Herne nimmt sich wieder Platz

Protest gegen den Spaziergang der sogenannten 'Besorgten Bürger' am Dienstat, 22. Oktober 2019. Foto: Rüdiger Ungebauer.
Protest gegen den Spaziergang der sogenannten 'Besorgten Bürger' am Dienstag, 22. Oktober 2019. Foto: Rüdiger Ungebauer. Foto: halloherne
Ökumenischer Open-Air-Friedensgottesdienst vor der Kreuzkirche - gegen Fremdenhass und Ausgrenzung. Foto: Carola Quickels
Ökumenischer Open-Air-Friedensgottesdienst vor der Kreuzkirche - gegen Fremdenhass und Ausgrenzung. Foto: halloherne

Zum Protest gegen die selbsternannten 'Besorgten Bürger' hatte das Herner Bündnis am Dienstag (22.10.2019) zur 10. Gegen-Demonstration in die City eingeladen. Bevor sich über 350 Menschen zu dem Friedensfest auf dem Robert-Brauner-Platz trafen, fand an der Kreuzkirche der ökumenische Friedensgottesdienst unter dem Motto: Für ein Herne der Vielfalt statt. Seitdem die 'Besorgten Bürger' durch Herne laufen, laden die evangelischen und katholischen Gemeinden in Herne dienstags zu diesem Open-Air-Friedensgottesdienst auf dem Europaplatz ein.

Ökumenischer Open-Air-Friedensgottesdienst vor der Kreuzkirche - gegen Fremdenhass und Ausgrenzung. Foto: Carola Quickels
Ökumenischer Open-Air-Friedensgottesdienst vor der Kreuzkirche - gegen Fremdenhass und Ausgrenzung. Foto: halloherne

Und wieder läuteten die Glocken, bevor die drei Pastoren - Katharina und Wolfgang Henke (ev.) und Meinolf Mika (kath.) - die rund 100 Menschen zum Gottesdienst begrüßten. Katharina Henke von der Kreuzkirchengemeinde erklärte ihr Engagement so: „Wir Christen stellen uns vor die Menschen, die verachtet werden, die ausgegrenzt oder angefeindet werden. Wir sind bei ihnen, mit Gebeten, mit Liedern und mit Gottes Wort. Wir haben uns aufgemacht um Haltung zu zeigen und gemeinsam zusammen zu stehen."

Protest gegen den Spaziergang der sogenannten 'Besorgten Bürger' am Dienstat, 22. Oktober 2019. Foto: Rüdiger Ungebauer.
Protest gegen den Spaziergang der sogenannten 'Besorgten Bürger' am Dienstag, 22. Oktober 2019. Foto: halloherne

Viele der Gottesdienstteilnehmer gingen auch an diesem Dienstag wieder zum anschließenden Friedensfest auf den Robert-Brauner-Platz - um klare Kante zu zeigen und gemeinsam gegen Fremdenhass und Ausgrenzung Stellung zu beziehen. Um gemeinsam zu zeigen: Wir dulden keine rechten Spaziergänger in unserer Stadt und das tragen wir gerne jeden Dienstag nach außen, solange bis die Spaziergänger es leid sind.

Gegendemonstranten empfingen die Marschieren am Mahnmal zum Gedenken der Opfer der Nazi-Diktatur mit Trillerpfeifen, Kochtöpfen und
Gegendemonstranten empfingen die Marschieren am Mahnmal zum Gedenken der Opfer der Nazi-Diktatur mit Trillerpfeifen, Kochtöpfen und "Nazi-Raus" Rufen. Foto: halloherne

Hier auf dem Robert-Brauner-Platz hatten sich, laut Polizeiangaben, rund 350 Menschen gegen das Aufmarschieren der Rechten versammelt. Musikalisch unterstützt wurden sie an diesem Abend von der Liedermacherin Frollein. Der Redebeitrag kam von einer Hermer Privatperson, sie mahnte an, dass die Politiker jetzt endlich aus den Puschen kommen müssen und es an der Zeit sei, eine demokratische Lösung aufzuzeigen. Denn, so die Frau, die Geschichte dürfe sich nicht wiederholen. Lautstarker Beifall bekräftigte ihren Redebeitrag.

Protest gegen den Spaziergang der sogenannten 'Besorgten Bürger' am Dienstat, 22. Oktober 2019. Foto: Rüdiger Ungebauer.
Die sogenannten 'Besorgten Bürger' am Dienstag, 22. Oktober 2019. Foto: halloherne

Die sogenannten „Besorgten Bürger“ - knapp 80 waren es laut Polizeiangaben - hatten sich gestern für eine Route in entgegengesetzter Richtung entschieden, begleitet wurden sie wieder einmal von einem großen Polizeiaufgebot. Transparente hatten sie nicht dabei, aber sie hielten fleißig ihre Handys in die Höhe und filmten den Gegenprotest, beschwerten sich bei Polizisten über Gegendemonstranten, die einen Schal umgebunden hatten. „Hey, Bulle, guck doch hin. Die haben sich vermummt, das ist verboten.“

Am Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der Nazi-Diktatur an der Bebelstraße wurden sie von knapp 50 Demonstranten empfangen, die ausgerüstet mit Trillerpfeifen, Rasseln, Tröten und Kopftöpfen ordentlich Krach machten und damit zeigten: Wir wollen keine rechte Bürgerwehr.

Protest gegen den Spaziergang der sogenannten 'Besorgten Bürger' am Dienstat, 22. Oktober 2019. Foto: Rüdiger Ungebauer.
Protest gegen den Spaziergang der sogenannten 'Besorgten Bürger' am Dienstag, 22. Oktober 2019. Foto: halloherne
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