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Der gebürtige Herner Gordon Kampe stellte am Freitag (22. Mai 2026) auf der Spielplan-Pressekonferenz im Essener Aalto-Theater das Projekt „Ruhrepos 2.0“ vor.

Von Bergbau bis Currywurst

Gordon Kampe im Aalto

Vor drei Jahren begeisterte er das Aalto-Publikum mit der Uraufführung seiner Oper „Dogville“ nach dem gleichnamigen Film Lars von Triers (halloherne berichtete), in der kommenden Spielzeit stellt er im Essener Musiktheater mit „Ruhrepos 2.0“ eine sechsteilige augenzwinkernd-heitere Revue als Weltpremiere vor: Der am 10. September 1976 in Herne geborene Komponist und Hochschullehrer Gordon Kampe.

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Der auch sprachlich aus seiner Ruhrpott-Herkunft keinen Hehl gemacht hat bei der Präsentation des Spielplans 2026/27 am Freitag (22. 5.2026) im Foyer des Aalto-Theaters: Nach einer Ausbildung zum Elektroinstallateur holte er das Abitur nach, studierte zunächst Komposition in Rostock und promovierte dann – über Kurt Weill – an der Essener Folkwang-Hochschule. Ganz nebenbei studierte Kampe auch noch Geschichte und Musikwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum und arbeitete als Kirchenmusiker in seiner Heimatstadt – in der Sodinger Johanniskirche.

Pecorino statt Parmesan

Die Spielzeit 2026/27 am Essener Aalto Musiktheater wartet mit zwei Uraufführungen und populären Wiederentdeckungen wie Cole Porters Musical „Anything Goes“ und Albert Lortzings Komischer Oper „Zar uns Zimmermann“ auf.

Nach dem Förderpreis der Ernst-von-Siemens-Stiftung 2016 durfte er im Jahr darauf als Stipendiat der Deutschen Akademie Rom in die Villa Massimo einziehen. Seitdem bestreut er die Pasta daheim nur noch mit Pecorino statt mit Parmesan, wie er am Rande der Spielplan-Pressekonferenz verriet. Überhaupt war das Jahr 2017 für ihn ein entscheidendes: Seither lehrt der Herner als Professor für Komposition und Musiktheorie an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater.

Zurück zu Kurt Weill, seinem Studien-Schwerpunkt an der Folkwang-Hochschule. Im Jahre 1927 vergab die Stadt Essen den Auftrag für eine Musiktheater-Uraufführung an den Komponisten Kurt Weill, den Filmemacher Carl Koch und den Autor Bertolt Brecht. Unter dem Titel „Das Ruhrepos“ sollte ein multimediales Werk entstehen, das sich mit der Geschichte des Ruhrgebietes auseinandersetzte. Das Vorhaben ging freilich über erste Ideen und Skizzen nicht hinaus, da die Auftraggeber, wohl aufgrund wirtschaftlicher Faktoren, aber auch antisemitischer Ressentiments, einen Rückzieher machten.

Sechsteilige Revue

Exakt hundert Jahre später hat das Aalto Musiktheater Essen den Auftrag zum „Ruhrepos 2.0“ vergeben an den gebürtigen Herner Gordon Kampe und den in Essen aufgewachsenen Regisseur Georg Rootering. Die sechsteilige Revue, deren semikonzertante Uraufführung auf den 12. Juni 2027 terminiert ist, strukturieren ausgewählte Werke von Kurt Weill, darunter auch echte Neuentdeckungen, die in die Neukomposition Kampes eingegliedert werden. Der in seiner Arbeit bewusst auch für das Revier bedeutende Instrumente wie das Bandoneon integrieren will.

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Zusammen mit der Aalto-Dramaturgin Patricia Knebel, übrigens einer gebürtigen Essenerin, werden der Musik zugrunde liegenden Texte ausgesucht, die sich sämtlicher Bereiche der Ruhrgebietskultur abdecken – von Gesprächsfetzen am Kneipentresen über Bergmannslyrik und Kochrezepte bis hin zu Anekdoten und eigens für diese Revue Geschriebenes. Dabei geht es nicht nur um Industriegeschichte, sondern auch um die Gegenwart der Metropole Ruhr, also von Bergbau bis Currywurst.

Freitag, 22. Mai 2026 | Autor: Pitt Herrmann