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Melly Böwe (Lina Beckmann) überprüft eine scheinbar verlassene Gartenlaube und stößt dabei auf eine drogensüchtige Frau und ihr vierjähriges Kind.

Neuer „Polizeiruf 110“ aus Rostock

Lina Beckmann in „Diebe“

„Diebe“ ist der Titel einer neuen, in Rostock spielendeb „Polizeiruf 110“-Folge des Norddeutschen Rundfunks von Elke Schuch (Buch) und Andreas Herzog (Regie) mit der Herner Schauspielerin Lina Beckmann. Die Produktion der Kölner Filmpool Fiction wurde vom 18. Mai bis 20. Juli 2022 in Hamburg und Rostock gedreht und wird am Sonntag, 25. Februar 2024, um 20:15 Uhr im „Ersten“ ausgestrahlt und um 21:45 Uhr im ARD-Digitalkanal One wiederholt. Sie kann danach auch in der ARD-Mediathek gestreamt werden.

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Das Kripoteam Rostock wird an einen Tatort gerufen, der auf den ersten Blick auch ein unglücklicher Haushaltsunfall sein könnte. Doch die Gerichtsmedizin und Einbruchsspuren sprechen eine deutliche Sprache: Vera Bödecke wurde ermordet. Erste Hinweise führen zur drogenabhängigen Mascha Kovicz (Meira Durand), die sich und ihre vierjährige Tochter Holli (Mathilda Graf) mit Einbrüchen über Wasser hält.

Melly Böwe (Lina Beckmann) geht das Schicksal der kleinen Familie nah und sie begibt sich in eine gefährliche emotionale Nähe zur Tatverdächtigen. Denn Mascha weiß mehr, als sie zugibt, und bringt alle damit in große Gefahr. Katrin König (Anneke Kim Sarnau) trifft auf ihren Vater Günther Wernicke (Wolfgang Michael) und möchte ihm so gerne seine Liebe glauben, aber ihr Misstrauen sitzt tief. Ist der Graben zwischen ihnen überwindbar?

Linas Rolle Melly

In der Rolleninterpretation der zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses Hamburg gehörenden Herner Schauspielerin, die erneut zum Berliner Theatertreffen eingeladen worden ist, hat es sich Melly Böwe zur Aufgabe gemacht, ihr Herz nicht im Spind einzuschließen, wenn sie zum Dienst kommt. In Abgrenzung zu ihrer zwielichtigen Familie hat sie sich für die helle Seite entschieden. Ihre Stärke ist die Empathie, und sie kämpft kompromisslos auf der Seite der Guten.

In „Diebe“ trifft dieser Good Cop nun auf die rebellische, den Drogen verfallene Mascha – eine schillernde, unverantwortlich handelnde, zwiespältige Figur, die man womöglich sofort verloren geben würde, wenn sie nicht zugleich auch eine liebevolle Mutter wäre. Eine herausfordernde Kombination für die Ermittlerin, die selbst unter schwierigen Umständen ein Kind großgezogen hat. Sie möchte Mascha auf die gute Seite ziehen, ahnt aber nicht, dass diese einem Traum nachjagt, dem sie alles unterzuordnen bereit ist. Gut, dass Katrin König sich Melly langsam ein kleines bisschen mehr öffnet.

Ambivalente Mutterfigur

Trotz allem eine liebevolle Mutter: Mascha Kovicz (Meira Durand) mit ihrer Tochter Holli (Mathilda Graf).

Lina Beckmann im ARD-Presseheft: „Ich finde die Ambivalenz dieser Mutterfigur total spannend. Dass Mascha das Leben eines Junkies führt, macht sie nicht per se zu einer schlechten Mutter, sondern sie versucht, beides irgendwie hinzukriegen. Sie geht einerseits durch die eigene Hölle mit ihrem Drogenkonsum und dieser Idee, an Geld zu kommen, und hat gleichzeitig den großen Wunsch, eine tolle Mutter zu sein. Sie möchte es ihrem Kind, das sie sehr liebt, schön machen. Auf ihre Weise ist sie für Holli auch eine tolle Mama, aber zugleich ist sie eine Gefahr für ihr Kind. Diese Mischung finde ich sehr außergewöhnlich, weil Menschen mit einer Sucht im Film sonst allzu oft die sind, die ihre Kinder schlagen und vernachlässigen.“

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Professionalität im Binnenverhältnis

Lina Beckmann zum Binnenverhältnis der beiden Rostocker Kommissarinnen: „Mir war bei dem Fall, wie auch bei den vorherigen, immer wichtig, dass die beiden nicht nur so einen Gegensatz bilden: Die eine ist nur kalt und streng und die andere ist nur weich und lieb. Vielmehr können die, glaube ich, beide die Situation sehr gut einschätzen, verhalten sich nur unterschiedlich dazu. Natürlich ist Katrin König auch gerade selbst so enttäuscht von all ihren Familienmitgliedern, dass sie eine innere Mauer aufgebaut hat. Und dadurch, dass Melly eine Tochter hat und der Umgang mit Kindern vielleicht gewohnter ist, reagiert sie empathischer und schlägt eine andere Vorgehensweise ein. Aber beide gehen auf ihre unterschiedliche Art professionell mit der Situation um. Sie haben eigentlich beide einen guten Ansatz, aber man spürt deutlich, dass die sich noch eingrooven müssen und sich nicht in jeder Situation gegenseitig vertrauen.“

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  • Sonntag, 25. Februar 2024, um 20:15 Uhr
| Autor: Pitt Herrmann