Innovation City läuft an

Klimagerechte Sanierung Herne Mitte

Innovation city.Foto: Stadt Herne, Thomas Schmidtv.l. Tobias Clermont, Dr. Jürgen Bock, Dr. Frank Dudda und Karlheinz Friedrichs mit dem Konzept für Innovation City Herne.

Experten der Innovation City Management GmbH (ICM), haben am Dienstag (7.11.2017) im Rathaus das Quartierskonzept für einen klimagerechten Umbau von Herne-Mitte / Altenhöfen vorgelegt. Der Stadtteil ist damit das zweite von den insgesamt 20 Quartieren, für das ein solches Konzept des Projekts InnovationCity roll out abgeschlossen wurde. Es bildet die Basis für ein zukünftiges Sanierungs-Management, das Eigentümer unter anderem bei der energetischen Modernisierung von Gebäuden unterstützen kann. Tobias Clermont, Prokurist der ICM: „Mit dem Konzept geben wir der Stadt Herne konkrete Handlungsempfehlungen für eine weitere klimagerechte Entwicklung des Quartiers an die Hand. Zusammen mit den bereits bestehenden Konzepten zum Stadtumbau sowie weiteren Aktivitäten der Stadt möchten wir die Weichen stellen für eine klimagerechte und lebenswerte Metropole Ruhr sowie für eine erfolgversprechende Zukunft des Energielands Nordrhein-Westfalen.“

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Innovation city.Foto: Stadt Herne, Thomas SchmidtTobias Clermont, Prokurist der Innovation City Management GmbH.

In dem Konzept werden 25 Maßnahmen beschrieben, mit denen der Energieverbrauch teils deutlich reduziert werden kann. Dabei geht es beispielsweise um die energetische Modernisierung von Gebäuden und die Umstellung der Wärmeversorgung sowie der Straßenbeleuchtung aber auch um Klimaschutz im Kindergarten, Mieterprojekte zum Energiesparen und Energielotsen für fremdsprachige Haushalte. Mit diesen Maßnahmen soll so in den kommenden fünf Jahren der Endenergieverbrauch um sieben Prozent und die Treibhausgas-Emissionen um knapp acht Prozent gesenkt werden.

Die Stadtwerke Herne haben sich als Premiumpartner der Stadt für die Umsetzungs-Phase positioniert. Das Unternehmen möchte die Energieberatung übernehmen und das Sanierungs-Management unterstützen. „Wir haben von Anfang an klar gemacht: Wir wollen mitmachen!“, sagte Dr. Jürgen Bock, Prokurist der Stadtwerke Herne AG. „Gerade als Stadtwerke sehen wir unsere Aufgabe darin, die Bürger ganzheitlich zu beraten und die Energiewende voranzutreiben.“

Innovation city.Foto: Stadt Herne, Thomas SchmidtDr. Frank Dudda.

Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda ist überzeugt, nach der bisherigen Theorie den klimagerechten Stadtumbau nun auch in der Praxis umzusetzen: „Es ist eine Herausforderung, die wir meistern werden. Die nächste InnovationCity zu werden, stand für uns immer ganz klar im Vordergrund. Wir möchten damit ein Zeichen setzen und den InnovationCity-Gedanken weiter tragen.“ Michael Theben, Leiter der Abteilung Klimaschutz im Wirtschafts- und Energieministerium NRW: „Das Projekt InnovationCity zeigt beispielhaft, welche Chancen der Klimaschutz auf lokaler Ebene eröffnet. Privathaushalte, Wohnungswirtschaft sowie Gewerbe, Handel und Dienstleister in Herne können Energiekosten und CO2-Emissionen senken und tragen damit zum Gelingen der Energiewende bei.“

Das vorgelegte integrierte Energetische Quartierskonzept erarbeitete die ICM in Zusammenarbeit mit der Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft und der RAG Montan Immobilien GmbH. Während der Konzept-Phase wurden die Akteure mit Bezug zu Herne-Mitte regelmäßig über sogenannte Projekttische und Einzelgespräche beteiligt, um Möglichkeiten zur Integration der jeweiligen Engagements in das Gesamtvorhaben zu prüfen.

Die Bürger des Quartiers wurden über eine standardisierte Befragung in den Prozess eingebunden. Insgesamt 96 Teilnehmer beantworteten dabei Fragen zu anstehenden und erfolgten Modernisierungen, Beratungsinteresse sowie gewünschten Hilfestellungen. Die Auswertung ergab unter anderem, dass alle Altersgruppen unter den Eigentümern ein grundsätzliches Interesse an einer Beratung zur energetischen Modernisierung haben. Bei der Art der Beratung lassen sich drei Bereiche mit hohem Interesse herausfiltern. Über alle Altersgruppen hinweg ist eine Energieberatung im Quartier gewünscht. Darüber hinaus ist für die Altersgruppen bis 65 Jahre auch eine Beratung im Haus gewünscht. Die ältere Bevölkerung ab 65-Jahre ist dagegen mehr an Besichtigungen von bereits realisierten Projekten interessiert. Wenig überraschend waren die Ergebnisse zu der Frage, warum Immobilien bislang energetisch aktualisiert wurden. Hier standen mit dem Werte-Erhalt und der Senkung von Energiekosten insbesondere finanzielle Aspekte im Vordergrund, während der Klimaschutz nur eine kleinere Rolle einnahm.

Die über die Konzept-Phase gesammelten Analyseergebnisse wurden in dem über 230-seitigen Bericht ausgewertet und aufbereitet. Dieser soll für den kommenden Sanierungs-Manager als Leitfaden dienen und bildet die Grundlage für die energetische Erneuerung von Herne-Mitte. Da das Konzept verschiedene Informationen enthält, die aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht werden dürfen, wurde zudem eine 20-seitige Kurzfassung erstellt, die hier heruntergeladen werden kann. 

Innovation city.Foto: Stadt Herne, Thomas SchmidtInnovation City.
Forsthaus HerneForsthaus Herne
08. November 2017, 05:35 Uhr