Magnetstimulation gegen Depressionen

Behandlungsverfahren im St. Marien Hospital Eickel

v.l. Dr. Dr. Peter W. Nyhuis, Chefarzt und Ärztlicher Direktor des St. Marien Hospital Eickel, demonstriert gemeinsam mit Oberarzt Georgios Stavropoulos und Assistenzarzt Sung-Eun Suh die repetitive transkranielle Magnetsimulation.
Demonstrieren die repetitive Magnetsimulation: v.l. Dr. Dr. Peter W. Nyhuis, Chefarzt und Ärztlicher Direktor, Oberarzt Georgios Stavropoulos und Assistenzarzt Sung-Eun Suh. Foto: St. Elisabeth Gruppe

Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Deutschlandweit sind etwa 4 Millionen Menschen von der Krankheit betroffen, die sich unter anderem durch eine anhaltende niedergeschlagene Stimmung äußert. Welche Behandlungsmethode geeignet ist, muss für jeden Patienten individuell entschieden werden. In der Regel kommen dabei Medikamente und Psychotherapie zum Einsatz. Im St. Marien Hospital Eickel steht nun ein zusätzliches Verfahren zur Behandlung von Depressionen zur Verfügung: Die repetitive transkranielle Magnetstimulation, kurz rTMS. Hierbei werden durch magnetische Impulse bestimmte Areale im Gehirn stimuliert, die für die Stimmung mitverantwortlich sind.

Die repetitive transkranielle Magnetsimulation regt Teile des Gehirns durch ein starkes, pulsierendes Magnetfeld an. Dabei verbessert sich die Durchblutung der stimmungsbeeinflussenden Hirnregionen. Zahlreiche Studien konnten eine antidepressive Wirkung durch diese Stimulation nachweisen. Die Behandlung erfolgt über einen Zeitraum von mehreren Wochen täglich in jeweils 30-minütigen Sitzungen. „Der Patient kann währenddessen entspannen oder lesen“, erläutert Dr. Peter W. Nyhuis, Chefarzt und Ärztlicher Direktor des St. Marien Hospital Eickel. „Die magnetischen Impulse werden von einer Magnetspule abgegeben, die an der linken vorderen Kopfseite des Patienten positioniert wird. Die Magnetstärke entspricht in etwa der in einem MRT.“ Im Anschluss an jede Sitzung kann der Patient seine gewohnten Tätigkeiten umgehend wieder aufnehmen. Die Behandlung ist schmerzfrei und in der Regel frei von Nebenwirkungen. In seltenen Fällen können anschließend leichte Kopfschmerzen auftreten.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Das Verfahren wird im St. Marien Hospital Eickel seit Herbst 2021 angewendet und vorrangig dann verordnet, wenn die üblichen Verfahren bei dem Patienten nicht den gewünschten Erfolg erbracht haben oder der Patient eine medikamentöse Behandlung nicht verträgt. „Bei einer Depression handelt es sich um ein ernstzunehmendes Krankheitsbild, das frühzeitig behandelt werden muss, um die Lebensqualität des Patienten wiederherzustellen und weiteren Schaden, bis hin zu suizidalen Absichten, abzuwenden“, so Dr. Nyhuis. Die repetitive transkranielle Magnetstimulation ist grundsätzlich für jede Art von Depression geeignet und lässt sich mit anderen Behandlungsmethoden kombinieren. Darüber hinaus eröffnet diese Behandlungsmethode auch neue Therapiemöglichkeiten bei Angst- und Zwangsstörungen. Diese werden ebenfalls im St. Marien Hospital Eickel behandelt.

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