Kirche Neu in Eickel

St. Marien Kirche wird neu gestaltet

Kirche neu - hier St. Marien Kirche Eickel.
v.l. Gemeindereferentin Monika Klöckener und Pfarrer Ludger Plümpe. Foto: Carola Quickels

Von Pfingsten 2018 bis Pfingsten 2019 wird das Projekt Kirche Neu in der St. Marien Kirche, Herzogstraße 19, durchgeführt. Start ist am Pfingstsonntag, 20. Mai 2018, 10.45 Uhr, mit einer Eucharistie-Feier. Beim halloherne Besuch am Dienstag (15.5.2018) war die Kirche leergeräumt, das heißt, alle Bänke waren verschwunden und Gemeindereferentin Monika Klöckener und Pfarrer Ludger Plümpe standen im leeren Raum und lächelten. „Wir warten auf die Stühle, die heute geliefert werden sollen", so Pfarrer Plümpe. „Wir wollten einfach einen Freiraum schaffen, damit die Bänke nicht im Weg stehen, wenn wir die Kirche anders nutzen wollen - für eine andere Art von Gottesdiensten und andere Veranstaltungen. Dadurch wollen wir eine Brücke von drinnen nach draußen schaffen. So wollen wir die Kirche neu füllen. Wichtig ist nicht der Platz in der Bank, sondern der liebe Gott und dass sich die Gemeinschaft um den lieben Gott versammelt", so der 60-jährige Geistliche.

Kirche neu - hier St. Marien Kirche Eickel.
Taufbecken der St. Marien Kirche Eickel. Foto: Carola Quickels

Das Projekt Kirche Neu wurde beim Erzbistum Paderborn unter dem Titel Feuer Frei angemeldet und genehmigt. Nach ersten Treffen mit ehrenamtlichen Projekt-Helfern aus der Gemeinde wurde der Name aber geändert, weile viele sagten, dass es sich für sie zu militärisch anhöre. „Wir dachten damals so: Feuer ist Pfingsten und Frei steht für die freigeräumte Kirche. Das konnte aber nicht der Titel für das ganze Jahr sein und wir haben deshalb noch auf Kirche Neu umgeschaltet", erklärt Plümpe. „Wir wollen die Kirche öffnen, wir wollen alles ermöglichen. An den Sonntagen wird es weiter Gottesdienste geben, unter der Leitung eines Priesters. In der Woche sind Gemeindemitglieder eingeladen diesen Raum zu füllen. Mit allem was sie mit Gott und Christus in Verbindung bringen. Aktuell sind viele Gedanken im Raum, für die unterschiedlichsten Gottesdienste und Andachten. Es sind aber auch Konzerte im Gespräch, oder dass man mit Künstlern einfach was macht - oder einfach nur Begegnungen in der Kirche", sagte Monika Klöckener. Ein Programm steht noch nicht - aber man arbeitet dran. Wer sich über die Fortschritte in der St. Marien Kirche informieren will, kann sich auf der facebookseite auf dem Laufenden halten.

Kirche neu - hier St. Marien Kirche Eickel.
Kirche neu - hier St. Marien Kirche Eickel. Foto: Carola Quickels

„Als Event-Location oder Gastronomie-Ort haben wir die Kirche nicht angedacht. Die Kirche als Veranstaltungsort für Parties anzubieten ist natürlich schwer, denn da vorne wird immer der Tabernakel stehen", erklärte Klöckener. In St. Marien gibt es ab sofort einen mobilen Altar aus Plastik, auch der Ambo für die Messe ist aus Plastik. Man hat sich für diese Lösung entschieden, damit Altar und Ambo in den Stuhlkreis der Gemeindemitglieder gestellt werden können und so mehr Nähe zwischen der Gemeinde und dem Pfarrer hergestellt wird. „Die Idee, die Kirche umzugestalten, kommt aus der Gemeinde. Es gibt immer weniger Priester und die aktuelle Form der Gottesdienste ist nicht mehr für alle attraktiv, sie spricht nicht mehr die Sprache der Gläubigen", so Klöckener. „Die Gemeinde möchte ihrem Glauben in den unterschiedlichsten Formen Ausdruck geben. Daraus entstand die Idee, dass die Bänke stören, weil sie keine Flexibilität bieten und viel Platz einnehmen. Da haben wir entschieden, wir räumen alles aus und ermöglichen alles neu", sagte Monika Klöckener.

Kirche neu - hier St. Marien Kirche Eickel.
Kirche neu - hier St. Marien Kirche Eickel. Foto: Carola Quickels

Nicht alle Gemeindemitglieder sind von der neuen Raumgestaltung begeistert. „Mit deutlicher Ablehnung haben sie sich noch nicht bei uns auf die Matte gestellt. Ich will nicht ausschließen, dass die kommen, wenn man richtig was sehen kann. Einige würden wohl schon beim Anblick der leeren Kirche die Luft anhalten, aber die Kirche wird ja wieder gefüllt werden. Außerdem ist Kirche Neu ein Projekt aller neun Gemeinden im pastoralen Raum Wanne-Eickel, in einer der neun Kirchen, also St. Marien, machen wir das so, in acht weiteren wird es die klassische Variante geben", so Pfarrer Plümpe. Wer will kann also den Gottesdienst in einer der anderen Kirchen besuchen. „Wir haben hier in St. Marien die Chance einen neuen Weg zu gehen. Es nicht zu probieren bedeutet eine Chance zu vertun. Es ist ein Wagnis, das wissen wir auch. Wir sagen aber zur Gemeinde: jetzt probieren wir ein Jahr lang und ihr müsst euch auf Einiges gefasst machen." Sollte das Projekt nicht funktionieren kommen die Bänke zurück in die Kirche.

Kirche neu - hier St. Marien Kirche Eickel.
Kirche neu - hier St. Marien Kirche Eickel. Foto: Carola Quickels
Autor: