Grundschule Schulstraße erhält neues Leben

Nach Sanierung Start zum Schuljahr 2021/2022

Die Grundschule an der Schulstraße im Stadtbezirk Mitte in Herne (NW), am Freitag (25.09.2020). Nach ihrer Schließung soll die Schule aufgrund steigender Schülerzahlen wieder in Betrieb gehen.
Nach ihrer Schließung soll die Schule aufgrund steigender Schülerzahlen wieder in Betrieb gehen. Foto: Stefan Kuhn

Ins Gebäude der früheren Grundschule an der Schulstraße kommen nach zwei Jahren Leerstand bald wieder regelmäßig Schüler: Die Stadt Herne richtet eine neue zweizügige Grundschule mit OGS-Betrieb ein. Dafür wird das Gebäude saniert und der hintere bestehende Pavillon abgerissen, der vordere, der derzeit von einer Kita genutzt wird, soll die OGS beherbergen. Ein zusätzliches Erweiterungsgebäude entsteht dafür. Die Pläne stellten die Verantwortlichen am Donnerstag (24.9.2020) vor.

Derzeit geht das Projekt noch durch die politischen Gremien, am Donnerstag (24.9.2020) erhielt der Schulausschuss noch alle nötigen Informationen, um das Projekt abzusegnen, nachdem der Immobilienausschuss schon am Dienstag (22.9.2020) informiert wurde. Laut der Beschlussvorlage verschlingt der Neubau des zweigeschossigen Pavillons mit einem Erweiterungsgebäude rund 1,47 Millionen Euro, die Sanierung des aus dem Jahre 1900 stammenden Hauptgebäudes weitere 3,7 Millionen Euro. Schulhofkosten (470.000 Euro) und Einrichtungsgegenstände (280.000) runden die Investition ab, die zu rund 95 Prozent von der Herner Schulmodernisierungsgesellschaft mbH übernommen wird.

„Wir mussten die Frage klären, ob es Sinn macht zu sanieren, oder ob ein Neubau nötig ist“, erläuterte Michael Schulz vom Fachbereich Immobilien und Wahlen. „Wir kamen zum Entschluss, dass das Gebäude noch in einem guten Zustand ist und Flair besitzt. Außerdem bietet es Potenzial für neue Lernformen“, sagte Schulz, der für Bildungsimmobilien zuständig ist.

Andreas Merkendorf, Leiter Fachbereich Schule und Weiterbildung, merkte an, dass die zuvor geschlossene Schule an einem wunderbaren Standort wieder eröffnen würde: „Dennoch kann man nicht einfach auf einen Knopf drücken und sagen: Wir öffnen wieder. Es muss ein neues Bestimmungsverfahren geben, das ist, als gäbe es kein bestehendes Gebäude. An der Schulstraße haben wir aber das Glück, dass es noch da ist.“ Die Herausforderung wäre nun, Eltern davon überzeugen, ihre Kinder dort anzumelden. „Wir haben eine alte Hülle, die innen aber sehr modern sein wird.“

Dafür arbeitet die Stadt mit dem Architekten Ansgar Huster zusammen. „Wir erlösen die derzeitige Schule von unschönen Flecken, wie des alten hinteren Pavillons und sorgen für ein angenehmes Lernumfeld. Das Altbau-Flair lassen wir neu entstehen.“

So soll die neue Grundschule an der Schulstraße aussehen: (v.li.) Klaus Hartmann, Fachbereich Schule, und Architekt Ansgar Huster präsentieren den Entwurf.
So soll die neue Grundschule an der Schulstraße aussehen: (v.li.) Klaus Hartmann, Fachbereich Schule, und Architekt Ansgar Huster präsentierten den Entwurf. Foto: Marcel Gruteser

Die Frage, warum überhaupt eine weitere Grundschule benötigt wird, beantwortete Klaus Hartmann vom Fachbereich Schule: „Die bestehenden Klassen geraten bereits an ihre Grenzen, besonders in Herne-Mitte. Daher wollen wir mit diesen Maßnahmen entgegenwirken.“ Vier Schulen (Kolibri, Kunterbunt, Schillerschule und Bergschule) hätten für das Jahr 2020/2021 bereits Anmeldeüberhänge gehabt und hätten 15 Kinder ablehnen müssen. Aus der Beschlussvorlage geht zudem eine Schülerprognose hervor. Sie beträgt für 2020 noch 328 Schüler, für 2023 schon 372 - und das nur in Herne-Mitte. Hinzu käme, dass in Herne-Mitte mehr Kinder und Jugendliche in armen Verhältnissen aufwachsen.

Schulamtsdirektorin Andrea Christoph-Martini: „Diese Spreizung der Gesellschaft müssen wir überall miteinbeziehen. Herne hat eine sehr heterogene Gemeinschaft, da müssen wir die schwächeren und stärkeren Schüler gleichermaßen fördern.“ Zudem müsse eine neue Schule von Grundauf gut durchdacht sein. „An der neuen Grundschule an der Schulstraße entwickelt die neue Schulleitung besondere Ideen und Vorstellungen für die Zukunft“, ist sich Christoph-Martini sicher.

Die neue kommissarische Schulleitung übernimmt Sonja Mersch: „Das ist eine Riesenchance, die Eltern mitzunehmen und gemeinsam zu starten. Unsere Schule wird ein MINT-Profil (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, Anm. d. Red.) haben, damit die Kinder die Welt entdecken können.“ Dazu soll es regelmäßigen Projektunterricht geben, außerdem unterstützen die Räumlichkeiten zwei weitere Mehrzweckräume.

Die Schulanmeldungen finden in der kommenden Woche, zwischen Montag, 28. September und Freitag, 2. Oktober 2020, in der Zeit von 8:30 und 10:30 Uhr statt - zusätzlich noch am Montag zwischen 14 und 16 Uhr. Weitere Infos auf der Seite herne.de.

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