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Viele Menschen, die aus Südosteuropa nach Herne kommen, stammen aus Rumänien oder Bulgarien. Das stellt die Stadt vor Herausforderungen, die nun angegangen werden sollen.

Stadt setzt auf Integration, Intervention und Prävention

Herausforderungen durch Zuwanderung aus Südosteuropa

Zahlreiche Menschen, die aus Südosteuropa nach Herne kommen, sind Bulgaren oder Rumänen. Derzeit seien knapp 3.200 von ihnen in Herne gemeldet. Viele von ihnen finden sich hier gut zurecht. Jedoch gebe es unter den Zuwanderern aus dieser Region Europas auch Menschen, deren Integration zu Herausforderungen für die Stadt führen. Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Herne im vergangenen Jahr beschlossen, sich neu aufzustellen und eine Struktur aufzubauen, die diesen Herausforderungen begegnet. Am Dienstag (7.11.2023) wurde diese nun vorgestellt.

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„Viele der Menschen finden sich ohne besondere Unterstützung zurecht. Dort, wo es aber Schwierigkeiten gibt, kommen häufig mehrere Problemlagen zusammen", berichtet Stadtrat Andreas Merkendorf. Diese Probleme seien beispielsweise der Zugang zum Arbeitsmarkt sowie Bildungssystem oder die Versorgung mit adäquatem Wohnraum.

Lenkungskreis 'Zuwanderung Südosteuropa'

Im Bild Stadtrat Andreas Merkendorf,

Deshalb hat die Stadt nun den Lenkungskreis Zuwanderung Südosteuropa (SOE) eingerichtet. Dieses Gremium besteht aus Beigeordneten der Dezernate III (Andreas Merkendorf), IV (Stephanie Jordan), V (Karlheinz Friedrichs) sowie VI (Dr. Frank Burbulla) und Tim Stegmann, dem Geschäftsführer der Geschäftsstelle des Lenkungskreises, der gleichzeitig der Teamleiter der Koordinierungsstelle SOE ist. In quartalsweisen Sitzungen kommen die Vertreter zusammen, um die Ziele und Problemlagen zu besprechen sowie eine Ressorts übergreifende Zusammenarbeit zu sichern.

So wurde im Kommunalen Integrationszentrum eine Koordinierungsstelle für die Zuwanderung aus Südosteuropa eingerichtet. Hier können Interessierte alle Angebote auf einen Blick finden.

„Wir wollen Unterstützungsstrukturen bieten. So setzen wir auf einen Dreiklang aus Integration, Intervention und Prävention“, erläutert Stadtrat Andreas Merkendorf. „Wir sehen beispielsweise Herausforderungen in der Umsetzung der Schulpflicht. Deshalb arbeiten wir an sechs Grundschulen mit Familienbetreuerinnen zusammen, die bei der schulischen Integration unterstützen.“

Vermieter in den Fokus nehmen

Es sollen auch verstärkt Missstände in Immobilien in den Blick genommen werden. (Symbolbild).

Außerdem werden vermehrt Vermieter in den Fokus genommen. „Wir achten nun verstärkt auf Missstände in Immobilien. Manchmal werden Häuser und Wohnungen schamlos an die Menschen vermietet, unabhängig davon, ob diese bewohnbar sind. Wenn nötig, werden diese dann auch dicht gemacht", verdeutlicht Merkendorf.

Vertrauen aufbauen

Insgesamt sei es dem Lenkungskreis wichtig, Vertrauen zu den Zugewanderten aufzubauen. „Wir setzen auch viel auf aufsuchende Arbeit. Wir besprechen mit den Menschen Themen wie Mülltrennung oder helfen bei der Integration in den Arbeitsmarkt oder in das Schulsystem", so Tim Stegmann, Teamleiter der Koordinierungsstelle SOE.

Und weiter: „Wir merken jedoch auch, dass es manchmal eine Herausforderung ist, Vertrauen in die Regelstrukturen aufzubauen." Dies sei bei einigen Roma, die zu den am stärksten benachteiligten Personengruppen Europas zählen, deutlicher zu bemerken gewesen, wobei Stegmann nicht verallgemeinern möchte. Dazu stehe die SOE auch in Austausch mit dem Zentralrat der Roma, um Vertrauen in die städtischen Strukturen zu schaffen.

Alles in allem sei es dem Zusammenschluss wichtig, dass die Menschen die Angebote annehmen und ihnen so die Integration ins städtische Leben erleichtert werde.

| Autor: Julia Blesgen