Herner Polizei bekommt neuen Leiter

Felix Horn (41) übernimmt das Amt, neue Wache liegt im Zeitplan

Felix Horn ist seit Juli 2021 der neue Leiter der Polizeiinspektion Herne, hier steht er im Innenhof an der Bebelstraße.
Zuständig für rund 140 Polizeibeamte in Herne: Felix Horn ist seit Juli 2021 der neue Leiter der Polizeiinspektion an der Bebelstraße. Foto: Marcel Gruteser

Die Herner Polizeiinspektion an der Bebelstraße hat einen neuen Leiter: Felix Horn hat das Amt von seiner Vorgängerin Nicole Pletha im Juli 2021 zunächst kommissarisch übernommen. Pletha war seit Oktober 2018 Leiterin der Herner Polizei (halloherne berichtete), wechselte nun aber zu einer anderen Behörde.

Ihr Nachfolger hat schon viel Erfahrung bei der Polizei gesammelt und sieht seine Aufgabe vor allem darin, dass im Alltagsgeschäft möglichst alles glatt läuft, sagte er im halloherne-Gespräch. Zuletzt war er für die Führungsstelle der Polizeiinspektion Bochum zuständig, das ist er aktuell auch noch bis zum Herbst, danach kümmert er sich ausschließlich um die Herner Belange. „Derzeit lerne ich Herne polizeilich erst noch kennen, aber das wird funktionieren. Ich bin sehr gut aufgenommen worden und gespannt, was noch kommen wird“, sagt Horn.

„Ich bin seit 24 Jahren bei der Polizei und habe mit der Ausbildung im mittleren Dienst angefangen. Später habe ich das damalige Diplomstudium absolviert und verschiedene Bereiche und Behörden kennengelernt. Eine Zeit lang war ich auch mal Ausbilder“, erzählt der 41-Jährige über seinen beruflichen Werdegang. Er habe in der Zeit aber fast nur Uniform getragen - auch beim Pressegespräch trägt er sie. Auf den Schultern des Inspektionsleiters strahlen auf beiden Seiten zwei goldene Sterne, um den aktuellen Rang als Polizeioberrat und damit auch den höchsten Uniformierten der Herner Polizei zu untermauern.

Arbeitsbedingungen so gut wie möglich gestalten

Wie sehen denn die üblichen Aufgaben aus? „Ich bin zuständig für die beiden Wachen in Herne und Wanne-Eickel und schaue dort, dass im Alltagsgeschäft, auch mit den verschiedenen Schichten, möglichst alles geordnet abläuft. Außerdem möchte ich die Arbeitsbedingungen so gut wie möglich für die Kolleginnen und Kollegen gestalten“, erläutert Felix Horn. „Dazu habe ich aber auch Kontakte außerhalb der Polizei, beispielsweise zur Stadt, zu Vereinen oder zu Veranstaltern, wenn es um Versammlungs- und Veranstaltungsfragen geht.“

Neues Gebäude für die Polizei Herne an der Cranger Straße Ecke Harpener Weg, hier Blick aus süd-westlicher Richtung.
Neues Gebäude für die Polizei Herne an der Cranger Straße Ecke Harpener Weg, hier Blick aus süd-westlicher Richtung. Visualisierung: Sideka GmbH

Rund 140 Polizeibeamte arbeiten derzeit in den Wachen Herne und Wanne-Eickel. Zumindest die aus Herne erwartet künftig ein anderer Arbeitsplatz, da an der Cranger Straße ein Neubau entsteht (halloherne berichtete) und daher die Polizei das alte Gebäude bald nicht mehr benötigt. Dieses Projekt hat Horn als Leiter der Herner Polizeibeamten ebenfalls von seiner Vorgängerin übernommen.

Platzangebot wird geringer

Von Aufregung ist aber keine Spur, er geht mit diesem Thema sehr entspannt um: „Es läuft bislang hervorragend. Es wird zwar eine große Umstellung, da das Platzangebot geringer wird, dennoch halte ich einen Neubau immer für besser.“ Ein Umbau bzw. eine Renovierung im Bestand sei für alle Polizisten eine extreme Belastung, er selbst habe das während seiner Dienstzeit in Wuppertal schon am eigenen Leib erfahren. Horn sagt, dass der Umzug von der Bebelstraße zur Cranger Straße noch für das Jahr 2022 anvisiert sei - trotz Pandemie und Handwerker- und Materialmangel.

Die Polizeiwache der Polizeiinspektion Herne an der Bebelstraße in Herne (NW), am Donnerstag (29.04.2021).
Die Wache der Polizeiinspektion Herne an der Bebelstraße. Foto: Stefan Kuhn

Stichwort Jahr 2022: Dann soll auch endlich wieder die Cranger Kirmes stattfinden. „Aus polizeilicher Sicht wäre die Kirmes, als auch ein Weihnachtsmarkt 2021 möglich. Jedoch ist hier die Stadt Herne verantwortlich und muss dabei das Pandemiegeschehen im Auge behalten und abwägen. Daher bleibt die Entscheidung offen“, sagt der zweifache Familienvater. Insgesamt sei die Polizei in Bochum, Herne und Witten trotz vereinzelter Fälle bestmöglich durch die Corona-Krise gekommen, weil sie sich strategisch gut aufgestellt hatte.

Feldherrenviertel im Auge behalten

Ebenso nahm Horn Stellung zur aktuellen Kriminalitätslage in Herne (Kriminalitätsbericht für 2020 und politisch motivierte Kriminalität 2020). „Natürlich nehmen wior das Engagement der Herner Bevölkerung wahr. So behalten wir zum Beispiel das Feldherrenviertel im Auge“, so Horn. Dort gibt es immer wieder Meldungen über Schlägereien, Lärm, Schmutz und Raser. Die Auflösung des Herner Bandidos-Clubheims an der Rottstraße hätte bisher keine besondere Einsatzlage hervorgerufen.

Zuletzt hat der neue Inspektionsleiter noch ein Lob für die Menschen im Ruhrgebiet übrig: „Ich komme selbst aus dem Bergischen Land, da merkt man sofort, wenn man in eine andere Stadt fährt. Hier sieht man keine Stadtgrenzen, außerdem sind die Menschen im Ruhrgebiet geradeaus und sagen, wo der Schuh drückt. Das habe ich schon in meiner Zeit in Bochum schätzen gelernt.“

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