Konfliktanlaufstellen in den Dekanaten gestartet

Reden hilft!- Warum man Konflikte frühzeitig angehen sollte

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Konfliktanlaufstellen in den Dekanaten gestartet. Foto: Pixabay

Ab sofort, Juni 2020, gibt es mit den neu eingerichteten Konfliktanlaufstellen im Dekanat ein Unterstützungsangebot. Aufgabe dieser Stellen ist es, Menschen vor Ort frühzeitig zu unterstützen und so vielleicht eine Eskalation von Konflikten zu verhindern. Ein Szenario, wie es im Erzbistum Paderborn vorkommen kann:

Der Anfang

Am Anfang sind es nur kleine Reibereien in einer Gemeinde. Immer wieder sorgt es für Ärger, dass Einzelpersonen Entscheidungen treffen, ohne die Beteiligten einzubeziehen. Die Betroffenen tauschen ihre Sichtweisen untereinander aus und alle kommen zu dem Ergebnis, dass die Arbeit so keine Freude mehr macht. Keiner will aber mit der verantwortlichen Person sprechen. ,,Was können wir schon tun?"

Sechs Monate später. Aus dem verhaltenen Ärger ist ein offener Konflikt geworden. Einige haben sich still zurückgezogen, andere gehen in den offenen Widerstand und versuchen Mitstreiter zu gewinnen. Inzwischen geht es um weit mehr als den ursprünglichen Konfliktauslöser: In der Gemeinde gibt es nun zwei Lager, die sich gegenseitig bekämpfen. Eine Verständigung ist in weite Ferne gerückt. Beide Parteien sind davon überzeugt, dass man mit der jeweils anderen ja gar nicht reden kann. Immer mehr Stimmen werden laut: Der Erzbischof muss die Schuldigen zur Verantwortung ziehen!

Was dieses Szenario deutlich macht

Je länger Konflikte dauern, ohne bearbeitet zu werden, umso schwieriger wird es, sie zu lösen. Mit zunehmender Zeit wird das Problem immer komplexer, immer mehr Menschen mischen sich ein und beziehen Position. Am Ende geht es nur noch ums Gewinnen oder ums Verlieren, der Konflikt, der am Anfang stand, gerät meist in den Hintergrund. Ein Schaden für die Beteiligten entsteht.

Das kann vermieden werden, wenn man im Gespräch bleibt und in die Auseinandersetzung geht. Die Beteiligung einer dritten, neutralen Instanz kann die Klärung leichter machen, manchmal braucht es diese neutrale Unterstützung sogar.

Neben Mitarbeitenden des Dekanates stehen in den Konfliktanlaufstellen bei Bedarf auch Berater der Beratungsdienste im Erzbistum Paderborn zur Verfügung.

Konfliktanlaufstelle im Dekanat

Emschertal Dekanatsbüro Emschertal Schulstraße 16 44623 Herne Tel 02323 929 60 80

Ansprechpartnerin: Pauline Wawrzonkowski, Tel 02323 929 60 88 oder pauline.wawrzonkowski@dekanat-emschertal.net

Die Konfliktanlaufstellen bieten Unterstützung

  • für Ehrenamtliche in den Pastoralen Räumen, die in Gremien, Gruppen oder anderen kirchlichen Einrichtungen aktiv sind
  • für alle Gemeindemitglieder, die vor Ort Klärungsbedarf haben
  • für Hauptamtliche, die mit Menschen in den Gemeinden etwas besprechen möchten
  • bei Konflikten zwischen Haupt-und Ehrenamt, oder bei Konflikten unter Ehrenamtlichen
  • für alle, die unterschiedliche Möglichkeiten in einer konkreten Konfliktsituation ausloten wollen
  • bei Differenzen und Meinungsverschiedenheiten, die in maximal drei Gesprächen gelöst werden können, z.B. durch Coaching oder Moderation
  • bei schwerwiegenden, oder schon lange bestehenden Konflikten, zum Beispiel durch die Vermittlung an die zuständigen Beratungsstellen im Erzbistum
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