Appell der Herner Feuerwehr und auch DLRG OG Wanne-Eickel warnt
Gefahren durch Schwimmen im Rhein-Herne-Kanal
Nachdem am Samstag (27.6.2026) ein kleines Kind bei einem Badeunfall am Herner Meer im Stadtteil Horsthausen verstarb (halloherne berichtete), wendet sich die Feuerwehr Herne kurz danach mit einem emotionalen Appell auf ihrer Facebookseite an die Herner Bevölkerung und warnt eindringlich vor dem Schwimmen im Rhein-Herne-Kanal. Erst im Mai dieses Jahres ertrank ebenfalls ein junger Mann im Herner Meer, nachdem auch er im Rhein-Herne-Kanal schwimmen gegangen war.
Immer wieder Einsätze am Rhein-Herne-Kanal
Immer wieder mussten die Einsatzkräfte zuletzt aufgrund von Badeunfällen zu Einsätzen am Kanal ausrücken. In ihrem Post, den sie mit den Worten „Herne, wir müssen reden“ einleiten, erinnern sie an den Tod des Kindes, sprechen den Angehörigen ihr Mitgefühl aus und beschreiben den Einsatz, als einen, den niemand erleben möchte. Sie kommen, um Leben zu retten. Doch in diesem Fall konnten die Einsatzkräfte, die wie immer alles geben haben, das Kind nicht retten.
Das macht etwas mit den Rettungskräften. Dies wird in den Zeilen deutlich. „Wir möchten keine Eltern begleiten müssen, die ihr Kind verloren haben. Wir möchten keine Angehörigen in ihrer schlimmsten Stunde erleben. Wir möchten keine leblosen Menschen aus dem Wasser bergen. Unsere Einsatzkräfte fahren zu jedem Alarm mit der Hoffnung, helfen und Leben retten zu können. Doch nicht jeder Einsatz endet so, wie wir es uns wünschen“, heißt es weiter im Post.
Zu den Gründen für den Schritt in die Öffentlichkeit erläutert Nils Hoyermann von der Feuerwehr Herne, auf halloherne-Nachfrage: „Wir wollen mit dem Post aufklären und sensibilisieren. Uns ist klar, dass wir damit nicht jeden erreichen oder überzeugen. Aber wenn wir mit unserem Beitrag wachgerüttelt haben und einen zukünftigen Einsatz dieser Art vermieden haben, dann haben wir schon viel erreicht.“
Gefahren des Rhein-Herne-Kanal sind ernstzunehmen
Die Feuerwehr appelliert weiterhin in ihrem Post, die Gefahren des Rhein-Herne-Kanals ernst zu nehmen, den Schiffsverkehr, die Strömungen und Sogwirkungen nicht zu unterschätzen und auch nicht unbedacht ins kalte Gewässer zu springen. Auch für geübte Schwimmer seien die Gefahren des Kanals real.
Auch DRLG warnt vor Schwimmen im Rhein-Herne-Kanal
Dies sieht auch die DRLG von der Ortsgruppe Wanne-Eickel auf Nachfrage von halloherne so. „Auch wir warnen davor im Rhein-Herne-Kanal zu schwimmen, da dies mit erheblichen Gefahren verbunden ist“, so der erste Vorsitzende Uwe Mohns. Viele Menschen würden den Kanal als eine günstige Alternative zu Schwimmbädern sehen. Dies sei aber nicht der Fall. Das Schwimmen im Kanal kann lebensgefährlich sein.
Der Kanal habe viele Strömungen und auch der Sog durch den Schiffsverkehr sei nicht zu unterschätzen. „Diese beiden Faktoren sind auch für geübte Schwimmer zu überwinden“, berichtet Mohns im halloherne-Gespräch. „Deshalb sind auch für uns als DRLG, solche Kanal-Rettungseinsätze mit Gefahren verbunden, da auch wir den Begebenheiten des Wassers ausgesetzt sind und die sind mitunter nicht ohne.“
Auch warnt Mohns davor, dass sich gerade viele junge Menschen alkoholisiert oder überhitzt ins kühle Nass stürzen. Dabei riskieren sie nämlich einen Kälteschock. Dies kann zu Panik, Bewusstseinsverlust oder im schlimmsten Fall zu einem Herzversagen führen.
„Der Kanal ist kein Hallenbad oder Freibad. Es hat schon seinen Grund, warum das Baden im Rhein-Herne-Kanal verboten ist“, macht Uwe Mohns abschließend deutlich.