Grußwort an die Stadtverordneten

Grußwort an den Rat der Stadt.
Grußwort an den Rat der Stadt. Foto: islamische Gemeinde 2

Während der konstituierenden Sitzung des Stadtrates am Dienstag (3.11.2020) richteten die Vertreter der Glaubensgemeinschaften Grußworte an die Stadtverordneten. Das Grußwort für die Muslime aus Herne sprach der Ismail Bacanak, Vorsitzender der Islamischen Gemeinschaft Herne 2, wie folgt:

„Guten Tag lieber Herr Oberbürgermeister, Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich heute hier zu sein, im im Namen der islamischen Gemeinschaft Herne 2 darf ich Ihnen zur Wahl gratulieren. Sie haben die ehrenvolle Aufgabe als Rat der Stadt uns aus der Pandemie zu bringen. Pandemie Zeiten sind schwere Zeiten, wo das soziale Leben heruntergefahren wird und der soziale Kontakt nur noch auf die sozialen Medien reduziert wird, beginnt die soziale Vereinsamung.

In dieser Zeit gewinnt die Nachbarschaftshilfe mehr denn je an Bedeutung. Unsere Gemeinde hat in dieser Zeit Lebensmittelpakete verteilt. Der Glaube in außergewöhnlichen Zeiten. Gerade in solchen Zeiten aus Sorge vor dem Virus findet man Zeit über Gott und die Welt nachzudenken. Uns erreichen Menschen, die wieder angefangen haben zu Gott zu beten.

Nun möchte ich auf die jüngsten terroristischen Anschläge in Wien und Frankreich eingehen, unser tiefstes Mitgefühl gilt den Familien und Angehörigen der Opfer. Die Terroristen haben nicht nur die Menschen vor Ort angegriffen, sondern auch uns und unsere Familien hier in Herne. Dabei wurde unser friedliches Zusammenleben bedroht. Wir sehen die Bedrohung, dass durch Hass und Gewalt versucht wird unsere Gesellschaft zu spalten. Wir Muslime können diese Tatsache nicht mehr ignorieren, wie der Islam instrumentalisiert wird. Auf der einen Seite wird der Islam von radikalen Terroristen und auf der anderen Seite von Populisten missbraucht. Beide Seiten benutzen den Islam, um ihre eigenen Ziele zu verwirklichen.

Mein Appell lautet: Wir müssen das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt schützen. Der Rassismus und die Diskriminierung von religiösen Gemeinschaften, wie der Antisemitismus und die Islamfeindlichkeit haben keinen Platz in Herne. Glückauf und As Salamu Aleikum, Friede sei mit Ihnen."

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