sorgte in Herne dafür, dass jetzt endlich der lang ersehnte Frühling, mit angenehmen zwanzig Grad, allerdings nur für einen Tag einzog, um danach für die letzten beiden Tage des Monats auf gleich frühsommerliche Verhältnisse mit Tageshöchsttemperaturen über 25 Grad durchzustarten.

Trotzdem lag die monatliche Durchschnittstemperatur in diesem März 0,4 Grad unter (!) dem langjährigen Vergleichswert. Verantwortlich hierfür waren vor allem die sieben kühlen Nächte, in denen die Tiefsttemperaturen unter null Grad sanken – normal wären fünf bis sechs Frostnächte gewesen. Tagsüber war es hingegen wärmer als sonst, nicht zuletzt, weil die Sonne mit 143 Stunden fünfzehn Stunden länger schien sonst im März. Dies ist auch das einzige überdurchschnittliche Wetter-Ergebnis diesen Monats mit einer Abweichung von 12,5 Prozent von dem Vergleichswert der vergangenen drei Jahrzehnte.

Durchschnitt kann auch positiv sein: So entsprach in Herne die gemessene Regenmenge mit fast 62 Litern je Quadratmetern dem zu erwartenden Wert und das verteilt auf fünfzehn Regentage, so dass die niederschlagsfreien Phasen in diesem Monat maximal vier Tage dauerten. Die Feuchtigkeit reichte aus um die Frühblüher sich rechtzeitig zum (verspäteten) Frühlingsanfang in prächtigen bunten Farben präsentieren zu lassen. Diese durchschnittliche Regenmenge ist insofern bemerkenswert, da die Niederschlagsbilanz in anderen Teilen Deutschlands deutlich trockener ausfiel und, vor allem in den ostdeutschen Bundesländern nicht selten Regendefizite von über fünfundzwanzig Prozent gemessen wurden.

Die wesentlichen März - Wetterdaten im Überblick, in Klammern stehen die Vergleichswerte der vergangenen 31 Jahre:

  • Durchschnittliche Monatstemperatur: 6,4 °C (6,8 °C)
  • Durchschnittliche Tageshöchsttemperatur: 11,2 °C (9,9 °C)
  • Durchschnittliche nächtliche Tiefsttemperatur: 2,4 °C (3,6°C)
  • Maximale Tageshöchsttemperatur: 26,7 °C, gemessen am 31. März um 17.00 Uhr.
  • Maximale nächtliche Tiefsttemperatur: -4,6 °C, gemessen am sechsten März um 5.30 Uhr.
  • Summe der Frostnächte: 7 Nächte (5,4 Nächte)
  • Monatliche Niederschlagsmenge: 61,6 mm (64,3 mm)
  • Summe der Niederschlagstage: 15 Tage (11,5 Tage)
  • Monatliche Sonnenscheindauer: 143 Stunden (127,1 Stunden)
  • Tage mit Windstärken > 45km/h: 3 Tage (2,5 Tage)

Die Wetterstation wurde Mitte Februar 2011 auf dem Dach der Mont-CenisGesamtschule installiert. Die von ihr ermittelten Daten werden zunächst von Schülerinnen und Schülern der Mont-Cenis-Gesamtschule durch einen Vergleich mit den Durchschnittswerten der Jahre 1990-2019, ermittelt vom Wetteramt in Essen, veröffentlicht auf www.wetteronline.de, ausgewertet. Den endgültigen Bericht schreibt ihr Lehrer Joachim Lilei. Tagesaktuelle Werte, welche die Wetterstation alle 30 Minuten erfasst, sind einsehbar auf der Homepage der Mont-Cenis-Gesamtschule Herne.

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