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20 Kinder der Laurentiusschule bekamen ihr Seepferdchen-Abzeichen überreicht.

20 Seepferdchen-Abzeichen wurden überreicht

Laurentiusschüler können schwimmen

20 Kinder der Grundschule Laurentius hüpften am Freitag (19.8.2022) freudestrahlend vom Schulhof ihrer Schule auf das angrenzende Sportfeld. Passenderweise bekamen sie hier das lang ersehnte Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ überreicht. Dazu hatten sie in den letzten beiden Wochen der Sommerferien an einem Schwimmkursus der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Ortsgruppe Herne (DLRG) teilgenommen. Mit Unterstützung des Lions Club Emschertal und der Herner Bädergesellschaft kam dieser spezielle Kursus zustande.

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Bädergesellschaft stellte das Becken zur Verfügung

Bäderchef Lotahr Przybyl brachte Quietsche-Entchen vom Wananas mit.

Die Herner Bädergesellschaft hatte kurzfristig das Lehrschwimmbecken im Wananas zur Verfügung gestellt, das in den Ferien normalerweise nicht von den Schulen und für den Vereinssport genutzt werden kann. Bäderchef Lothar Przybyl: „Die Schwimmfähigkeit der Kinder hat durch Corona noch einmal abgenommen und wir wollen so helfen, dem entgegenzuwirken.“ Zudem betont er, dass diese Aktion für die Bädergesellschaft keine einmalige Sache sein soll, sondern „wir wollen es etablieren, sodass solche Kurse auch zukünftig möglich sind.“

Lions übernahmen die Kosten

Dirk Plötzke vom Linos Club Emschertal verteilt Präsente an die Grundschüler.

Als Vertreter des Lions Club Herne Emschertal (LCE) erklärte auch Dirk Plötzke die Wichtigkeit der Schwimmfähigkeit. Darum habe der Club gerne die Gebühren für den Kursus, die Ausbilder und auch den Eintritt übernommen. Das Geld stammt aus dem Erlös des 1. Kids-Adventskalender den die Lions 2021 auf den Markt gebracht hatten (halloherne berichtete). Somit war dieser Kursus für die teilnehmenden Familien kostenfrei. Der 2. Kids-Adventskalender sei schon in Planung und der Erlös für die kindliche Bildung gedacht.

'Toller Beitrag zur Schwimmfähigkeit'

Die Koordination dieses Schwimmkurses lag in den Händen von Marcel Altmeyer, dem Leiter der Kommunikation bei der DLRG, und der Schulleiterin Martina Nissalk. Sie hatte im Vorfeld in Absprache mit dem Schulsportleiter der Laurentiusschule, Stefan Orhöfer, Eltern der nicht schwimmenden Kinder über die Möglichkeit informiert und zur Teilnahme animiert. Ausgelegt war der Kursus für 40 Kinder, von denen 20 am Ende die Prüfungsaufgaben mit Bravour schafften: vom Beckenrand ins Wasser springen, 25 Meter am Stück schwimmen und einen Gegenstand aus brusttiefem Wasser mit den Händen aufheben.

Schulsportleiter der Laurentiusschule Stefan Orhöfer und Schulleiterin Martina Nissalk.

Martina Nissalk freut sich über diese „tolle Aktion, die ein wichtiger Beitrag dafür ist, die Schwimmfähigkeit zu fördern.“ Dass scheint auch nötig, da genau diese Fähigkeit immer weiter abnimmt und die Zahl der tödlichen Badeunfälle steigt. Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind im Jahr 2019 bundesweit 17 Kinder im Vorschulalter ertrunken. Rund 60 Prozent der Zehnjährigen seien nach Informationen der DLRG beispielsweise keine sicheren Schwimmer. So sei das Ziel der Laurentiusschule, möglichst viele Kinder aus dem vierten Schuljahr als Schwimmer zu entlassen. „Vor Corona konnten 90 Prozent unserer Kinder schwimmen, in diesem Jahr waren es lediglich 70 Prozent," erzählt Stefan Orhöfer.

Zu wenig Bäder

v.l. Schwimmlehrerinnen Barbara Bonin, Lea Dargel, Marcel Altmeyer (DLRG), Dirk Plötzke.

Gründe dafür sind bekannt: Die bestehende Badeinfrastruktur bietet landauf, landab zu wenig Bäder, in denen eine Schwimmausbildung möglich ist. Der Ausfall des aufwendigen Schwimmunterrichts auch in Corona-Zeiten tut sein Übriges. Da ein Lehrschwimmbecken oftmals in weiter Entfernung der Grundschule liegt, kann es sein, dass die Bereitschaft oder auch die Möglichkeit, den Schwimmunterricht durchzuführen, gegen null tendiert.

Tierisch, tierisch: Seepferdchen und Wasserflöhe

Marcel Altmeyer: „20 Kinder haben jetzt das Seepferdchen-Abzeichen erlangt. Bei der anderen Hälfte, da fehlte aber auch nicht viel.“ Schwimmlehrerin Barbara Bonin ergänzt: „Kinder, die es jetzt nicht bis zum Abzeichen geschafft haben, waren sehr ängstliche und vorsichtige Kinder. Für sie war der Kursus aber auch erfolgreich: Sie sind nun richtige 'Wasserflöhe' geworden, denen die Angst vor dem Wasser genommen wurde." Hier sieht Altmeyer aber auch die Eltern in der Pflicht. Eine frühe Wassergewöhnung, die mache das Schwimmenlernen sehr viel leichter.

DLRG-Schwimmlehrerin Barbara Bonin überreicht die Seepferdchen-Abzeichen.

Auch wenn das Seepferdchen ein kräftiges Tier ist, das aufrecht im Wasser steht und nicht untergehen kann, bedeutet es nicht, dass diese 20 Kinder jetzt sichere Schwimmer sind, es ist allerdings ein wichtiger Schritt dorthin. Altmeyer erläutert: „Sie haben nun alle keine Angst mehr, springen ins Becken und können sich im Wasser fortbewegen." Damit das Schwimmen weiter ausgebaut wird, müssen sie am Ball - Verzeihung, natürlich muss es heißen - im Wasser bleiben.

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Dafür müssen die Kommunen Schwimmbäder und Wasserzeiten zur Verfügung stellen, die von den Eltern auch bezahlbar sind.

| Quelle: Carola Quickels
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