Immer wieder dienstags

Protest gegen den erneuten Aufmarsch von Rechtsextremen in Herne (NW), am Dienstagabend (26.11.2019). Foto: Stefan Kuhn
Das "Bündnis Herne" trat den Rechtsextremen an der Markgrafenstraße entgegen. Foto: halloherne

Das Bündnis Herne und die Kirchen waren am Dienstag (26.11.2019) wieder auf der Straße: zum Protest gegen Rechtspopulisten und Rechtsextreme. Angemeldet als „Stark für Herne“ waren diese wieder unterwegs. Diesmal in der Teilnehmerzahl allerdings stark reduziert.

Auf der Bahnhofstraße versammelten sich ab 18 Uhr rund 200 Anhänger des Bündnis Herne. Bereits eine halbe Stunde früher kamen am Europaplatz etwa 100 Christen zum Open-Air-Gottesdienst für Frieden in unserer Stadt zusammen. Gemeinsam veranstaltet von dem evangelischen Kirchenkreis Herne und der katholischen St. Dionysius-Gemeinde Herne. Und dann waren da noch, nach Polizeiangaben, 42 Teilnehmer der Mahnwache am Finanzamt, unmittelbar an der Wegstrecke der „besorgten Bürger“.

Protest gegen den erneuten Aufmarsch von Rechtsextremen in Herne (NW), am Dienstagabend (26.11.2019). Foto: Stefan Kuhn
Stimmungsvoll: Open-Air-Gottesdienst an der Kreuzkirche. Foto: halloherne

Was diesmal fehlte: die Fahnenschwenker der MLPD, die anscheinend niemand wirklich vermisste. Im gemeinsamen Kampf gegen Rechtsextremismus und Faschismus verzichtet das parteiübergreifende Bündnis Herne bewusst auf Parteifahnen. Die linksradikale Kleinpartei hat bei ihrer Teilnahme an den vergangenen Dienstagen immer dagegen verstoßen und damit für Unmut gesorgt. Zahlreiche Gegenprotestanten befürchteten gar eine Vereinnahmung und blieben fern.

Neu war an diesem Dienstag auch, dass das Bündnis über die Behrensstraße zur Markgrafenstraße zog, wo sie die „besorgten Bürger“ mit lautstarkem Protest empfingen. „Haut ab, haut ab!“ schallte es den Marschierern entgegen und: „Nächste Woche seid ihr nur zu dritt.“ Es scheint, als zeige der unermüdliche Protest gegen die Rechtsextremen erste Erfolge: die Prominenz der rechten Szene aus Dortmund bleibt inzwischen Herne fern und die Teilnehmerzahl sinkt, diesmal waren es nach Polizeiangaben gerade mal 42 Personen.

Am kommenden Dienstag geht der Protest der Herner Bürger gegen Ausländerfeindlichkeit und für Vielfalt in die nächste Runde - trotz winterlicher Temperaturen, Dunkelheit und Vorweihnachtszeit.

Das knappe Fazit der Polizei für diesen Abend: „ein störungsfreier Verlauf“. Um 19:15 Uhr gab es das Einsatzende.

Protest gegen den erneuten Aufmarsch von Rechtsextremen in Herne (NW), am Dienstagabend (26.11.2019). Foto: Stefan Kuhn
Manchmal genügt ein Pappschild. Foto: halloherne
Quelle: