Keine Bebauung im Volkspark Röhlinghausen

Leserbrief

Gysenberg-Park.
Keine Bebauung im Volkspark Röhlinghausen (Symbolbild). Foto: Carola Quickels

Ein Leserbrief unseres Lesers Reiner Gesk erreichte uns am Mittwoch (16.12.2020). Darin äußert er seinen Unmut über die Pläne im Volkspark Röhlinghausen eine zweigeschossige KITA zu bauen. Damit würde eine Grünfläche vernichtet, die den Bürgern zu Naherholung diene. Dass dies KITA dringend nötig sei, das sei unserem Leser schon klar, aber er moniert den Standort. Alternative Standorte würden von der Verwaltung nicht akzeptiert. Das erregt den Unmut vieler Anwohner.

„Überrascht und überrumpelt sind die AnwohnerInnen der Barbarastraße von dem Vorstoß der Bezirksvertretung Eickel den Volkspark Röhlinghausen mit einer zweigeschossigen Kindertagesstätte zu bebauen. Am Dienstag (1.12.2020) erfuhren wir auf einer virtuellen Bürgersprechstunde der SPD, dass eine Kindertagesstätte mitten in den Park gebaut werden soll. Schon da gab es einigen Widerspruch der AnwohnerInnen und gute Argumente, den Park in seiner jetzigen Form zu erhalten. Die Mehrzahl der betroffenen BürgerInnen sind davon überzeugt, dass der Neubau einer Kindertagesstätte in Röhlinghausen eine gute Sache ist und dagegen hat sicher niemand etwas einzuwenden. Aber der Standort, der jetzt mit heißer Nadel gestrickt wurde, sorgt für ziemlichen Unmut.

SPD-Kandidat für das Amt des Bezirksbürgermeisters in Eickels: Arnold Plickert.
SPD-Bezirksbürgermeister Arnold Plickert. Foto: Stefan Kuhn

Die Planung, die jetzt circa 3.000 Quadratmeter öffentliche Grünfläche und den Durchgang zum Volkshaus Röhlinghausen den Baggern zum Fraß vorwirft, ist keine ordentliche Planung, sondern ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die den Park zur Naherholung nutzen.

Die Bebauung des Volksparks Röhlinghausen sorgt nicht nur für einen enormen Flächenverlust des Volksparks, sondern vernichtet auch die in den letzten Jahren neugestaltete Anbindung des Volkshauses Röhlinghausen und des Sportsplatzes der Spielvereinigung und SC Röhlinghausen über den Volkspark Röhlinghausen. Gerade am Wochenende wird dieser barrierefreie Weg von zahlreichen BürgerInnen genutzt.

Spendenübergabe an das Tierheim Herne-Wanne, Hendrik Bollmann.
SPD-Vorsitzender OV Röhlinghausen: Hendrik Bollmann. Foto: Fabian Dobbeck

Von Bürgerbeteiligung würde ich dann nicht mehr sprechen wollen, sondern nur von Bürgerinformation, denn am Donnerstag (3.12.2020) wurden in der Sitzung der Bezirksvertretung Eickel Fakten geschaffen. Dem Ortsverband der SPD Röhlinghausen muss dabei zugutegehalten werden, dass er mindestens die Anlieger informiert hat. Sowohl bei der digitalen Bürgersprechstunde am Dienstag (1.12.2020) als auch bei einem Ortstermin am Freitag (4.12.2020) mit Bezirksbürgermeister Arnold Plickert und Hendrick Bollmann (Vorsitzender der SPD in Röhlinghausen), brachten zahlreiche BürgerInnen neben ihrer Entrüstung und dem Unverständnis zu einer Bebauung im Volkspark Röhlinghausen, zahlreiche alternative Standorte für die dringend benötigte KiTa ein.

Die Begründung der Verwaltung allerdings, dass eine erneute Standort-Suche aus zeitlichen Gründen nicht möglich sei, kann besonders in Bezug auf die lange Historie des Volksparks Röhlinghausen, in dem Generationen von RöhlinghauserInnen Erholung gesucht haben und der extrem kurzen Planungszeit nicht akzeptiert werden. Eine solche öffentliche Grünfläche im Hauruckverfahren einer Bebauung zuzuführen und die Öffentlichkeit nicht zu beteiligen sorgt bei den AnwohnerInnen für Wut und mächtiges Unverständnis. Auch wenn der Druck auf die Verwaltung aufgrund des Betreuungsplätzemangels sicherlich enorm ist und die Entscheidung der Bezirksvertretung Eickel bei Entscheidungen über Bauvorhaben auf den Baumschutz zu achten, nach zahlreichen Rodungsaktionen im Stadtgebiet (z.B. Umbau Hüller Bach, Rodungen an der Berliner Straße), ein Schritt in die richtige Richtung ist, kann und darf die Lösung nicht die Bebauung von öffentlichen Grünanlagen sein. Bei einer solchen Entscheidung „zwischen Pest und Cholera“ aus Zeitgründen keine weiteren Alternativen zu prüfen kann nicht im öffentlichen Interesse liegen.

Hinzu kommt, dass die teilweise hochfrequentierte Barbarastraße in einigen Teilen sehr verengt ist und zum jetzigen Zeitpunkt kein Verkehrswegekonzept vorliegt. Wenn dann im weiteren Verlauf der Planungen rettungsdienstliche Erwägungen oder andere verkehrstechnische Maßnahmen aufkommen, um die Straße an den Engstellen zu verbreitern und weitere Bäume zu fällen, schlage ich nur noch die Hände über den Kopf zusammen.

Als Bürger dieser Stadt fordere ich eine ausgewogene Planung der KiTa in Röhlinghausen, die nicht im Vorfeld jegliche Alternativen bei Seite schiebt. Bürgerbeteiligung heißt, dass BürgerInnen sich einbringen können und nicht nur über schon im Vorhinein feststehende Tatsachen informiert werden."

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